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Pater Dominikus Kraschl OFM: „Extra Christum nulla salus?“

vor 2 Stunden in Kommentar, 1 Lesermeinung
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Frag den Theologen – „Das Bekenntnis zur universalen Heilsmittlerschaft Christi vermeidet sowohl Heilsexklusivismus als auch Heilspluralismus“


Heiligenkreuz (kath.net/Antonius) kath.net übernimmt den Beitrag „Extra Christum nulla salus?“ von Pater Prof. DDr. habil. Dominikus Kraschl OFM (Link) aus dem „Antonius“ in voller Länge und dankt der Zeitschrift der österreichischen Franziskaner für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung.

Lieber P. Dominikus: Muss man an Christus glauben, um gerettet zu werden? (Magdalena, 29)

P. Dominikus: Das Neue Testament bezeugt Christus als den universalen Mittler von Schöpfung und Erlösung. So gilt nicht nur: „Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen“ (Kol 1,16). Es gilt auch: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Sowie: „Nur einer ist Mittler zwischen Gott und den Menschen: Jesus Christus“ (1 Tim 2,5). Die Apostelgeschichte bezeugt: „In keinem anderen ist das Heil zu finden“ (Apg 4,12). Im Grundsatz gilt daher: Extra Christum nulla salus. An Christus vorbei gibt es kein Heil.

Und wenn jemand Christus, warum auch immer, nicht kennt? 

Nicht an Christus zu glauben, muss nicht schuldhaft sein. Die Kirche lehrt: „Diejenigen Menschen, die das Evangelium Christi und seine Kirche ohne eigene Schuld nicht kennen, aber Gott aus ehrlichem Herzen suchen und unter dem Einfluss der Gnade bemüht sind, seinen Willen zu tun, wie sie ihn durch das Gewissen erkennen, können das ewige Heil erlangen“ (II. Vatikanum, LG 16). 


Die fremden Gesichter Christi und seiner Gnade 

Nach dem Zeugnis der Schrift ist es möglich, in der rechten Beziehung zu Christus zu stehen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Im Gleichnis vom Weltgericht fragen die Geretteten erstaunt, wann sie Christus, dem Weltenrichter, Barmherzigkeit erwiesen hätten? Seine Antwort kennen wir: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). 

Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen, der in der Fülle der Zeit unser Bruder wurde. Die Schöpfung verweist auf ihn, trägt seit jeher seine Spuren. Er begegnet in allen Dingen, insbesondere im Antlitz des geschundenen Mitmenschen. Und nicht zu vergessen: An Christus kommt keiner vorbei. Er wird, wie wir im Credo bekennen, am Ende der Tage der Richter und Erlöser aller Menschen sein. Extra Christum nulla salus!

Christus als universeller Heilsmittler

Der Schöpfungsmittlerschaft Christi entspricht soteriologisch seine Heilsmittlerschaft. Das Bekenntnis zur universalen Heilsmittlerschaft Christi vermeidet sowohl die Skylla des Heilsexklusivismus als auch die Charybdis des Heilspluralismus: Knüpfte man das Heil nämlich exklusiv an das ausdrückliche Bekenntnis zu Christus, so wäre ein großer Teil der Menschheit vom Heil ausgeschlossen. Christi universale Heilsmittlerschaft darf nicht gegen Gottes universalen Heilswillen ausgespielt werden (1 Tim 2,4). Anderseits ist das Bekenntnis zur universalen Heilsmittlerschaft Christi auch nicht mit einem Heilspluralismus vereinbar, demzufolge die Religionen der Welt an Christus vorbeiführende Heilswege sind. Extra Christum nulla salus.

Nicht fern vom Reich Gottes

Das in Christus offenbar gewordene Heil ist mithin nicht exklusiv an das ausdrückliche Bekenntnis zu Christus geknüpft und das Wirken seiner Gnade überschreitet die sichtbaren Grenzen der Kirche. 

Diese lehrt selbst:
„Die göttliche Vorsehung versagt auch denen nicht die notwendigen Hilfen zum Heil, die ohne Schuld das Evangelium Christi und seine Kirche noch nicht erkannt haben […]“ (LG 16). „Was auch immer sich an Gutem und Wahrem bei ihnen findet, wird von der Kirche als Vorbereitung auf das Evangelium und als von dem erleuchtet angesehen, der jeden Menschen erleuchtet, damit er schließlich das Leben habe. In einer Weise, die Gott allein kennt, können diese Menschen mit dem Paschageheimnis Christi verbunden sein“ (LG 16). 

„Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht“ (Joh 3,21)

Die Offenbarung gibt nicht auf alle Fragen eine Antwort. Gleichwohl wird im Licht der Offenbarung Gottes in Christus klar, „dass jede wahre Liebe mit Gott zu tun hat“ (E. Jüngel). Das bedeutet: Wo ein Mensch selbstlose Liebe schenkt, ist er „nicht fern vom Reich Gottes“ (Mk 12,34).

Wes Geistes Kind ein Mensch ist, zeigen nicht zuletzt seine Werke. Sind seine Werke in Gott vollbracht, so weigert er sich, geschöpfliche Wirklichkeiten zu vergöttern. Er weigert sich, sein Herz an sie zu hängen und sein Heil von ihnen zu erwarten. Er flieht den Irrtum und sucht die Wahrheit. Sein Weg ist ein Weg zum Licht: „Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott vollbracht sind“ (Joh 3,21). Mit anderen Worten: Wer auf dem Weg zum Licht ist, ist nicht fern vom Licht. Er wandelt vielmehr bereits im Licht dessen, der das Licht ist und jeden Menschen, der in die Welt kommt, erleuchtet (Joh 1,9; 8,12). Extra Christum nulla salus!

Prof. DDr. habil. Dominikus Kraschl OFM lehrt Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz und am Internationalen Theologischen Institut Trumau. Weitere Beiträge von ihm auf kath.net: Siehe Link.


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Lesermeinungen

 Fink vor 1 Stunden 
 

Eine der schwierigsten Fragen überhaupt

"Die Offenbarung gibt nicht auf alle Fragen eine Antwort". So ist es. Wenn im Evangelium gefragt wird "Was muss ich tun um in den Himmel zu kommen", dann antwortet Jesus nicht so eindeutig, wie wir es gern hätten. Es bleibt eine gewisse Uneindeutigkeit/ Ambiguität. Gott will es so. Vieles ist klar. Den Rest sollten wir Gott überlassen.
Allerdings, da bin mir mir sicher: Wir Getauften, wir müssen in den Himmel kommen WOLLEN. Wer nicht ausdrücklich will, oder wem das gleichgültig ist, das kommt auch nicht hinein. Der endet bestenfalls im "Nichts".


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