Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  4. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  5. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  6. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  7. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  8. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  9. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  10. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  11. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  12. Leere der kirchlichen Lehre
  13. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  14. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  15. Maria, die Mutter des Friedens

Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren vor Eröffnung

15. Jänner 2023 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Syrisch-orthodoxe St.-Ephrem-Kirche in Istanbul soll in den kommenden Wochen fertiggestellt werden.


Istanbul (kath.net/ KAP)

In der Türkei steht der erste Neubau einer christlichen Kirche seit Gründung der Republik 1923 kurz vor der Eröffnung. Wie die Zeitung "Hürriyet" am Montag berichtete, soll die syrisch-orthodoxe St.-Ephrem-Kirche im Istanbuler Stadtteil Bakirköy in den kommenden zwei Monaten fertiggestellt werden. In den vergangenen Jahrzehnten hatte die christliche Minderheit in der Türkei ihre Kirchen zwar renovieren dürfen; ein Neubau war staatlicherseits aber lange Zeit nicht genehmigt worden.

Die Kirche soll künftig Platz für rund 700 Personen bieten. Neben dem eigentlichen Kirchenraum gibt es zwei Obergeschoße mit Versammlungsräumen, die etwa nach Messen, Taufen oder Hochzeiten genutzt werden können, und eine Tiefgarage mit Parkplätzen. Den Grundstein für den Neubau legte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan 2019 selbst. Es zähle zu den Aufgaben des Staates, dafür zu sorgen, dass die Christen genügend Kirchen für ihre Gottesdienste hätten, sagte Erdogan damals.


Die Angaben über die Zahl der syrisch-orthodoxen Christen in Istanbul schwanken zwischen 12.000 und 17.000. Die Syrisch-orthodoxe Kirche besitzt in Istanbul im Stadtteil Tarlabasi in Beyoglu eine im 19. Jahrhundert gebaute Kirche mit angeschlossenem Gemeindezentrum, wo auch Metropolit Mor Filuksinos Yusuf Cetin Cetin residiert. Diese Kirche ist aber längst zu klein.

2009 begann die Istanbuler Stadtverwaltung, auf Anordnung des damaligen Premierministers Erdogan, mit der Suche nach einem Grundstück für einen syrisch-orthodoxen Kirchenbau. 2015 verkündete Ministerpräsident Ahmet Davutoglu den Plan für den Neubau, der sich danach aber noch mehrere Jahre verzögerte.

Das Grundstück, auf dem die neue Kirche seit 2019 errichtet wurde, war der Katholischen Kirche im Jahr 1868 von einem Gemeindemitglied vermacht und teilweise als Friedhof genutzt worden. Auf dem Gelände befindet sich auch noch eine kleine katholische Friedhofskapelle. Im Jahr 1950 wurde das Areal vom türkischen Staat eingezogen und in städtischen Besitz überführt, der Friedhof wurde geschlossen.

Im vergangenen Oktober hatte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner zusammen mit dem Wiener griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) die Baustelle des neuen Gotteshauses in Istanbul besucht. Metropolit Cetin kündigte damals gegenüber der Delegation aus Österreich an, dass man sich nach der Fertigstellung der Kirche auch um die Renovierung des Friedhofs und der katholischen Kapelle annehmen werde. "Die neue Kirche ist eine Kirche nicht nur für die Syrisch-orthodoxen, sondern für alle Christen", sagte der Metropolit.

In jüngster Zeit wichen die syrisch-orthodoxen Gläubigen in Istanbul zur Feier ihrer Gottesdienste auch auf Kirchen anderer christlicher Gemeinschaften aus. Diese seien für die Rituale und Bedürfnisse der syrischen Gläubigen jedoch nicht wirklich geeignet, erklärte Sait Susin, Präsident der Istanbul Assyrian Ancient Foundation, laut "Hürriyet". Die Kirche sei architektonisch nach den historischen Vorbildern der Kirchen in der Provinz Mardin geplant worden, aber angepasst an heutige Bedingungen. Gegenüber der Zeitung "Daily Sabah" betonte Susin auch noch einmal, dass die neue Kirche nicht auf den Gräbern des früheren katholischen Friedhofs, sondern auf einem freien Raum auf dem Areal errichtet sei. Dies sei vor Baubeginn durch Bodenuntersuchungen abgesichert worden.

Zwar ist die türkische Verfassung seit der Staatsgründung durch Kemal Atatürk offiziell laizistisch. Religiöse Minderheiten außerhalb des sunnitischen Islam haben aber immer wieder unter Diskriminierungen zu leiden. Der türkische Staat erkennt offiziell nur die griechisch-orthodoxe Kirche, die Armenier und das Judentum als religiöse Minderheiten an, denen er - allerdings auch nur beschränkt - Rechte wie eigene Schulen einräumt. Die syrisch-orthodoxe Kirche wie auch die katholische und andere Kirchen werden aufgrund einer umstrittenen Auslegung des Friedensvertrags von Lausanne von 1923 nicht als Minderheiten anerkannt.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren

Türkei

  1. Katholisch sein in Istanbul - Philip und Diana erzählen
  2. Erste fliegende Papst-Pressekonferenz: Lob für Vermittler Erdogan
  3. Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca wollte in Iznik mit Papst Leo reden
  4. Papst Leo XIV. in Ankara gelandet
  5. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren eröffnet
  6. "Lasst uns weiterhin auf Gott und Seine heilige Vorsehung vertrauen"
  7. Christlicher Missionar aus Türkei ausgewiesen






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Kaiser Otto der Große wurde im Magdeburger Dom erneut beigesetzt
  4. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  5. Katholische Gebetsinitiative in den USA: ‚Millions of Monicas‘
  6. Zehn Jahre heilig: Feier für Mutter Teresa im Stephansdom
  7. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  8. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  9. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  10. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  11. Die Kirche mitten in der Welt
  12. Nicht mehr ernst zu nehmen
  13. Französischer Bischof Mica: Der Papst ist in der Rupnik-Frage „wirklich sehr entschlossen“
  14. Als Mutter Teresa im Wiener Stephansdom zu Gebet und Lebensschutz aufrief
  15. Kardinäle Müller und Burke empfehlen Mel Gibsons „Die Passion Christi“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz