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P. Wallner: Weltmission Schlüssel für Aufbruch der Kirche in Europa

29. Mai 2025 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Missio-Österreich-Direktor nach Begegnung mit Papst Leo XIV.: Kirche muss selbstbezogene Haltung überwinden - Päpstliche Missionswerke wollen "Brückenfunktion" einnehmen.


Wien/Rom (kath.net/ KAP) 
Für eine Erneuerung der Kirche in Europa ist laut Missio-Österreich-Nationaldirektor P. Karl Wallner ein grundlegender Perspektivwechsel nötig: weg von einer passiven "Versorgungskirche", hin zu einer Kirche, in der alle Gläubigen Verantwortung für Glaubensverkündigung übernehmen. Das sagte Wallner im Kathpress-Interview (Dienstag) am Ende der mehrtägigen Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke in Rom, bei der die Delegierten auch von Papst Leo XIV. empfangen wurden.
Leo XIV. habe die Missionsdirektoren aus aller Welt dazu aufgerufen, als "Brücke" zwischen Papst, Weltkirche und Ortsgemeinden zu wirken. Diese Aufgabe sei gerade in Europa zentral, wo das missionarische Selbstverständnis vielfach verloren gegangen sei, so Wallner. In Österreich setze Missio daher verstärkt auf kreative Formate, etwa über Soziale Medien, Printmagazine oder YouTube.


Die Kirche in Ländern des Globalen Südens zeige auf, wie lebendig Glauben gelebt werden könne. "Dort ist Kirche oft Kraftquelle und Hoffnungsträger, nicht Belastung", sagte Wallner. Die persönlichen Erfahrungen des Papstes aus seiner Zeit als Bischof in Peru unterstrichen diesen Blick auf eine Kirche, die nah bei den Menschen ist. "Man erlebt dort auch, dass Kirche als eine Quelle von Hoffnung, Gemeinschaft und gelebtem Glauben wahrgenommen wird - nicht eine Last".
Ermutigende Entwicklungen gebe es durchaus auch in Europa, wie etwa steigende Zahlen bei den Erwachsenentaufen in Frankreich, die laut Wallner oftmals durch glaubwürdige Zeugnisse und Influencer inspiriert sei. Auch in Österreich sei ein wachsendes Interesse unter Jugendlichen am Glauben zu spüren, sagte der Ordensmann. Wichtig seien neue Initiativen der Glaubensweitergabe, "und dass jeder von uns missionarisch wird" - wobei die Weltkirche inspirierend sei.

Die weltweite Mission sei auf Unterstützung angewiesen, betonte der Missio-Nationaldirektor. In vielen Ländern lebten Seelsorger allein von Spenden und Messstipendien. Umso wichtiger sei es, dass Gläubige in Europa solidarisch mit der jungen, wachsenden Kirche im Süden bleiben - finanziell wie auch im eigenen missionarischen Engagement. "Ich erlebe, dass auch das Helfen großen Segen bringt - dem, der hilft, noch mehr als dem Geholfenen", so Wallner.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: P. Karl Wallner OCist


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