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Zur Einheit mit den anglikanischen Christen

21. Oktober 2009 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Katholisch gesinnte Anglikaner begrüßen den Vorstoß des Papstes.


Rom (kath.net/Zenit) Erste Reaktionen aus der anglikanischen Welt zeigen sich dankbar für die Initiative des Papstes zur Wiederherstellung der vollen Einheit der katholischen und anglikanischen Kirche. Die anglikanische Vereinigung „Forward in Faith“ nennt sich „anglo-katholisch“ und schließt in der ganzen Welt die traditionellen Anglikaner zusammen, die den jüngsten Entwicklungen in der anglikanischen Kirche nicht zustimmen können. Allein im Vereinigten Königreich gehören dieser Vereinigung über 1600 Pfarreien an.

Bisher waren Übertritte zur katholischen Kirche in der Regel nur einzeln, nicht aber für Gruppen oder Gemeinden möglich. Die erwartete Apostolische Konstitution wendet sich nun an alle anglikanischen Gläubigen und Kleriker, die als Gruppe Teil der katholischen Kirche in sichtbarer Einheit sein wollen. Für sie wird eine Personalprälatur (ähnlich einer Militärdiözese) eingerichtet werden, kath.net hat berichtet.


Der Vorsitzende von „Forward in Faith“, der Bischof von Fulham, John Broadhurst, erklärte in einem Kommunique, dass es der oftmals zum Ausdruck gebrachte und glühende Wunsch der Anglo-Katholiken gewesen sei, in die volle Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri zu treten und dabei ihre eigene Identität in jedem Aspekt ihres anglikanischen Erbes bewahren zu können, der nicht in Widerspruch mit der Lehre der katholischen Kirche steht. Die neue Struktur innerhalb der Kirche, die der Papst einrichten wird, entspreche diesem Wunsch. Die Anglo-Katholiken begrüßten diese Initiative mit Begeisterung.

Auch für die „Traditional Anglican Community“ (TAC) dürfte die Konstitution von Bedeutung sein. Bereits vor ungefähr eineinhalb Jahren war ein Schreiben des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal William J. Levada, an den Erzbischof der TAC John Hepworth bekannt geworden. Die TAC wird von der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft nicht anerkannt. Sie entstand 1991 in den USA als Abspaltung traditionsorientierter Anglikaner und hat heute in zwölf Ländern 400.000 Mitglieder. Die TAC gilt als Triebfeder der neuen Regelung.

In dem Schreiben an Hepworth hatte Levada erklärt, der Vatikan prüfe Einigungswege für traditionsorientierte Anglikaner. Die Kongregation für die Glaubenslehre lege ihr Augenmerk auf eine „corporate unity“ mit der „Traditional Anglican Communion“. Anlass für die Abwendung vieler Anglikaner von ihren Kirchenleitungen war die Einführung weiblicher Bischöfe in mehreren Ländern sowie die Weihe des „bekennenden“ Homosexuellen Gene Robinson zum Bischof der anglikanischen US-Diözese New Hampshire. Beides war bei traditionsorientierten Anglikanern auf heftigen Widerstand gestoßen. Seither wurden Wege für eine neue Eingliederung in die katholischen Kirche gesucht.

Hepworth hatte zusammen mit anderen Vertretern der TAC im Oktober 2007 die Kongregation für die Glaubenslehre aufgesucht. Kardinal Levada bestätigte in seinem Schreiben vom Vorjahr, dass seine Kongregation die damals vorgebrachten Vorschläge untersuche. Die Situation der anglikanischen Gemeinschaft sei in den vergangenen Monaten komplexer denn je geworden, so Levada damals in dem vom Empfänger veröffentlichten Brief.


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