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Religionswissenschaftler kritisert 'rosarotes' Buddhismusbild

23. Mai 2017 in Chronik, 9 Lesermeinungen
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Perry Schmidt-Leukel: Die Vorstellung, der Buddhismus sei eine Religion ohne Dogmen, Glaubensinhalte und Gebote, habe mit dem echten Buddhismus wenig zu tun, sondern spiegle eher eine Unzufriedenheit mit dem Christentum wider.


Berlin (kath.net) Einseitige Vorstellungen über den Buddhismus kritisierte der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel im Interview mit dem „Deutschlandfunk“. In Deutschland sei die Vorstellung weit verbreitete, dass der Buddhismus „eine Religion ohne irgendwelche Dogmen oder Glaubensinhalte“ sei, „eine Religion ohne Gebote, in der jeder tun und lassen kann, mehr oder weniger, was er will“. Gemäß dieser Vorstellung sei der Buddhismus „allem gegenüber tolerant“ und friedfertig. Dieses populäre Bild habe mit dem asiatischen wie auch mit dem klassischen Buddhismus „eigentlich wenig bis gar nichts zu tun“. Vielmehr spiegle sich hierin „eher eine Unzufriedenheit mit den kirchlichen Formen des Christentums wider“, daraus habe sich dann die Vorstellung entwickelt, „was für eine Religion man gerne hätte - und das hat man irgendwie dann auf den Buddhismus projiziert“.


Der Interviewer des „Deutschlandfunks“, Gerald Beyrodt, fragte, wieso der Zölibat des Buddhismus nicht so stark kritisiert werde wie der Zölibat der katholischen Kirche. Schmidt-Leukel reagiert mit der Bemerkung „Das ist eine gute Frage“ und erläuterte, dass man es im Buddhismus tatsächlich ein Mönchtum einschließlich des Zölibats „mit ausgesprochen strengen Regeln“ habe. Eine eigentliche Antwort auf die Ursache der unterschiedlichen Bewertung gab er nicht.

Link zum Interview im „Deutschlandfunk“: "Beim Blick auf den Buddhismus haben wir eine rosarote Brille auf"


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