Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  8. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  9. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  10. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  11. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  14. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  15. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus

Christlicher Missionar aus Türkei ausgewiesen

16. Oktober 2021 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die bewegende Geschichte von David Byle sei kein Einzelfall, mahnt die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International, die David bei der Durchsetzung der Religionsfreiheit unterstützt.


Istanbul (kath.net/ADF International/mk)

„Während die Menschen uns häufig aufforderten, mehr zu erzählen, wollten uns manche in der Regierung zum Schweigen bringen.“ Dieser Satz kommt von David Byle, einem amerikanisch-kanadischen christlichen Missionar in der Türkei. David lebte dort fast zwei Jahrzehnte gemeinsam mit seiner deutschen Frau und ihren fünf Kindern. Begonnen hat er seine Missionstätigkeit in der türkischen Großstadt Istanbul als Straßenprediger. Mit Puppenspiel, Pantomime und einfachen Illustrationen auf einer Tafel brachte er den Menschen Jesus und sein Evangelium näher. Die Reaktionen der Passanten waren meist positiver Natur: „Sie saugten die Geschichten über Jesus förmlich auf. Denn auf Istanbuls Straßen hört man sie nicht oft“, erzählt der Missionar.

Doch mit der Zeit sah sich David auch Repressalien der türkischen Behörden ausgesetzt: mit einer Reihe kurzfristiger Festnahmen samt Verhören und sogar versuchten Abschiebungen versuchte man ihn einzuschüchtern. Doch auch die Schubhaft konnte den Willen des Missionars zur Verkündigung, die er als seine Berufung ansieht, nicht brechen. Es brauche vor allem zwei Dinge, um das Evangelium zu verkünden, nämlich Mut und Kreativität, meint David. Diese stellte er auch in der Arrestzelle unter Beweis: „An keinem anderen Ort erreicht man so leicht Menschen, die uneingeschränkt Zeit haben zuzuhören.“


Als er 2016 den Bescheid erhielt, wonach er die Türkei unverzüglich verlassen müsse, legte David Rechtsmittel ein und hoffte jahrelang auf das türkische Verfassungsgericht. Von der Polizei wurde er jedoch ausgetrickst: man inhaftierte ihn 2018 erneut und teilte ihm mit, er habe 15 Tage Zeit, das Land zu verlassen. „Die Sachlage wurde so dargestellt, als könnte ich einfach jederzeit wieder zurückkommen“, erinnert sich David. Doch bei der Wiedereinreise in die Türkei, um seine Frau und Kinder zu sehen, wurde er am Flughafen von Istanbul mit einem „dauerhaften Einreiseverbot“ konfrontiert und nicht durchgelassen - ein großer Schock. Die Behörden sahen in ihm eine „Bedrohung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“, und das Verfassungsgericht behandelte seinen Fall gar nicht mehr, weil David das Land freiwillig verlassen hatte.

Dr. Lidia Rieder, Juristin bei ADF International, sieht hier eine ungerechte Diskriminierung unter dem Deckmantel vager Einwanderungsgesetze. Die christliche Menschenrechtsorganisation hilft David dabei, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen die Türkei zu führen, um die Religionsfreiheit durchzusetzen. David ist kein Einzelfall: seit 2019 wurden mehr als 60 ausländische Staatsangehörige gezwungen, die Türkei unter ähnlichen Umständen zu verlassen. Es steht also für die Türkei und ganz Europa viel auf dem Spiel.

David lebt inzwischen mit seiner Familie in Deutschland und geht dort weiter seiner Missionsarbeit nach. Ihm fällt auf, dass die Menschen hier viel seltener auf der Straße stehen bleiben, um ihm zuzuhören. „Gläubige haben Angst, dass sie etwas Falsches sagen oder jemanden beleidigen. Religion sei Privatsache, höre ich hier oft. Meiner Meinung nach ist die größere Gefahr jedoch, dass wir keine Leidenschaft mehr zeigen, wenn wir über Jesus sprechen“, mahnt der Missionar.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Türkei

  1. Katholisch sein in Istanbul - Philip und Diana erzählen
  2. Erste fliegende Papst-Pressekonferenz: Lob für Vermittler Erdogan
  3. Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca wollte in Iznik mit Papst Leo reden
  4. Papst Leo XIV. in Ankara gelandet
  5. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren eröffnet
  6. "Lasst uns weiterhin auf Gott und Seine heilige Vorsehung vertrauen"
  7. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren vor Eröffnung

Mission

  1. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  2. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  3. „Die Vision des hl. Ansgar war größer als nationale oder regionale Horizonte“
  4. P. Wallner: Weltmission Schlüssel für Aufbruch der Kirche in Europa
  5. Holy Family Mission – ein missionarisches Projekt zur Erneuerung der Kirche in Irland
  6. Befreite Ordensfrau aus Mali: Mission muss weitergehen
  7. Papst: Jeder ist zur Mission aufgerufen






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  7. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  8. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  14. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  15. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz