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Erzbischof Koch/Twitter: „Interessant auch, dass @MonsignoreCorpa @ErzbistumBerlin blockiert hat“

24. August 2020 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Auf dem offiziellen Twitterauftritt des Berliner Erzbischofs verteilt das Presseteam Seitenhiebe - UPDATE: Antwort der Erzbischöfen Pressestelle - Kommentar von Petra Lorleberg


Berlin (kath.net/pl) „Interessanter Artikel. Interessant auch, dass @MonsignoreCorpa @ErzbistumBerlin blockiert hat.“ So kommentiert Erzbischof Heiner Koch auf Twitter einen Blogbeitrag des promovierten Germanisten und Bloggers Tobias Klein, der auf Twitter unter dem Pseudonym „Monsignore Corpa“ twittert, wie jeder, der ihm folgt, schnell feststellt. Vorausgegangen war ein Blogbeitrag Kleins zu einem „katholisch.de“-Zerriss der Weihe des Erzbistums Berlin an die heiligsten Herzen Jesu und Mariä des Erzbistums Berlin zum Hochfest Mariä Himmelfahrt. Klein hatte in seinem Blogbeitrag unter dem Titel „Horrendum est – oder: Wer hat Angst vorm Retrokatholizismus?“ u.a. geschrieben: „Man kann häretisch.de für die Veröffentlichung dieses dümmlichen Elaborats im Grunde nur dankbar sein; besonders den letzten Satz – ‚Wenn wir aber nur die Kultformen einer fremd gewordenen Vergangenheit reaktivieren, steht es nicht gut um die Zukunftsfähigkeit der Kirche‘ – feiere ich ohne Ende ab…“. In der bischöflichen Leitung des Erzbistums Berlin war man über den derben Zerriss auf dem „offiziell nicht offiziellen“ DBK-Internetportal vermutlich nicht allzu amüsiert gewesen. Deshalb kann es durchaus als erfreulich gelten, dass Erzbischof Heiner Koch auf Twitter einen Beitrag teilt und kommentiert, der die Grundsatzkritik des DBK-Portals an dieser Weihe kritisch durchleuchtet. Obendrein, da der Blogger Klein kein Unbekannter ist, sondern auch selbst zum Erzbistum Berlin gehört und auch beim Kölner „Domradio“, bei der Würzburger „Tagespost“ und bei „kath.net“ immer wieder Beiträge beisteuert.


Doch es irritiert die nachgeschobene Bemerkung, „dass @MonsignoreCorpa @ErzbistumBerlin blockiert hat“. Unter dem Tweet des Erzbischofs finden sich kritische Kommentare. Peter Esser schreibt: „Ich bin nun wirklich dafür, dass Redaktionsbeiträge für einen Erzbischof oder eine andere Person des Öffentlichen Lebens namentlich gekennzeichnet werden. Ein wenig mehr Souveränität, bitte.“ Peter Winnemöller versucht zu vermitteln: „Vielleicht kann sich @ErzbischofKoch bei einer Tasse Kaffee von @MonsignoreCorpa erzählen lassen, wie es dazu kam. Manchmal ist ein persönliches Gespräch die beste Idee.“ Doch ein weiterer Twitteruser reagiert auf Winnemöllers Vorschlag mit: „Das würde evtl. zur Folge haben das @ErzbischofKoch dann erfahren würde wie sich seine Angestellten hier verhalten. Die Frage ist ob er das will!“ Ein anderer User schreibt auf Twitter: „Seit wann gehört es zum guten Stil einer Pressestelle, Informationen darüber wie ein User seine Nutzererfahrung gestaltet an die Öffentlichkeit zu tragen?“

Doch wer hat nun die umstrittene Bemerkung geschrieben? Der Twitterauftritt erscheint mit dem Foto des Erzbischofs. In der Info wird man informiert: „Hier twittert (noch) nicht der Erzbischof von Berlin persönlich, er ist es aber tatsächlich. https://erzbistumberlin.de/impressum/“. Damit wirkt der Auftritt offiziell, d.h., offenbar handelt es sich nicht um einen Fakeauftritt, sondern tatsächlich um einen Auftritt offiziell im Namen des Berliner Erzbischofs. Wer den Auftritt betreut, wird nicht näher geschrieben, vermutlich ist die Pressestelle unter der Leitung von Pressesprecher Stefan Förner dafür verantwortlich.

Wer auch immer den oben zitierten Tweet geschrieben hat, muss sich fragen lassen, ob er sich wirklich sicher ist, dass er im Namen des Erzbischofs von Berlin ausgerechnet so twittern sollte.


UPDATE:

Auf die kath.net-Anfrage antwortet der Pressesprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, folgendermaßen: „Vielen Dank für Ihre Anfrage, die wiederum mich erstaunt, u.a. auch, weil sie nicht ganz korrekt ist.

Dass Dr. Tobias Klein alias @MonsignoreCorpa @ErzbistumBerlin (und eben nicht den Erzbischof!) blockiert hat, ist aufgefallen, weil wiederum jemand @ErzbistumBerlin in seinem Retweet erwähnt hat.

Damit war es nicht mehr möglich, den Tweet zu einem bemerkenswerten Beitrag von @MonsignoreCorpa zur Weihe des Erzbistums entsprechend zu retweeten.

Daher habe ich den Umweg über @ErzbischofKoch gewählt und dies begründet.

Es steht jeder und jedem frei, andere Twitterseiten zu blockieren. Ich verantworte beide Twitterseiten - @ErzbischofKoch und @ErzbistumBerlin – und führe keinen „Kleinkrieg“ und stelle niemand an den Pranger.

Zu @ErzbischofKoch heißt es hier:  „Hier twittert (noch) nicht der Erzbischof von Berlin persönlich, er ist es aber tatsächlich. https://erzbistumberlin.de/impressum/“

Und zu @ErzbistumBerlin: „Katholische Kirche in Berlin, Brandenburg und Vorpommern https://erzbistumberlin.de/impressum “

Es sind also die Urheber und Eigentümer der Seiten hinreichend benannt.

Wenn ich mich in früheren Zeiten mit @MonsignoreCorpa auseinandergesetzt habe, dann als @foerner, sollte ich diese Unterscheidung nicht durchgehalten haben, so bin ich für einen Hinweis dankbar, das müsste ich richtigstellen, bzw. mich dafür entschuldigen.“
 

Petra Lorleberg auf Twitter folgen!

Foto (c) Erzbistum Berlin/Twitter/Screenshot

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