Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  4. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  5. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  6. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  7. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  8. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  9. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  10. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  11. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  12. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  13. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  14. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  15. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'

„Wann sagen wir endlich wieder Ja zu unserer Zukunft statt nein?“

31. Jänner 2019 in Prolife, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Man beruft sich auf Menschenrechte und leugnet sie im gleichen Augenblick.“ kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net) Ein österreichischer Minister sagte vor kurzem: „Ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht.“ Der scheinbar unscheinbare Satz löste einen Sturm der Entrüstung aus. Mit offenem Hass stürzten sich die politischen Feinde des Ministers auf ihn. Sie verlangten seinen Rücktritt oder auch seine Amtsenthebung durch den Bundespräsidenten und die entsprechenden Maßnahmen von Seiten des Kanzlers. Künstler und Autoren, die sich vermutlich für besonders bedeutend halten, beteiligten sich auf ihre Weise an der Jagd. Der Vorwurf: Der Minister habe damit die Menschenrechte ausgehebelt, die er offenbar nicht wirklich anerkenne. Diese aber seien absolut unverzichtbar und gelten für ausnahmslos alle Menschen und gehörten zum Selbstverständnis der Österreicher und ihrer Verfassung.

Es geht mir nicht um die Verteidigung des tatsächlich mehr als missverständlichen Satzes, wohl aber ist auf den Selbstwiderspruch der „Gerechten“, die den Politiker zur Strecke bringen wollen, hinzuweisen. Man kann auch sagen: Der Protest ist reine Heuchelei pur und die alte, aber erfolgreiche „Haltet den Dieb“-Strategie: Man beruft sich auf Menschenrechte und leugnet sie im selben Augenblick.


Aber erstens: Menschenrechte gelten für alle, aber sie werden nicht von Menschen gemacht, sondern sollten „von uns allen für alle“ geachtet werden als Gottesrechte, auch wenn Herr Gudenus das nicht verstanden hat.

Zweitens erinnere ich mich an keinen empörten Aufschrei, als kürzlich bestimmte Gruppen ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ forderten: ein Recht, Menschenrechte anderer zu ignorieren? Auch Schweigen kann sündhaft sein.

Drittens haben die Politiker Österreichs vor Jahren schon genau das getan, was sie jetzt dem Angeklagten vorwerfen: Mit der Fristenlösung haben sie das Menschenrecht auf Leben für einen Teil der Österreicher abgeschafft, ihre Meinung über deren Recht gestellt. Dabei ist es ihnen gelungen, große Teile der Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen und diejenigen, die das Lebensrecht der Ungeborenen geschützt wissen wollen, zu diffamieren und mundtot zu machen, auch mit der Nazikeule!

Viertens sollten sie in dieser Frage „Geschichte lernen“: Auch die Nazis wollten Abtreibung, zwar nicht für Arier, wohl aber für die slawischen und andere Völker.

Fünftens sollten sich die Empörten bewusst machen, wo Empörung dringend nötig wäre, weil ihre Politik nicht nur ungeborene Männer entrechtet, sondern auch die ungeborenen Mädchen ihres Lebensrechtes beraubt.

Der Rede kurzer Schluss: es bedarf eines gesellschaftlichen Diskurses über Menschenrechte, über ihren Ursprung und ihre Reichweite, und über die begrenzte Macht des Volks, von dem eben nicht alles Recht, nur die Verkehrsgesetze, Steuergesetze und anderes dieser Art, ausgeht, aber sehr wohl das Recht über die vom höheren Recht begründeten Kompetenzen und Begrenzungen der Politiker. Es wäre ein Wunder und eine Heilung der schon so lange „offenen Wunde“ (Kardinal König) der Fristenlösung, unter der wir seit einem halben Jahrhundert leiden und der täglich viele Österreicher beiderlei Geschlechts geopfert werden und übrigens auch jene Arbeitskräfte, die uns heute so dringend fehlen.

Wo bleibt die flammende Empörung im Land und auch in der Kirche darüber, dass wir all diese Einsichten „vergessen“ haben, obwohl wir um sie sie eigentlich spätestens seit dem Holocaust wissen. Wann sagen wir endlich wieder Ja zu unserer Zukunft statt nein, wie Kardinal Schönborn in einer denkwürdigen Rede in Jerusalem hat gesagt hat.

Die Einführung der Fristenlösung, des Vergessens und der Verdrängung hat der große österreichische Gelehrte Wolfgang Waldstein mit dem Satz kommentiert: „Mit diesem Gesetz hat Österreich aufgehört im Vollsinn des Wortes ein Rechtsstaat zu sein!“ Das ist die Wahrheit, die man auch mit der Pilatus-Frage, „was denn Wahrheit sei, nicht entkräften kann.

Vgl. dazu auch: Wiener Kardinal Schönborn erläuterte 2008 vor den Europäischen Bischöfen: „Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt“ - „Europa ist im Begriff zu sterben, da es Nein zum Leben gesagt hat“ durch die Ablehnung von Humanae vitae, durch die Abtreibungsgesetze, durch die homosexuelle „Ehe“.

Archivfoto Weihbischof Laun



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Österreich

  1. Über 12.000 junge Menschen bei Loretto-Pfingstfest
  2. Ministerin Plakolm betont christliche Prägung Österreichs
  3. Erzbischof Lackner bei Loretto-Fest an Jugend: Pflegt eure Sehnsucht
  4. Katholische Kirche: Heuer österreichweit 29 Priesterweihen
  5. «Barbarische Zeiten»
  6. Regens: Steigendes Interesse am katholischen Priesterberuf
  7. Ratzinger-Preis 2021 für zwei in Österreich lehrende Theologen
  8. Wien: 40 Tage Gebet gegen Abtreibung und für das Leben
  9. Österreich: Singen bei den Messen wieder erlaubt - Erleichterungen für Taufen und Trauungen
  10. Bischöfe sehen "unbedingtes Ja zum Leben in Frage gestellt"







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  6. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  7. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  8. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  9. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  10. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  11. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  12. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  13. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  14. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"
  15. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz