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Wie man eine Ente von einem Fuchs unterscheidet

20. April 2004 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Über "katholische" Kandidaten im US-Wahlkampf. KATH.NET dokumentiert die Kolumne des Erzbischofs von Denver, Charles Chaput, im "Denver Catholic Register".


Denver (www.kath.net, dh)
„Quakt es wie eine Ente, schaut es wie eine Ente aus und watschelt es wie eine solche, dann ist es wahrscheinlich eine Ente. Ein Fuchs kann den ganzen Tag lang vorgeben, eine Ente zu sein. Aber er ist und bleibt ein Fuchs.” Wir alle haben dieses Sprichwort in dieser oder ähnlicher Version tausend Mal gehört. Und der Grund dafür ist einfach: Es ist wahr. Unsere Handlungen bezeugen, wer wir sind. Existiert eine Kluft zwischen unserem Sprechen, unserem Auftreten und unserem Tun, dann leben wir nicht in einem Geist der Wahrheit. Ein Fuchs bleibt auch dann ein Fuchs, wenn er quakt. Früher oder später wird das offensichtlich.

Daran musste ich letzte Woche denken, als ich wieder einmal einen Zeitungsartikel über Kandidaten gelesen habe, die behaupten, Katholiken zu sein und dann ihren eigenen Glauben in Dingen der Politik eindrucksvoll übergehen. Weit sind wir gekommen, seitdem John F. Kennedy seinen Glauben einfach im Kleiderschrank eingeschlossen hat. Heute haben wir katholische Senatoren, die stolz darauf sind, für eine Gesetzgebung einzutreten, die das Leben bedroht und zerstört – und die dann sogar zur Kommunion gehen.

Die liebenswürdigste Erklärung für eine solche Art Benehmens ist, dass viele dieser katholischen Kandidaten ihren eigenen Glauben nicht kennen. Und gerade deshalb hat der Heilige Stuhl letztes Jahr im Geist der Nächstenliebe seine Wegbegleitung und Unterstützung angeboten, in einem kleinen Dokument namens „Zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben“. Nichts ist neu in diesem römischen Dokument. Aber es eröffnet eine Sicht des öffentlichen Dienstes, der von gesundem Menschenverstand strotzt.

Erstens erinnert es uns mit den Worten Johannes Paul II. daran, dass sich „der Mensch nicht von Gott und die Politik nicht von der Moral trennen kann“. In anderen Worten, wenn unser persönlicher Glaube unser politisches Wählen und Handeln nicht gestaltet, dann ist es nur eine fromme Täuschung. Ist der private Glaube authentisch, dann wird er immer auch öffentliches Zeugnis sein, politisches Zeugnis inbegriffen.

Zweitens ist der Christ, während er „berechtigte Meinungsverschiedenheiten in Fragen der Ordnung irdischer Dinge“ anerkennen muss, außerdem „gerufen, sich von einer Auffassung des Pluralismus im Sinn eines moralischen Relativismus zu distanzieren, die für das demokratische Leben selbst schädlich ist.“ Die Berufung auf eine unechte Definition von Pluralismus und Toleranz können niemals Untätigkeit angesichts eines großen Übels entschuldigen – Angriffe auf die Heiligkeit des Lebens gehören dazu. Katholiken können wirklichen Pluralismus nur fördern, indem sie „in Übereinstimmung“ mit ihren religiösen Überzeugungen „leben und handeln“, sodass „durch die Politik eine soziale Ordnung entsteht, die gerechter ist und mehr der Würde des Menschen entspricht.“

Drittens ist der “Weg der Demokratie” nur „in dem Maß möglich, in dem er ein richtiges Verständnis über die Person zur Grundlage hat“. Katholische Gesetzgeber, die nicht energisch danach streben, die Menschenwürde und die Heiligkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen, dienen der Demokratie nicht. Sie verraten sie.

Viertens haben „jene, die direkt in den gesetzgebenden Versammlungen tätig sind, die ‚klare Verpflichtung’, sich jedem Gesetz zu widersetzen, das ein Angriff auf das menschliche Leben ist. Für sie, wie für jeden Katholiken, ist es nicht erlaubt, sich an einer Meinungskampagne für solche Gesetze zu beteiligen oder sie mit der eigenen Stimme zu unterstützen.“ Politik ist Ausübung von Macht. Macht bedeutet immer moralische Auswirkungen. Und Gott wird einen jeden von uns, vom Durchschnittswähler über die Senatoren bis zu den Präsidenten, dafür verantwortlich machen, wie gut wir unsere öffentliche Macht zum Dienst am Allgemeinwohl und an der menschlichen Person eingesetzt haben.

“Pro-choice“-Kandidaten, die behaupten, katholisch zu sein, bringen uns in diesem Wahljahr alle zum Scheideweg. Viele Katholiken und sogar Kirchenfürsten argumentieren damit, dass wir unser Interesse „nicht auf eine Angelegenheit beschränken“ sollten, „wie wichtig diese Angelegenheit auch immer sein mag.“ Das ist wahr, kann allerdings auch irreführend sein.

Katholiken haben die Pflicht, unermüdlich für die menschliche Würde in jeder Lebensphase zu arbeiten und dürfen dasselbe von ihren Gesetzgebern verlangen. Einige Angelegenheiten aber sind wichtiger, einige haben Vorrang. Abtreibung, Einwanderungsgesetz, internationale Handelspolitik, die Todesstrafe und Behausung von Armen sind alle lebenswichtige Angelegenheiten. Aber kein noch so oftmaliges Herumrechnen kann sie in ihrer Schwere gleichmachen.

Das Recht auf Leben kommt zuerst. Es geht allen anderen sozialen Anliegen oder Interessen voraus und ist in ihnen enthalten. Deshalb zählte es der Selige Johannes XXIII. als erstes der Menschenrechte auf, in seiner großen Enzyklika über den Weltfrieden ‚Pacem in Terris’.Und wie die US - Bischöfe im Pastoralschreiben ‚Living the Gospel of Life’ von 1998 sagten, ist das Recht auf Leben die Grundlage für jedes weitere Recht.Einmal schrieb der Humorist James Thurber, „du kannst zu viele Menschen zu lange zum Narren halten“ („you can fool too many of the people too much of the time“). Nehmen wir unseren Glauben Ernst, haben wir als Katholiken in diesem Wahljahr die Aufgabe, uns nicht zum Narren halten zu lassen.

Kandidaten, die sich als “Katholik” bezeichnen, aber öffentlich die katholische Lehre über die Heiligkeit des menschlichen Lebens ignorieren, geben ein unehrliches öffentliches Zeugnis. Vielleicht bemühen sie sich, katholisch auszusehen und katholisch zu klingen, aber wenn sie in ihrem öffentlichen Dienst und ihren politischen Entscheidungen nicht katholisch handeln, dann sind sie wirklich eine ganz andere Art Wesen. Und wirkliche Katholiken sollten dementsprechend wählen.

Erzbischof Charles Chaput, (c) „Denver Catholic Register“
Übersetzung aus dem Englischen (c) by www.kath.net



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