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Die ‚far-away-eyes‘ Marias

17. September 2010 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Vom Gebet für die Umkehr der Anglikaner und anderer Gemeinschaften unter einen Hirten. Von Paul Badde/Die Welt.


Rom (kath.net/DieWelt)
In der Kirche Santa Maria in Portico habe ich am Samstag für „die ganze Kirche Christi und besonders die Anglikanischen Gemeinschaften“ gebetet, und das ist ja wohl in Ordnung so. Um ein Haar wäre mir dabei aber auch noch eine Bitte für die „Rückkehr“ des perfiden Albion „in den Hafen der Wahrheit“ rausgerutscht.

Aua! Es ging gerade noch gut. Nichts passiert - obwohl die Gottesmutter wohl Verständnis für mich gehabt hätte. Hier hat sie schon ganz andere Bitten vernommen, wo sie in einem „wunderbaren Bild“ präsent ist, das in Campitelli, im Herzen Roms - gleich hinter dem Ghetto – im Juli 524 auf wunderbare Weise aufgetaucht sein soll.

Manche Kunsthistoriker datieren die Emailarbeit zwar ins 11. Jahrhundert. Doch solch ein Widerspruch heißt in Rom nicht viel. Jedenfalls war das Bild viele Jahrhunderte lang ein beliebter Magnet der Römer, bei ihren verschiedenen Nöten – von denen die immer wiederkehrende Pest nicht die geringste war. Nach der Seuche von 1656 ließen daher der Senat und Papst Alexander VII. den heutigen Bau aus Dankbarkeit für das Gnadenbild errichten, in einem verschwenderischen Spiel von Licht und Schatten, in dem das Bildnis selbst über dem Hochaltar seitdem fast verschwindet in einem barocken Goldwolkengewitter.


Nur über eine enge verschwiegene Wendeltreppe kann seitdem noch von Nahem betrachtet werden, was schon so viele Heilige Roms entzückt hat: die „far-away eyes“ Marias mit dem munteren Kerlchen auf ihrem Schoß, der die Bibel auf dem Schoß hat. Alles ist rätselhaft. Ohne Zweifel aber wurde unter dieser Ikone im Jahr 1747 erstmals eine Messe „für die Rückkehr Englands“ gelesen (etwa nach der Vorstellung , nach der in unserer Zeit auch die Wiedervereinigung Deutschlands glücklich exekutiert wurde: durch Beitritt eben, damit „die Insel der Heiligen zum einzigen Hafen der Wahrheit und des Glaubens zurückkehre“).

Auf diese Idee war natürlich kein Römer, sondern ein Schotte gekommen, Henry Stuart, der „Duke of York“ und damaliger Kardinalspriester dieser Kirche. Seitdem brach das Gebet in diesem Anliegen nie ab. Im Jahr 1898 ließ Papst Leo XIII. hier erstmals drei Tage lang darum beten, dass überhaupt die ganze Christenheit wieder zu „einer Herde unter einem Hirten“ werde. Es war der Beginn der ökumenischen Bewegung. Die Anglikaner im Besonderen aber wurden darüber nicht vergessen. Samstag für Samstag wird hier weiter für sie gebetet. Inzwischen ist das Flehen für sie schon 13.676 Mal zum Himmel gedrungen.

Aus der ursprünglichen Bitte ist darüber längst ein mildes Gebet um die Umkehr aller Christen geworden. Doch was heißt das, wo die Queen nun den Papst einlädt und Teile der Anglikaner um Übernahme in die römische Kirche bitten? Dass Beten hilft? Natürlich hilft es. Dass steter Tropfen den Stein höhlt? Sowieso. - Doch am Samstag meine ich auch gesehen zu haben, wie die Madonna ihrem Sohn plötzlich ein Auge gekniffen hat.


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Lesermeinungen

 rosenberg 17. September 2010 

Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns.

Auf dass zusammenwächst was zusammengehört. Auch die Deutschen waren nie gefeit vor der Torheit einer Nationalkirche und sind es bis heute nicht, sieht man auf dass Treiben von WiSiKi und Konsorten. Das \"Gott strafe England\" der Wilhelminischen Epoche ist lange verhallt, und ebenso zum Windhauch der vergangen ist, soll dass ganze \"Los von Rom\" Gerede unserer Tage werden.
PS: Der schöne Badde-Artikel lechzt geradezu nach einer bildlichen Ergänzung im Vatikanmagazin. ; )


1
 
  17. September 2010 
 

perfides Albion

Das \"perfide Albion\" kann nicht zurückkehren. Nur Albion selbst kann fidelis zurückkehren.


1
 
  17. September 2010 
 

Far Away Eyes

.… Thank you Jesus, thank you lord

www.youtube.com/watch?v=RVEdYYMlOJ4


0
 

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