Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  5. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  6. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  7. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  8. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  9. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  10. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  11. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  12. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  13. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  14. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  15. R.I.P. Dolly Parton

'Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.' (Joh 8,32)

1. März 2022 in Jugend, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Zimmermann


Salzburg (kath.net)

Ich habe heute eine Einladung bekommen. Meine erste Reaktion war: „Nein, da gehe ich sicher nicht hin.“ Und das wiederum hat mir gezeigt, wie oft ich mir selbst etwas vormache.

Meine Begründung wäre im ersten Moment nämlich schlichtes Desinteresse gewesen, aber wenn ich tiefer gehe und ehrlich zu mir bin, dann lautet der wahre Grund: Ich habe ihnen immer noch nicht vergeben.

Angeregt von einem Buch, habe ich Gott ein paar Tage vorher die Frage gestellt: „Was hindert dich, mir näher zu kommen?“ Dieser Frage liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Gegenwart Gottes immer präsent ist; das Gott ganz eins mit uns sein will und wir es sind, die diese Nähe aus verschiedensten Gründen nicht immer zulassen können. Martin Schleske schreibt in seinem Buch, er hätte für sich einen neuen Grundbegriff des Glaubens gefunden, nämlich: „Glauben heißt erlauben.“ Ich höre Wahrheit in diesen Worten und deshalb frage ich mich: „Wo sträubt sich etwas in mir? Wo erlaube ich nicht, dass Gott mir näher kommt und näher nachfragt? Wo will ich ihn gar nicht hören? Wo will ich gar nichts von ihm wissen, weil ich sonst handeln, etwas verändern oder umkehren müsste?


Gott spricht und antwortet auf vielfältige Weise und selten nur über eine Quelle. Meistens kommt die gleiche Botschaft von mehreren, voneinander völlig unabhängigen Seiten zu mir. Für mich immer auch ein Zeichen dafür, dass es der Heilige Geist ist, der spricht - der Geist der Einheit. So war es auch dieses Mal. Erst lese ich davon, wie Bitterkeit die Augen meines Herzens trübt und meine Beziehung zu Gott, zu mir selbst und zu den Menschen vergiftet. Dann höre ich eine Predigt über Feindesliebe und dass wir oft lange für die beten müssen, die uns verletzt haben, bevor wir ihnen vergeben können bzw. auch für uns selbst. Und schließlich sprechen auch die Erlebnisse des Alltags klar in mein Herz. Dabei hätte ich vor kurzem noch gesagt, dass mir gar niemand einfällt, mit dem ich nicht im Reinen bin. Ich habe keine „Feinde“. Ich habe manche Menschen lieber als andere, aber unversöhnt? Nein, so schlimm ist es nicht.

Jetzt weiß ich, doch genau so „schlimm“ ist es. Werden gewisse Namen erwähnt, folgt unweigerlich ein kleiner, aber tiefer Stich ins Herz. Ich gehe in Verteidigungsmodus oder bewerte und suche Fehler. Ich distanziere mich innerlich und werde sachlich und kühl. Gleichzeitig merke ich auch eine gewisse Feindschaft mit mir selbst. Ich werte mich ab, wenn ich von bestimmten Erlebnissen von früher erzähle, Wellen der Scham rollen über mich hinweg und ich verurteile mich.

Dieses Eingeständnis, dass nicht alles gut ist, obwohl ich das jedem sage und am öftesten mir selbst, ist höchst unangenehm. Es fällt mir richtig schwer, anzuerkennen, wie sehr ich Vergebung und Heilung in meinem Leben brauche. Aber ich will nicht mehr wegschauen. Ich erlaube Gott mein Herz zu reinigen. Er erlaube Gott, mir die Wahrheit zu zeigen. Ich erlaube Gott, mir nah zu sein.

„Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien..“ (Joh 8,32)


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 physicus 1. März 2022 
 

„Glauben heißt erlauben“

Ein guter Vorsatz für die beginnende österliche Bußzeit. Vielen Dank für die Worte!


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Wovor beugst du das Knie?
  2. Dein Glaube und die Herrlichkeit Gottes
  3. Wenn Gott dich ruft: Bist du da?
  4. Brennt dein Herz noch für Gott?
  5. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  6. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  7. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  8. Gnade in jedem Augenblick
  9. Die Sehnsucht Christi nach dir
  10. Gerufen, das Blut Christi zu lieben






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. YouTube-Philosoph Joe Schmid: „Ich spüre eine Art magnetische Anziehungskraft des Katholizismus“
  4. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  5. R.I.P. Dolly Parton
  6. 'Ich möchte meinem Vater im Himmel danken'
  7. Die US-Diözese Salt-Lake-City verzeichnet jedes Jahr hunderte neue Mitglieder
  8. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  9. Kiewer Großerzbischof Schewtschuk: "Wir bitten um Solidarität"
  10. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  13. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  14. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  15. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz