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Österreichische Bischöfe warnen vor Tötung auf Verlangen

9. November 2019 in Österreich, 2 Lesermeinungen
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Bischofskonferenz fordert von Politik flächendeckenden Ausbau von Hospiz und Palliativmedizin sowie Alternativen zur Abtreibung.


Wien (kath.net/ KAP)
Österreichs katholische Bischöfe haben die Politik zum Erhalt bestehender Schutzbestimmungen gegen eine Tötung auf Verlangen aufgefordert. Dem bisherigen klaren Bekenntnis zur "Kultur des Beistandes" am Lebensende müssten weitere konkrete Taten folgen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung. "Ist das Verbot der Tötung auf Verlangen und der Beihilfe zur Selbsttötung einmal aufgehoben, dann ist der Schritt zu einer gesellschaftlichen Normalität, die schließlich in eine soziale Pflicht pervertiert, nicht weit", so die mahnende Begründung der Kirchenvertreter.

Vor einer nur an Einzelfällen festgemachten Debatte um Suizidbeihilfe warnen die Bischöfe eindringlich. Es gelte viel grundlegender die Frage zu stellen, "wie wir als Gesellschaft in Zukunft leben wollen und ob uns dabei das Leben so heilig ist, dass man an der Hand eines Menschen, aber nicht durch die Hand eines Menschen sein Leben beendet". Studien belegten, dass nicht etwa der körperliche Schmerz das Hauptmotiv für einen Tötungswunsch ist, sondern vielmehr psychische Belastungen wie Depression, Hoffnungslosigkeit und Angst. "Die Antwort darauf kann aber nicht Tötung sein, sondern professionelle Hilfe, Beratung und Beistand", betont der Episkopat.


Der Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, sei vor allem ein "Hilfeschrei, den man nicht überhören darf", so die Bischöfe weiter. Um darauf reagieren zu können, sei eine "Kultur der Sorge und des Beistands" nötig, die eine "liebevolle Begleitung bis an die Schwelle des Todes" erlaube. Besondere Bedeutung messen die Bischöfe dabei der Palliativversorgung zu, da diese entscheidend zur "Wiederentdeckung der ganzheitlichen Begleitung eines Kranken im Kontext der modernen Medizin" beigetragen habe. Linderung von Leid erfordere vor allem Beistand in seelischen und psychischen Krisen. "Palliative Care lehrt uns: Wenn man 'nichts mehr machen kann', dann gibt es noch 'viel zu tun', so die Bischöfe.

Dass die Bischöfe hier ein drängendes Thema aufgreifen, hatte zuletzt Martin Schaffenrath, Mitglied im Überleitungsausschuss der Österreichischen Gesundheitskasse, dargelegt. In Österreich sterben dem Experten zufolge 2,5 Mal mehr Menschen bei Suiziden als im Straßenverkehr, doch werde die hier nötige Präventionsarbeit von Sterbehilfe-Lobbyisten untergraben, schrieb Schaffenrath in der "Tiroler Tageszeitung" (Donnerstag). Pro-Suizid-Gesetze seien keine Problemlösung bei Lebensängsten, sondern erhöhten nur den Druck auf vulnerable Menschen: In Ländern mit legalisierter Suizidbeihilfe wie Belgien oder den Niederlanden sähen sich kranke, schwache oder ältere Menschen zunehmend in einen "Rechtfertigungsdruck, warum sie überhaupt noch leben und wieso sich das Gesundheitssystem Therapie oder Pflege noch leistet". Auch Schaffenrath forderte eine "Kultur des Beistands" durch flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung.

"Flankierende Maßnahmen" nötig

Österreichs Bischöfe bezogen ihren Lebensschutz-Appell jedoch auch auf den Lebensbeginn. "Es muss in einem wohlhabenden Land wie Österreich möglich sein, andere Lösungen zu finden, als die Tötung heranwachsender Menschen", heißt es ihrer Erklärung. Schwangere Frauen in Konfliktsituationen bräuchten mehr Unterstützung und Solidarität, sei doch "dieses Ja zur werdenden Mutter zugleich ein Ja zum ungeborenen Kind", so die Bischöfe. "Allen Initiativen, die schwangeren Frauen, Müttern und ihrem Umfeld Hilfe und Beratung bei ihrem Ja zum Leben anbieten", dankten die Bischöfe und bekundeten ihre Unterstützung für "alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte, die sich dafür einsetzen, das ungeborene Leben zu schützen und zu fördern".

Direkt an die Politik gerichtet, kritisieren die Bischöfe das Fehlen gesicherter Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen und ihren Motiven. Gäbe es diese Angaben so wie in fast allen anderen europäischen Ländern, könnten die Hilfsangebote "noch besser und zielgerichteter sein", heißt es in der Erklärung. Problematisch sei auch, dass die vor über vierzig Jahren von der Politik angekündigten "flankierenden Maßnahmen" zur Fristenregelung weiterhin auf ihre vollständige Umsetzung warteten, bekunden die Bischöfe.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 zeitblick 12. November 2019 

Rockefeller-Stiftung tagt im Vatikan

War nicht gerade unser Kardinal Schönborn in Rom? Hat er nichts von der Konferenz die seit gestern bis heute im Vatikan zum Thema Lebensschutz tagt mitbekommen? Wie erklärt unser Kardinal unseren Bischöfen, dass die Rockefeller-Stiftung, die bekannt dafür ist, Abtreibung und die LGBT-Agenda zu fördern, eine zweitägige Vatikan-Konferenz unter der Schirmherrschaft von Papst Franziskus und der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften realisiert?

Titel " Reduzierung des Verlusts und der Verschwendung von Nahrungsmitteln " ( meine Bemerkung dazu- es geht um die Reduzierung der Menschheit!!!) sie umfasst Redner anderer Abtreibungsorganisationen, einschließlich der Bill & Melinda Gates Foundation. Quelle: churchmilitant.com


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 Andrzej123 11. November 2019 
 

Der unfreiwillige "managed death" ohne Sterbesakrament ist längst Praxis

Wer heute als Krebskranker "im letzten Stadium" ins Krankenhaus geht, z.B. um Wasser abzupumpen oder irgendwie noch "etwas zu versuchen", dem widerfährt oft folgendes:
Er wird unter sehr starke Morphin Infusionen gesetzt, verliert das Bewusstsein und den Angehörigen wird mitgeteilt, dass er "morgen oder übermorgen" stirbt.
Sicher: Die Lebenserwartung wäre nicht mehr lange gewesen, vielleicht Tage oder Wochen.
Jed. lässt das ungefr. hochdos. Sedieren d. Patienten nicht die Möglichkeit, vielleicht noch etwas zu erledigen, wie vielleicht eine Erbschaftsbestimmung, Worte mit jemandem, die Sterbesakramente...

Er wird schlicht nicht gefragt!
("Managed death", "terminal treatment")

Könnten die Bischöfe bitte erklären, nach welcher "Barmherzigkeitsethik" diese Praxis zu rechtfertigen ist?

Was soll unter d. Umst. d. "Warnung" vor "freiw." Euthanasie, wenn gegen d. längst praktizierte unfreiw. ansch. keine Einwände bestehen?

Wie sehen sich die Bischöfe im Lichte eines von Galens?


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