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Anglikanische Eintrittswelle in die Kirche von Petrus und Paulus?

2. Juli 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Anglikaner vor Massenaustritt: 1300 anglikanische Geistliche wollen bei Zulassung von Frauen zum Bischofsamt in die römisch-katholische Kirche wechseln


London (kath.net/idea)
Die anglikanische Kirche mit weltweit 70 Millionen Mitgliedern kommt nicht zur Ruhe. Nachdem rund 300 Bischöfe aus der Dritten Welt erklärt hatten, die am 16. Juli beginnende Weltbischofskonferenz, die so genannte Lambeth-Konferenz, wegen unüberbrückbarer Gegensätze beim Umgang mit Homosexualität möglicherweise zu boykottieren, haben jetzt englische Geistliche einen massenhaften Kirchenaustritt angedroht. Mehr als 1.300 konservative Pfarrer der Kirche von England, darunter elf Bischöfe, warnten die ab 4. Juli in York tagende Generalsynode von 25 Millionen englischen Anglikanern, die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt zu beschließen. In diesem Fall würden sie die Kirche verlassen und sich voraussichtlich der römisch-katholischen Kirche anschließen, heißt es in einem von der Londoner Tageszeitung „The Times“ veröffentlichten Brief an den Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams (London). Zusätzliche Verärgerung hat die Weigerung des Synodalvorstands ausgelöst, über einen Kompromissvorschlag abstimmen zu lassen. Dieser sieht eine eigene Diözese als Schutzzone für Geistliche vor, die gegen Pfarrerinnen und Bischöfinnen sind. Die Kirche von England hat 1992 die Frauenordination beschlossen. Daraufhin verließen 470 Pfarrer die Kirche; viele wechselten zur römisch-katholischen Kirche. Seither wurden mehr als 3.100 Frauen zu Pfarrerinnen geweiht. Ein Antrag, dass Frauen auch Bischöfinnen werden können, bekam in zurückliegenden Generalsynoden nicht die nötige Mehrheit.


Ein anti-evangelikales Machtwort von Erzbischof Williams

Mit ihrem Protest unterstützen die Gegner von Bischöfinnen die Globale Anglikanische Zukunftskonferenz (GAFCON), bei der sich Ende Juni in Jerusalem mehr als 1.000 evangelikale Kirchenführer aus der Dritten Welt, darunter rund 300 Bischöfe, gegen eine kirchliche Anerkennung von praktizierter Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gewandt hatten. Sie wurden daraufhin von Erzbischof Williams, der auch das geistliche Oberhaupt der Weltkirche ist, heftig kritisiert. Williams warf den Theologen vor, die Kirche zu spalten. Dabei seien auch sie nicht sündlos. Mit diesem „Machtwort“ habe er seine Autorität unter Beweis stellen wollen, berichteten Medien.


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