Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus

Den staatlichen Anweisungen folgen, um aus der Pandemie herauszukommen

28. April 2020 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: das Geschwätz – der alltägliche Lynchmord, wie bei Märtyrern, wie bei der Schoah. Angesichts der meinungsbildenden Lawine von Falschmeldungen kann manchmal nichts getan werden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Papst Franziskus – Dienstag der 3. Woche im Osterkreis, einundvierzigste Messe in Live-Streaming über Fernsehen und Internet aus der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ in der messelosen Zeit.

In seiner Einleitung gedachte der Papst des Verhaltens des Volkes Gottes angesichts des Endes der Quarantäne:

"In dieser Zeit, in der wir beginnen, Anweisungen zu haben, um aus der Quarantäne herauszukommen, beten wir zum Herrn, dass er seinem Volk, uns allen, die Gnade der Umsicht und des Gehorsams gegenüber den Anweisungen schenke, damit die Pandemie nicht zurückkehrt“.

In seiner Predigt kommentierte der Papst den heutigen Abschnitt aus der Apostelgeschichte (Apg 7,51-8,1), in dem Stephanus mutig zum Volk, den Ältesten und den Schriftgelehrten spricht, die ihn mit falschem Zeugnis verurteilen, ihn aus der Stadt hinaustreiben und steinigen. „Dasselbe taten sie auch mit Jesus“, so der Papst, „und sie versuchten, die Menschen davon zu überzeugen, dass er ein Gotteslästerer war“. Es sei extrem schwerwiegend, eine „Bestialität“, von falschen Zeugenaussagen auszugehen, um Gerechtigkeit zu üben: falsche Nachrichten, Verleumdungen, die das Volk für „Gerechtigkeit“ erwärmen, seien ein echter Lynchmord.

So geschehe es auch mit den heutigen Märtyrern wie Asia Bibi, die viele Jahre lang im Gefängnis gesessen und aufgrund einer Verleumdung verurteilt worden sei: „angesichts der meinungsbildenden Lawine von Falschmeldungen kann manchmal nichts getan werden“:


„In der ersten Lesung dieser Tage hörten wir vom Martyrium des Stephanus: eine einfache Sache, wie sie sich zugetragen hat. Die Gesetzeslehrer duldeten die Klarheit der Lehre nicht, und als Ausweg gingen sie hin, um jemanden zu bitten, zu sagen, dass sie gehört hätten, dass Stephanus gegen Gott, gegen das Gesetz gelästert habe. Und danach stürzten sie sich auf ihn und steinigten ihn, einfach so. Es ist eine Handlungsstruktur, die nicht zum ersten Mal vorkommt ist: auch mit Jesus taten sie dasselbe.

Die Leute, die dort waren, versuchten, davon zu überzeugen, dass er ein Gotteslästerer sei, und sie riefen: ‚Kreuzige ihn’. Das ist eine Bestialität. Eine Bestialität, die von falschen Zeugenaussagen ausgeht, um zu ‚Gerechtigkeit’ zu gelangen. Das ist das Muster. Auch in der Bibel gibt es Fälle wie diesen: mit Susanna taten sie dasselbe, mit Nabot taten sie dasselbe, dann versuchte Aman dasselbe mit dem Volk Gottes zu tun... Falschmeldungen, Verleumdungen, die das Volk erwärmen und nach Gerechtigkeit rufen lassen. Es ist ein Lynchmord, ein echter Lynchmord.

Und so bringen sie ihn vor den Richter, damit der Richter dem Ganzen eine rechtliche Form gibt: aber er ist schon gerichtet, der Richter muss sehr, sehr mutig sein, um gegen ein solches eigens beabsichtigtes Volksurteil vorbereitet zu sein. Das ist der Fall von Pilatus: Pilatus sah klar, dass Jesus unschuldig war, aber er sah das Volk, er wusch seine Hände in Uschuld. Es ist eine Art, Jurisprudenz zu betreiben.

Auch heute noch sehen wir das: auch heute noch, in einigen Ländern, wenn man einen Staatsstreich durchführen oder einen Politiker ausschalten will, damit er nicht zu den Wahlen geht oder so: Falschmeldung, Verleumdung, dann fällt er einem Richter derer in die Hand, die mit diesem der Gelegenheit entsprechenden Positivismus, der in Mode ist, Rechtsprechung treiben wollen, und dann wird verurteilt. Es ist ein sozialer Lynchmord. Und so wurde es Stephanus angetan, so kam es zur Verurteilung des Stephanus: sie führen einen zum Urteil, der bereits vom betrogenen Volk gerichtet ist.

Dies geschieht auch bei den heutigen Märtyrern: dass die Richter keine Chance haben, Gerechtigkeit zu üben, weil sie bereits verurteilt sind. Denken wir zum Beispiel an Asia Bibi, die wir gesehen haben: zehn Jahre Gefängnis, weil sie wegen Verleumdung verurteilt wurde, und ein Volk, das ihren Tod will. Angesichts dieser meinungsbildenden Lawine von Falschmeldungen kann oft nichts getan werden: nichts kann getan werden.

Ich denke hier sehr an die Schoah, an den Holocaust. Die Schoah ist ein solcher Fall: es wurde die Meinung gegen ein Volk geschaffen, und dann war es normal: ‚Ja, ja: sie müssen getötet werden, sie müssen getötet werden’. Eine Vorgehensweise, um Menschen zu töten, die belästigend und störend sind.

Wir alle wissen, dass das nicht gut ist, aber was wir nicht wissen, ist, dass es einen kleinen täglichen Lynchmord gibt, der versucht, die Menschen zu verurteilen, einen schlechten Ruf für die Menschen zu schaffen, sie auszustoßen, sie zu verurteilen: der kleine tägliche Lynchmord des Geschwätzes, das eine Meinung schafft, und so oft hört man jemanden reden, es heißt: ‚Aber nein, diese Person ist eine rechte Person!’ – ‚Nein, nein: es heißt, dass...’, und mit diesem ‚es heu0t, dass..’ wird eine Meinung geschaffen, um eine Person zu erledigen.

Die Wahrheit ist eine andere: Die Wahrheit ist das Zeugnis der Wahrheit, der Dinge, die ein Mensch glaubt. Die Wahrheit ist klar, sie ist transparent. Die Wahrheit duldet keinen Druck. Schauen wir auf Stephanus, den Märtyrer: der erste Märtyrer nach Jesus. Der erster Märtyrer.

Denken wir an die Apostel: alle haben Zeugnis abgelegt. Und denken wir an viele Märtyrer, die – auch an den Heiligen von heute noch, an den heiligen Peter Chanel –, von dem das Geschwätz die Meinung schuf, dass er gegen den König sei... ein Ruf wird geschaffen, und er muss getötet werden. Und denken wir an uns, an unser Mundwerk: so oft beginnen wir mit unseren Kommentaren einen solchen Lynchmord. Und in unseren christlichen Einrichtungen haben wir so viele tägliche Lynchmorde gesehen, die aus dem Geschwätz entstanden sind.

Möge der Herr uns helfen, in unseren Urteilen gerecht zu sein und nicht mit dieser massiven Verurteilung, die das Geschwätz verursacht, zu beginnen oder ihr zu folgen“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  3. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  4. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  5. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  6. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  7. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  8. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  9. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  10. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  11. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  12. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  13. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  14. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  15. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz