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Kirchenlehrerinnen und Mitpatroninnen Europas, die großen Heiligen für die Gegenwart

14. März 2022 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus: Licht und Hoffnung aus der herausragende Lehre dieser Heiligen – Teresa von Ávila, Katharina von Siena, Thérèse von Lisieux, Hildegard von Bingen, Brigitta von Schweden und Theresa Benedicta vom Kreuz (Edith Stein). Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Nachstehend veröffentlichen wir die Botschaft, die Papst Franziskus an die Teilnehmer der internationalen interuniversitären Konferenz „Frauen als Kirchenlehrerinnen und Patrone Europas im Dialog mit der Welt von heute“ gerichtet hat. Der Kongress fand in der ersten Märzwoche 2022 an der Päpstlichen Universität Urbaniana statt. Anlass war die Feier der Jahrestage der Erklärung von Teresa von Ávila, Katharina von Siena, Thérèse von Lisieux und Hildegard von Bingen zu Kirchenlehrerinnen.

„Die gegenwärtige Sensibilität der Welt verlangt, dass den Frauen die Würde und der Eigenwert zurückgegeben werden, mit denen der Schöpfer sie ausgestattet hat. Das Beispiel des Lebens dieser heiligen Frauen hebt bestimmte Elemente hervor, die jene Weiblichkeit kennzeichnen, die in der Kirche und in der Welt so notwendig ist: die Kraft, Schwierigkeiten zu bewältigen, die Fähigkeit, praktisch zu handeln, eine natürliche Veranlagung, sich für das Schönste und Menschlichste einzusetzen, entsprechend dem Plan Gottes, und eine weitsichtige Vision der Welt und der Geschichte – prophetisch –, die sie zu Hoffnungsspendern und Erbauern der Zukunft gemacht hat“.


Papst Franziskus, Botschaft an den Internationalen Interuniversitären Kongress über Kirchelehrerinnen und Mitpatroninnen Europas, 1. März 2022:

Ich grüße die Organisatoren und Teilnehmer des internationalen interuniversitären Kongresses, der zur Feier der Jahrestage der Erklärung von Teresa von Ávila, Katharina von Siena, Thérèse von Lisieux und Hildegard von Bingen zu Kirchenlehrern veranstaltet wird, ganz herzlich. Zu diesen Gestalten wollten Sie die europäischen Heiligen Brigitta von Schweden und Theresa Benedicta vom Kreuz gesellen, die zusammen mit Katharina von Siena von Johannes Paul II. zu Mitpatroninnen Europas ernannt wurden (vgl. Spes aedificandi, Nr. 3).

Die herausragende Lehre dieser Heiligen, für die sie zu Kirchenlehrern oder Schutzpatronen erklärt wurden, gewinnt in der heutigen Zeit aufgrund ihrer Beständigkeit, Tiefe und Zweckmäßigkeit eine neue Bedeutung und bietet unserer zersplitterten und unharmonischen Welt unter den gegenwärtigen Umständen Licht und Hoffnung. Obwohl sie verschiedenen Zeiten und Orten angehören und unterschiedliche Aufgaben wahrgenommen haben, ist ihnen allen das Zeugnis eines heiligen Lebens gemeinsam. Dem Geist gefügig, sind sie durch die Gnade der Taufe ihrem Glaubensweg gefolgt, nicht bewegt durch wechselnde Ideologien, sondern durch ein unerschütterliches Festhalten an der „Menschlichkeit Christi“, die ihr Handeln durchzieht. Auch sie fühlten sich manchmal unfähig und begrenzt, „schwache kleine Frauen“, wie Teresa von Ávila sagen würde, die vor einer Aufgabe standen, die sie überforderte. Woher nahmen sie die Kraft, es zu vollenden, wenn nicht aus der Liebe Gottes, die ihre Herzen erfüllte? Wie Thérèse von Lisieux konnten sie ihre Berufung, ihren „kleinen Weg“, ihr Lebensprojekt voll verwirklichen. Ein Weg, der für alle zugänglich ist, der Weg der gewöhnlichen Heiligkeit.

Die gegenwärtige Sensibilität der Welt verlangt, dass den Frauen die Würde und der Eigenwert zurückgegeben werden, mit denen der Schöpfer sie ausgestattet hat. Das Beispiel des Lebens dieser heiligen Frauen hebt bestimmte Elemente hervor, die jene Weiblichkeit kennzeichnen, die in der Kirche und in der Welt so notwendig ist: die Kraft, Schwierigkeiten zu bewältigen, die Fähigkeit, praktisch zu handeln, eine natürliche Veranlagung, sich für das Schönste und Menschlichste einzusetzen, entsprechend dem Plan Gottes, und eine weitsichtige Vision der Welt und der Geschichte – prophetisch –, die sie zu Hoffnungsspendern und Erbauern der Zukunft gemacht hat.

Ihre Hingabe an den Dienst an der Menschheit war begleitet von einer großen Liebe zur Kirche und zum „lieben Christus auf Erden“ („dolce Cristo in terra“), wie Katharina von Siena den Papst zu nennen pflegte. Sie fühlten sich mitverantwortlich für die Beseitigung der Sünden und des Elends ihrer Zeit und trugen in voller Harmonie und kirchlicher Gemeinschaft zur Mission der Evangelisierung bei.

Mögen die Früchte eures Treffens ein Ansporn sein, jene „weibliche Heiligkeit“ zu fördern, die die Kirche und die Welt fruchtbar macht. Mit diesen Wünschen vertraue ich euch der Fürsprache der Jungfrau Maria, der Mutter der Kirche, an und segne euch von Herzen, und vergesst bitte nicht, für mich zu beten.

Rom, St. Johannes im Lateran, 1. März 2022

Franziskus

 


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