Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  3. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  4. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  5. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  6. Der entschärfte Gott
  7. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  8. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  11. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  12. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  13. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  14. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  15. Kardinal Woelki und Bischof Oster ermutigen Münchner Lebensschützer mit kraftvollen Grußworten

Äthiopiens Christen begrüßen heimgekehrten Exil-Patriarchen

7. August 2018 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Einstiger Ministerpräsident Tamirat Layne, der 1991 den Rücktritt des Patriarchen erzwungen hatte, bat um Vergebung


Addis Abeba (kath.net/KAP) Die Überwindung des Schismas in der äthiopisch-orthodoxen Kirche wurde nach der Rückkehr des Exil-Patriarchen Abuna Merkurios aus den USA auch in Addis Abeba eindrucksvoll gefeiert. Patriarch Abuna Mathias hielt eine bewegende Begrüßungsansprache, als Abuna Merkurios in der vergangenen Woche in die Dreifaltigkeitskathedrale der äthiopischen Hauptstadt einzog, berichtete der "Pro Oriente"-Informationsdienst am Montag. Abuna Mathias erinnerte daran, dass die beiden Patriarchen - die ab sofort miteinander "gleich an Ehre" die äthiopische Kirche leiten werden - vor knapp 40 Jahren am selben Tag und in der selben Feier in den bischöflichen Rang erhoben worden sind.

Der damalige äthiopisch-orthodoxe Patriarch Abuna Tekle Haimanot (1918-1988) hatte die beiden jetzigen Patriarchen zusammen mit zwölf anderen Klerikern am 21. Jänner 1979 in der Dreifaltigkeitskathedrale zu Bischöfen der äthiopischen Hauptstadt geweiht. Dieser Akt war notwendig geworden, weil das damals an der Macht befindliche marxistische "Derg"-Regime darauf bestand, dass alle früheren, mit dem von der Militärjunta 1974 gestürzten Kaiser Haile Selasie I. verbundenen Bischöfe aus dem Amt scheiden müssten. Der "Derg"-Vorsitzende Mengistu Haile Mariam - der wiederum seit seinem Sturz 1991 als Großgrundbesitzer und "gentleman farmer" in Simbabwe lebt - war damals nicht bereit, Kompromisse einzugehen.


Nach dem politischen Machtwechsel in Äthiopien 1991 war der seit 1988 amtierende Patriarch Abuna Merkurios abgesetzt worden. Er ging mit etlichen Bischöfen in die USA und baute einen "Heiligen Synod der äthiopisch-orthodoxen Kirche im Exil" auf. In der Heimat übernahm zunächst Abuna Paulos (1935-2012) das Patriarchenamt, nach dessen Tod folgte Abuna Mathias. Das knapp drei Jahrzehnte währende Schisma wurde Ende Juli nach vom neuen äthiopischen Ministerpräsidenten Ahmed Abiy mit forcierten Verhandlungen beendet.

Die getroffene Vereinbarung sieht u.a. vor, dass Abuna Merkurios aus den USA nach Äthiopien zurückkehrt und in Addis Abeba durch "Gebet und Segnung" der Kirche diene. Abuna Mathias wird sich um die Verwaltung der Kirche kümmern, aber ebenso "Gebet und Segnung" zu seinen Aufgaben machen.

Besonderen Eindruck machte nach der Heimkehr von Abuna Merkurios die Vergebungsbitte des einstigen Ministerpräsidenten Tamirat Layne. Der frühere Politiker - er war von 1991 bis 1995 der erste Premier Äthiopiens nach dem Bürgerkrieg und ist heute ein fundamentalistischer evangelikaler Pastor - sprach im Patriarchenpalast in Addis Abeba vor, verbeugte sich tief vor Abuna Merkurios, küsste in der üblichen orientalischen Geste dessen Füße und bat um Vergebung für seine Rolle beim 1991 erzwungenen Amtsverzicht des Patriarchen.

Aber auch Tamirat Layne fiel bald in Ungnade, er wurde wegen Korruption eingekerkert. Im Gefängnis bereute er seine Taten einschließlich des erzwungenen Rücktritts des Patriarchen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde er ein "born again christian" und schlug eine Pastorenlaufbahn ein. Tamirat Layne wurde nicht müde, dass er für seine Taten als Politiker Buße tun wolle.

Insbesondere sei es ihm darum wichtig, das von ihm mitverursachte Schisma in der äthiopisch-orthodoxen Kirche zu heilen. Die Bilder von der Begegnung von Abuna Merkurios mit Tamirat Layne - insbesondere jene vom Fußkuss des Pastors für den Patriarchen - kursieren in den "social media" in Äthiopien, aber auch in der weltweiten äthiopischen Diaspora.

Die äthiopisch-orthodoxe Kirche mit laut Stiftung "Pro Oriente" vermutlich an die 60 Millionen Gläubigen ist nach der russisch-orthodoxen Kirche die zahlenmäßig zweitgrößte Ostkirche. Die Wurzeln der Kirche reichen in Äthiopien tief in die Antike zurück.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. 'Wir sind bereit, willens und fähig, unsere große christliche Bevölkerung weltweit zu schützen!'
  2. Papst im Kongo eingetroffen
  3. 20 Tote bei islamistischem Terror-Angriff auf christliches Dorf in Nigeria
  4. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  5. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  6. Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren
  7. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  8. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  9. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt
  10. Demokratische Republik Kongo: „Massaker folgt auf Massaker“






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Vom Elend der Fürbitten
  5. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  6. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  7. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  8. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  9. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  10. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  11. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  12. Der entschärfte Gott
  13. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  14. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  15. Achtung, Christfluencer!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz