Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  2. Beate Gilles wird neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz
  3. ProtesTanten-Aktion gegen die Kirche
  4. Zum „Maria 2.0“-Thesenanschlag: Luther ante portas
  5. Erzbistum Freiburg: „Priesterinnen“ spenden Aschenkreuz
  6. Die Aktivistinnen von “Maria 2.0” nerven – Lasst mich einfach katholisch sein!
  7. Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus
  8. VERLOGEN!
  9. Psychiater und Theologe Manfred Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 "fast unvermeidlich"
  10. Kardinal Duka: Coronavirus ist ‚Biowaffe’ aus chinesischem Labor
  11. Narrengottesdienst: „Das Erzbistum Köln sieht keinen Anlass für Konsequenzen“
  12. Klassiker wie Homer oder Platon sollen aus US-Lehrplänen verschwinden
  13. Nuntius Eterović an DBK: „Für die kirchliche Gemeinschaft ist der Konflikt besonders schädlich“
  14. Gender- und LGBT-Ideologie soll in Österreichs Schulen kommen
  15. ‚Die Eucharistie ist sehr lebendig’

Was ist christlich-sozial? Debatte um Rhonheimer-Position geht weiter

17. Jänner 2021 in Schweiz, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schweizer Philosoph und Priester wehrt sich in Offenem Brief gegen Vorwürfe, er verfolge eine neoliberale Position, die mit der katholischen Soziallehre unvereinbar sei.


Wien (kath.net/ KAP)

Was ist christlich-soziale Politik? Und lässt sich aus den Prinzipien der katholischen Soziallehre eine eindeutige sozialpolitische Haltung destillieren? Über diese Frage wurde zuletzt bei einer Expertenrunde Ende Dezember ausgehend vom Band "Christlich-soziale Signaturen. Grundlagen einer politischen Debatte" diskutiert. Kritisiert wurde dabei u.a. die Position des Schweizer Moralphilosophen und Priesters Martin Rhonheimer. Die Wiener Sozialethikerin Ingeborg Gabriel warf ihm dabei etwa vor, Sozialpolitik für kontraproduktiv und Recht bzw. Gerechtigkeit für unsinnige Kategorien zu halten und eine mit der katholischen Soziallehre unvereinbare Position einzunehmen. In einem Offenen Brief wehrt sich Rhonheimer nun gegen die Vorwürfe und wirft Gabriel seinerseits Unkenntnis und einen Verstoß gegen den "Kanon einer christlichen Gesprächskultur" vor.


Er fühle sich in der Darstellung seiner Position durch Gabriel sowie durch den ebenfalls an der Expertenrunde beteiligten Salzburger Philosophen Emmanuel J. Bauer missverstanden, monierte Rhonheimer, der dadurch zugleich eine "Schädigung meines akademischen und innerkirchlichen Rufes" fürchte. Er halte nämlich Sozialpolitik keinesfalls für "kontraproduktiv", sondern plädiere letztlich für deren "solide und ökonomisch nüchterne wirtschaftspolitische Fundierung". Kontraproduktiv sei Sozialpolitik nur dann, wenn sie die falschen Anreize schaffe und Menschen in dauerhafte Abhängigkeit von staatlichen Leistungen halte, so der Präsident des "Austrian Institute of Economics and Social Philosophy".

Auch vertrete er keineswegs die Position, der Markt würde keine Regeln benötigen - tatsächlich brauche der Markt einen klaren Ordnungsrahmen. Für schädlich und letztlich "unsozial" erachte er jedoch in der Tat Eingriffe, die einen fairen Wettbewerb verzerren würden. Gerechtigkeit sei eine wichtige Kategorie jeder freien Marktwirtschaft, diese drohe jedoch zu einer Art "normativen Willkür" zu werden, wo sie als "soziale Gerechtigkeit im Sinne von Verteilungsgrechtigkeit" verstanden werde. In diesem Gerechtigkeits-Verständnis sehe er sich überdies im Einvernehmen mit der Tradition der katholischen Soziallehre bis hin zu Papst Franziskus selbst, so Rhonheimer, da eben dies dem Subsidiaritätsprinzip entspreche.

Rhonheimer bezieht sich in seinem über die Website des "Austrian Institute of Economics and Social Philosophy" jetzt abrufbaren Offenen Brief auf eine Expertenrunde vom 27. Dezember 2020, an der fünf Autoren des von der Politischen Akademie der ÖVP herausgegebenen Buches "Christlich-soziale Signaturen. Grundlagen einer politischen Debatte" teilgenommen hatten - darunter der "Kurier"-Journalist und Moderator der Runde, Rudolf Mitlöhner, der Wiener Moraltheologe und Medizinehtiker Matthias Beck, die Sozialethikerin Ingeborg Gabriel, der Salzburger Philosoph Emmanuel J. Bauer sowie die Präsidentin der Politischen Akademie und Herausgeberin des Buches, Bettina Rausch. Rhonheimer hatte zu dem Band einen Beitrag beigesteuert, selber aber nicht an der Diskussion teilgenommen.

 

Wortlaut des Offenen Briefes

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Aszendent 19. Jänner 2021 
 

Kapitalismus, ein Feindbild für die Kirchen

Unter diesem Titel kam ein ziemlich ausgewogener Sammelband im vorletzten Jahr heraus, worin Ronheimer seinen Ansatz ziemlich ausführlich darlegt. Und im Unterschied zur Veranstaltung ist das ganze Buch eine sehr ausgewogene Diskussionüber das Thema, vor allem weil sich nicht nur Geisteswissenschafter, sondern auch Akteure aus der freien Wirtschaft äussern.
Manchmal braucht es eben doch die Zeit für ein ganzes Buch, um in Ruhe sich mit anspruchsvollen Argumentationen und wichtigen Differenzierungen auseinandersetzen zu können.


1

0
 
 Stefan Fleischer 18. Jänner 2021 

@ ecclesiam

Ja, es ist viel einfacher, mit fremdem Geld Nächtenliebe zu üben, als mit dem eigenen.


1

0
 
 Konrad Georg 17. Jänner 2021 
 

Spielt hier eher das Gefühl gegen die Gerechtigkeit?

Ich habe an der Position Martin Rhonheimers nichts auszusetzen, denn katholisch ist logisch. Er hat ja nicht einmal gefordert: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."
Das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit haben wir bereits.


0

0
 
 ecclesiam 17. Jänner 2021 
 

Martin Rhonheimer ist sozialer als Ingeborg Gabriel

Martin Rhonheimer ist sozialer, als all die sogenannten "Sozialexperten".

Man kann nur mit Geld sozial sein, das auch verdient wurde. Soziale Aktivität ohne erwirtschaftetes Geld (das heisst Schulden machen) kollabiert irgendwann.

Dieses Experiment ist 1989 gescheitert. Wer das immer noch nicht begriffen hat, lädt Schuld auf sich.


3

0
 
 Fink 17. Jänner 2021 
 

Hat die Kirche ein gestörtes Verhältnis zur Marktwirtschaft ?

Zu dieser Frage ist in der letzten Tagespost ein lesenswerter Artikel erschienen. Siehe Link.

www.die-tagespost.de/politik/wirtschaft/im-namen-gottes-und-des-profits;art314,215135


0

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Soziales

  1. Benediktiner-Abt: Grundeinkommen ‚humanitäre und soziale Apokalypse’
  2. Salzburg: Bettler attackieren Pater vor Kirche
  3. Kraft der Stille - Gegen eine Diktatur des Lärms
  4. Umfrage: Deutlich mehr Zustimmung für Rotes Kreuz als für Caritas
  5. CDU-Politiker kritisiert Sozialwort der Kirchen
  6. Arme Hunde, reiche Schweine und unser soziales Verhalten.
  7. Bremer CDU-Politikerin kritisiert Sozialinitiative der Kirchen
  8. "Dieser Trip hat mich verändert und mich inspiriert"
  9. Erzbischof Müller gegen Rückzug der Kirche aus Krankenhauswesen
  10. Bundesarbeitsgericht: Kirchenaustritt rechtfertigt Kündigung








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-PAULUS-Leserreise: Fronleichnam auf Malta - Mit Michael Hesemann und P. Leo Maasburg
  2. Erzbistum Freiburg: „Priesterinnen“ spenden Aschenkreuz
  3. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie jetzt eine REISE nach ROM!
  4. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  5. Beate Gilles wird neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz
  6. ProtesTanten-Aktion gegen die Kirche
  7. Die Aktivistinnen von “Maria 2.0” nerven – Lasst mich einfach katholisch sein!
  8. Narrengottesdienst: „Das Erzbistum Köln sieht keinen Anlass für Konsequenzen“
  9. VERLOGEN!
  10. Zum „Maria 2.0“-Thesenanschlag: Luther ante portas
  11. Erzbistum Köln: Ruhestandsgeistlicher begeht Suizid
  12. Kardinal Duka: Coronavirus ist ‚Biowaffe’ aus chinesischem Labor
  13. „Ein Teenie gegen die katholische Kirche“
  14. Psychiater und Theologe Manfred Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 "fast unvermeidlich"
  15. Nuntius Eterović an DBK: „Für die kirchliche Gemeinschaft ist der Konflikt besonders schädlich“

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz