Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  8. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  9. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Wie man eine Ente von einem Fuchs unterscheidet

20. April 2004 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Über "katholische" Kandidaten im US-Wahlkampf. KATH.NET dokumentiert die Kolumne des Erzbischofs von Denver, Charles Chaput, im "Denver Catholic Register".


Denver (www.kath.net, dh)
„Quakt es wie eine Ente, schaut es wie eine Ente aus und watschelt es wie eine solche, dann ist es wahrscheinlich eine Ente. Ein Fuchs kann den ganzen Tag lang vorgeben, eine Ente zu sein. Aber er ist und bleibt ein Fuchs.” Wir alle haben dieses Sprichwort in dieser oder ähnlicher Version tausend Mal gehört. Und der Grund dafür ist einfach: Es ist wahr. Unsere Handlungen bezeugen, wer wir sind. Existiert eine Kluft zwischen unserem Sprechen, unserem Auftreten und unserem Tun, dann leben wir nicht in einem Geist der Wahrheit. Ein Fuchs bleibt auch dann ein Fuchs, wenn er quakt. Früher oder später wird das offensichtlich.

Daran musste ich letzte Woche denken, als ich wieder einmal einen Zeitungsartikel über Kandidaten gelesen habe, die behaupten, Katholiken zu sein und dann ihren eigenen Glauben in Dingen der Politik eindrucksvoll übergehen. Weit sind wir gekommen, seitdem John F. Kennedy seinen Glauben einfach im Kleiderschrank eingeschlossen hat. Heute haben wir katholische Senatoren, die stolz darauf sind, für eine Gesetzgebung einzutreten, die das Leben bedroht und zerstört – und die dann sogar zur Kommunion gehen.

Die liebenswürdigste Erklärung für eine solche Art Benehmens ist, dass viele dieser katholischen Kandidaten ihren eigenen Glauben nicht kennen. Und gerade deshalb hat der Heilige Stuhl letztes Jahr im Geist der Nächstenliebe seine Wegbegleitung und Unterstützung angeboten, in einem kleinen Dokument namens „Zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben“. Nichts ist neu in diesem römischen Dokument. Aber es eröffnet eine Sicht des öffentlichen Dienstes, der von gesundem Menschenverstand strotzt.

Erstens erinnert es uns mit den Worten Johannes Paul II. daran, dass sich „der Mensch nicht von Gott und die Politik nicht von der Moral trennen kann“. In anderen Worten, wenn unser persönlicher Glaube unser politisches Wählen und Handeln nicht gestaltet, dann ist es nur eine fromme Täuschung. Ist der private Glaube authentisch, dann wird er immer auch öffentliches Zeugnis sein, politisches Zeugnis inbegriffen.

Zweitens ist der Christ, während er „berechtigte Meinungsverschiedenheiten in Fragen der Ordnung irdischer Dinge“ anerkennen muss, außerdem „gerufen, sich von einer Auffassung des Pluralismus im Sinn eines moralischen Relativismus zu distanzieren, die für das demokratische Leben selbst schädlich ist.“ Die Berufung auf eine unechte Definition von Pluralismus und Toleranz können niemals Untätigkeit angesichts eines großen Übels entschuldigen – Angriffe auf die Heiligkeit des Lebens gehören dazu. Katholiken können wirklichen Pluralismus nur fördern, indem sie „in Übereinstimmung“ mit ihren religiösen Überzeugungen „leben und handeln“, sodass „durch die Politik eine soziale Ordnung entsteht, die gerechter ist und mehr der Würde des Menschen entspricht.“

Drittens ist der “Weg der Demokratie” nur „in dem Maß möglich, in dem er ein richtiges Verständnis über die Person zur Grundlage hat“. Katholische Gesetzgeber, die nicht energisch danach streben, die Menschenwürde und die Heiligkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen, dienen der Demokratie nicht. Sie verraten sie.

Viertens haben „jene, die direkt in den gesetzgebenden Versammlungen tätig sind, die ‚klare Verpflichtung’, sich jedem Gesetz zu widersetzen, das ein Angriff auf das menschliche Leben ist. Für sie, wie für jeden Katholiken, ist es nicht erlaubt, sich an einer Meinungskampagne für solche Gesetze zu beteiligen oder sie mit der eigenen Stimme zu unterstützen.“ Politik ist Ausübung von Macht. Macht bedeutet immer moralische Auswirkungen. Und Gott wird einen jeden von uns, vom Durchschnittswähler über die Senatoren bis zu den Präsidenten, dafür verantwortlich machen, wie gut wir unsere öffentliche Macht zum Dienst am Allgemeinwohl und an der menschlichen Person eingesetzt haben.

“Pro-choice“-Kandidaten, die behaupten, katholisch zu sein, bringen uns in diesem Wahljahr alle zum Scheideweg. Viele Katholiken und sogar Kirchenfürsten argumentieren damit, dass wir unser Interesse „nicht auf eine Angelegenheit beschränken“ sollten, „wie wichtig diese Angelegenheit auch immer sein mag.“ Das ist wahr, kann allerdings auch irreführend sein.

Katholiken haben die Pflicht, unermüdlich für die menschliche Würde in jeder Lebensphase zu arbeiten und dürfen dasselbe von ihren Gesetzgebern verlangen. Einige Angelegenheiten aber sind wichtiger, einige haben Vorrang. Abtreibung, Einwanderungsgesetz, internationale Handelspolitik, die Todesstrafe und Behausung von Armen sind alle lebenswichtige Angelegenheiten. Aber kein noch so oftmaliges Herumrechnen kann sie in ihrer Schwere gleichmachen.

Das Recht auf Leben kommt zuerst. Es geht allen anderen sozialen Anliegen oder Interessen voraus und ist in ihnen enthalten. Deshalb zählte es der Selige Johannes XXIII. als erstes der Menschenrechte auf, in seiner großen Enzyklika über den Weltfrieden ‚Pacem in Terris’.Und wie die US - Bischöfe im Pastoralschreiben ‚Living the Gospel of Life’ von 1998 sagten, ist das Recht auf Leben die Grundlage für jedes weitere Recht.Einmal schrieb der Humorist James Thurber, „du kannst zu viele Menschen zu lange zum Narren halten“ („you can fool too many of the people too much of the time“). Nehmen wir unseren Glauben Ernst, haben wir als Katholiken in diesem Wahljahr die Aufgabe, uns nicht zum Narren halten zu lassen.

Kandidaten, die sich als “Katholik” bezeichnen, aber öffentlich die katholische Lehre über die Heiligkeit des menschlichen Lebens ignorieren, geben ein unehrliches öffentliches Zeugnis. Vielleicht bemühen sie sich, katholisch auszusehen und katholisch zu klingen, aber wenn sie in ihrem öffentlichen Dienst und ihren politischen Entscheidungen nicht katholisch handeln, dann sind sie wirklich eine ganz andere Art Wesen. Und wirkliche Katholiken sollten dementsprechend wählen.

Erzbischof Charles Chaput, (c) „Denver Catholic Register“
Übersetzung aus dem Englischen (c) by www.kath.net



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  14. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  15. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz