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Interreligiöser Dialog ist ,indirekte Art der Evangelisierung’

12. März 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Über die Evangelisierung im Kontext des religiösen Pluralismus sprach Kardinal Ivan Dias an der Universität Gregoriana.


Rom (www.kath.net / Fidesdienst) „Unter dem Vorwand, den interreligiösen Dialog nicht behindern zu wollen, stellen manche Jesus, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, auf die gleiche Ebene mit den manchmal mythologischen Religionsgründern anderer Religionen.“ Das sagte Kardinal Ivan Dias beim 75jährigen Gründungsjubiläum der Fakultät für Missiologie der päpstlichen Universität Gregoriana.

Diese Einstellung widerspreche dem Auftrag Jesu, „das Evangelium zu predigen und Menschen in aller Welt zu seinen Jüngern zu machen“ Es sei unsere Aufgabe, „die Samen des Wortes reifen zu lassen, damit sie ihre Fülle in Christus finden“.

„Der Missionsauftrag der Kirche zu Beginn des dritten Jahrtausends“ lautet das Thema einer Feier, die anlässlich des 75jährigen Gründungsjubiläums der Fakultät für Missiologie, am Nachmittag des 8. März in der Päpstlichen Gregoriana-Universität stattfand.

Kardinal Dias sprach über die Evangelisierung im Kontext des religiösen Pluralismus. Die Evangelisierung stelle heute eine ganz besondere Herausforderung dar, „da wir in einer Zeit leben, in der Menschen verschiedener Religionen sich mehr als in jeder anderen Epoche der Menschheitsgesichte treffen und miteinander zu tun haben“.

Christen sollten angesichts des großen Spektrums religiöser Traditionen in der Welt versuchen, „darin das Wirken des Heiligen Geistes zu erkennen, das heißt, die Samen der Wahrheit, wie das Zweite Vatikanische Konzil es nannte, und sie ohne Überheblichkeit zur Kenntnis der Wahrheit in Christus zu führen“.

Die Christen könnten in den nichtchristlichen Religionen auch Werte des eigenen Glaubens wieder finden, die sie vielleicht vergessen oder vernachlässigt haben, wie das strenge Fasten, das häufige Gebet, die Askese. Hauptakteur der Evangelisierung sei der Heilige Geist, betonte er.

Der Interreligiöse Dialog sei „eine indirekte Art der Evangelisierung, bei dem die Christen die eigene Identität präsentieren und sich aufmerksam mit den religiösen Überzeugungen ihrer nichtchristlichen Gesprächspartner auseinandersetzen. Es geht darum den eigenen Glauben darzustellen, ohne ihn den anderen aufzwingen zu wollen.“

Unter den verschiedenen Formen des Interreligiösen Dialogs nannte Kardinal Dias auch den Dialog im alltäglichen Leben „bei dem die Menschen sich darum bemühen in einem Geist der Offenheit und der Herzlichkeit gegenüber den Mitmenschen zu leben“.

Er sprach auch vom Dialog der Werke, bei denen Christen und Gläubige anderer Religionen zusammenarbeiten, weiters vom Dialog der theologischen Auseinandersetzungen, dem Dialog des theologischen Austausches und dem Dialog der religiösen Erfahrung, „bei dem Menschen, die in den eigenen religiösen Traditionen verwurzelt sind, den spirituellen Reichtum teilen, wie zum Beispiel das Gebet und die Kontemplation.“



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