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Gegen das dauernde kollektive Jammern

20. Mai 2009 in Deutschland, keine Lesermeinung
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"Muss die Kirche auf die Couch?" fragte Bestsellerautor und Psychotherapeut Manfred Lütz bei der Stadtmission Regensburg.


Regensburg (kath.net/pdr) Humorvoll lenkte Manfred Lütz am Dienstagabend in Regensburg die Aufmerksamkeit auf die „positiven Ressourcen der Kirche“. „Muss die Kirche auf die Couch?“ lautete der Vortrag, den der Kölner Bestsellerautor und Psychotherapeut im Rahmen der Stadtmission Regensburg vor rund 700 Personen im Antoniussaal gehalten hat. Anwesend war auch Bischof Gerhard Ludwig Müller, der den Leiter einer großen psychiatrischen Klinik in Köln und Mitglied im Päpstlichen Laienrat zu Beginn herzlich begrüßte.

Lütz unterzog die katholische Kirche scharfsinnig und in Anlehnung an sein Buch „Der blockierte Riese“ einer Analyse und wendete – soweit dies überhaupt möglich ist – Methoden der vor allem ressourcenorientierten psychoanalytischen Schule um Paul Watzlawick auf die Kirche an.


So stellte er dar, dass das Jammern der „Konservativen“ über die „Progressiven“ wie auch der „Progressiven“ über die „Konservativen“ zwar die Geselligkeit und den Zusammenhalt stärke und auch üblich sei, jedoch nicht weiterhelfe. Außerdem zeigte der Autor, dessen rheinisch geprägter Frohsinn an zahlreichen Stellen des in vielerlei Hinsicht fulminanten Vortrags aufblitzte, eindrucksvoll die Problematik von Utopien auf. Sie würden – auch in manchen kirchlichen Kreisen – vor allem deshalb angestrebt, weil von vornherein klar ist, dass sie nicht erfüllt werden können. Damit verbunden sei der Hang mancher, sich in einem konservativen Sinne nicht verändern zu müssen.

Dies demonstrierte Dr. Lütz einfallsreich anhand der Themenkreise Zölibat, Frauenpriestertum, kirchliche Sexualmoral und Unfehlbarkeit des Papstes. Er versicherte, dass ihn die damit verbundenen Fragen auf dem Sterbebett nicht interessieren würden, vielmehr Luthers Frage, „wie kriege ich einen gnädigen Gott“. Nachdem während des Vortrags immer wieder starker Applaus aufgebrandet war, spendeten die Zuhörer zum Abschluss lang anhaltenden Beifall.

Ganz zum Schluss wurde zusammen mit Bischof Gerhard Ludwig das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ gesungen – dessen sehr positive textliche Aussagen Lütz kurz zuvor in seinem Vortrag erwähnt hatte.

www.stadtmission-regensburg.de

Foto: (c) Bistum Regensburg


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