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Coronavirus: Bäder von Heiligtum Lourdes für Pilger geschlossen

3. März 2020 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Drastische Schutzmaßnahmen im besonders betroffenen Südkorea: Erstmals seit Beginn der katholischen Kirche im Land blieben alle 1.700 katholischen Gotteshäuser am Sonntag geschlossen


Paris/Seoul/Mexiko-Stadt (kath.net/KAP) Die Coronavirus-Epidemie führt auch in wichtigen Wallfahrtsorten der katholischen Kirche zu besonderer Vorsicht. Auch wenn die Hauptsaison für Pilgerfahrten erst mit Palmsonntag beginnt, sind etwa im südfranzösischen Lourdes bereits jetzt Schutzmaßnahmen in Kraft getreten, die dafür sorgen sollen, dass es in dem Marienwallfahrtsort möglichst zu keiner Übertragung des Erregers kommt. Ausgesetzt werden die Wallfahrten nach Lourdes, wohin jährlich mehrere Millionen Gläubige - darunter insbesondere viele kranke Menschen - pilgern, jedoch nicht.

Wie die italienische Zeitung "Il Messaggiero" berichtete, werden die Bäder im sogenannten "Heiligen Bezirk" von Lourdes bis auf Weiteres geschlossen. Das Eintauchen in diese Becken, die mit Quellwasser aus der Erscheinungsgrotte von Massabielle gespeist werden, ist sonst für viele kranke wie auch gesunde Pilger eine der traditionellen Stationen der Wallfahrt. Die Kirche hat von 7.000 dokumentierten spontanen Heilungen, die an diesem Ort geschehen sein sollen, bisher offiziell 70 als Wunder anerkannt.


Wie die Wallfahrtsdirektion des Pyrenäen-Ortes informierte, wurde zudem ein medizinisches Überwachungsteam eingesetzt, welches überprüfen soll, ob unter den nach Lourdes gepilgerten Patienten oder Betreuer jemand die für das Coronavirus typische Krankheitssymptome aufweist; man verfüge auch über die nötigen Schutzausrüstungen für den Fall des Falles, hieß es.

In Südkorea keine Sonntagsmessen

In Ländern mit einer weit höheren Zahl von Coronavirus-Infizierten sind die Maßnahmen teils viel drastischer. So blieben in Südkorea, wo es nach jüngsten Angaben von Montagmittag mehr als 4.200 nachgewiesene Infektionen und 20 Todesfälle gibt, die Kirchen am Sonntag geschlossen. Es sei überhaupt das erste Mal in der 236-jährigen Geschichte der katholischen Kirche in dem ostasiatischen Land gewesen, dass eine solche Maßnahme alle rund 1.700 katholischen Gotteshäuser betroffen hätte, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Viele Gläubige hätten die Gottesdienste via Online-Streaming mitverfolgt.
Nur Kurzpredigten in Mexiko

In Mexiko, wo es am Montag fünf bestätigte Fälle einer Coronavirus-Erkrankung gab, ordnete indes der Erzbischof von Mexico City, Kardinal Carlos Aguiar Retes, in einem Rundschreiben an die Bischöfe seiner Diözese ein Bündel von Vorsichtsmaßnahmen an. Die Sonntagsgottesdienste sollten so weit wie möglich gekürzt werden, um dadurch die Dauer, in der sich viele Menschen gleichzeitig im geschlossenen Kirchenraum befinden, zu minimieren, u.a. durch Kurzpredigten, das Weglassen von Liedern oder der Gabenprozession, schrieb Kardinal Aguiar. Mit Nachdruck schrieb er zugleich, es gelte Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden.

Weitere Maßnahmen: Die Kommunionhelfer wurden angehalten, unmittelbar vor ihrem Dienst die Hände mittels Gel zu desinfizieren. Die Formel "Der Leib Christi" bei der Verteilung der Kommunion soll weggelassen werden oder Mundschutz verwendet werden, letzterer auch bei Beichten. Die in Mexiko übliche Mundkommunion soll übergangsweise durch die Handkommunion ersetzt und die Gläubigen in deren korrekter Durchführung unterwiesen werden. Auch riefen die Kirchenverantwortlichen dazu auf, die Kollekte während der Messe auf einen Zeitpunkt nach der Kommunion zu verschieben, damit sich die Gläubigen vor dem Kommunionempfang nicht die Hände beschmutzen.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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