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Boris Palmer: „@Religionsfreiheit“

30. Dezember 2019 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
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Nach Farb- und Brandanschlag auf Tübinger Freikirche TOS schreibt Tübinger Oberbürgermeister: „In einer solchen Stunde ist Solidarität mit der TOS zugleich Verteidigung des friedlichen Zusammenlebens der Religionen in unserer Stadt.“


Tübingen (kath.net) „Der Anschlag ist feige und verachtungswürdig. Auch wenn keine Menschen zu Schaden gekommen sind, hoffe ich sehr, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“ Das schreibt der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), nachdem ein Auto der Freikirche „Tübinger Offensiven Stadtmission“ (TOS) in Brand gesteckt und der Eingangsbereich des Gottesdienstraums mit lila Farbe besprüht worden war. „Die Tübinger offensive Stadtmission ist eine Freikirche. Sie erregt Kritik und es gibt immer wieder Vorwürfe“, erläutert der bundesweit bekannte Grünenpolitiker. „Aber bis heute sind keine strafbaren Vorgänge belegt. Und in Israel genießt die TOS hohes Ansehen durch den ‚Marsch des Lebens‘.“ (Anm.d.R.: Unter Lebensschutz versteht die TOS Einsatz gegen Antisemitismus und Kontakte zu Holocaustopfern, aktuell etwa die Chanukka-Feier gemeinsam mit der Tübinger jüdischen Gemeinde). „Es gilt also unzweifelhaft die Religionsfreiheit.“ Die „Hintergründe des Anschlags“ seien noch unbekannt, erläutert er weiter und fragt: „Aber wer hat ein Motiv, eine solche Kirche anzugreifen? Die so genannte Antifa, wie die TOS aufgrund von Drohschreiben vermutet? Oder Antisemiten? Egal ob links- oder rechtsextrem, ein solcher Gewaltausbruch ist in Tübingen bislang unbekannt gewesen“. Der Oberbürgermeister griff sogar zu dem Wort „erschreckend“. „In einer solchen Stunde ist Solidarität mit der TOS zugleich Verteidigung des friedlichen Zusammenlebens der Religionen in unserer Stadt.“


Guido Kasch, Pastor der TOS Gemeinde Tübingen, zeigte sich gemäß Presseaussendung „geschockt, jedoch angesichts des zunehmend feindlichen Klimas gegen evangelikale Christen leider nicht überrascht. In den letzten Monaten gab es in Tübingen, insbesondere aus der linken Szene, ein aggressives Bedrohungsszenario gegen die TOS Gemeinde. Wir wissen noch nicht, wer für diesen Anschlag verantwortlich ist, aber wir werden uns dadurch nicht davon abhalten lassen, weiter die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums zu verkündigen: durch unsere wöchentlichen Gemeindeangebote, unser regelmäßiges Essen für Hilfsbedürftige in der Kronenstraße oder auch unsere Gottesdienste am Wochenende, zu denen jeder herzlich willkommen ist. Gleichzeitig hoffen und beten wir, dass in Tübingen ein friedliches Miteinander und gewaltfreier Diskurs der Meinungen und Weltanschauungen wieder möglich werden.“ Eigenen Angaben zufolge versteht sich die TOS als Freikirche und ein Missions- und Sozialwerk mit evangelikal-charismatischer Prägung.

Der frühere Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb aus Stuttgart, reagierte und schrieb auf Facebook: „Gewalt darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein. Das scheinen manche Kräfte in unserer Gesellschaft vergessen zu haben. Wir stehen hier an der Seite unserer Schwestern und Brüder, die hier angegriffen wurden.“

Nach Polizeiangaben entstand ein Sachschaden von etwa 40.000 Euro, berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Das Fahrzeug (ein neuwertiger Gemeindebus) brannte vollständig aus. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Verdacht auf Brandstiftung und Sachbeschädigung.

@Religionsfreiheit
Die Tübinger offensive Stadtmission ist eine Freikirche. Sie erregt Kritik und es gibt immer wieder...

Gepostet von Boris Palmer am Samstag, 28. Dezember 2019

Gewalt darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein. Das scheinen manche Kräfte in unserer Gesellschaft vergessen zu...

Gepostet von Hartmut Steeb am Freitag, 27. Dezember 2019

TOS-Gründer Jobst Bittner über den Farb- und Brandanschlag auf die TOS-Gemeinde



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