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Fellay sieht Veränderungen in römischer Haltung zu Piusbrüdern

9. Oktober 2010 in Weltkirche, 41 Lesermeinungen
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Generaloberer weist auf Existenz eines lefebvrianerfreundlichen und eines feindlichen Lagers im Vatikan hin


Paris (kath.net/KAP) Der Generalobere der lefebvrianischen "Priesterbruderschaft St. Pius X.", Bischof Bernard Fellay, sieht "eine gewisse Veränderung" in der Grundhaltung Roms.

Es gebe im Vatikan ein gegenüber seiner Gemeinschaft wohlgesinntes und ein feindliches Lager, sagte Fellay in einem vom französischen Distrikt der Bruderschaft im Internet veröffentlichten Interview.

Jene, die in Treue zu Papst Benedikt XVI. stünden, betrachteten die "Piusbruderschaft" mit Respekt. Sie erwarteten von ihr viel für die Kirche. Bis daraus konkrete Folgen entstünden, werde es aber seine Zeit brauchen, so Fellay.


Von den laufenden Gesprächen zwischen Rom und der Bruderschaft erwartet sich der Generalobere "weder einen abrupten Bruch noch eine plötzliche Lösung". Es gebe aber das Bemühen, auf theologischer Ebene in ein Gespräch einzutreten. Selbst wenn dies lange Zeit dauern könne, könnten dessen Früchte vielversprechend sein, sagte Fellay.

Nach Meinung des Generaloberen zeichnet sich in Rom der Wille ab, die gegenwärtige Situation zu korrigieren. Es gebe bei der Bewertung der gegenwärtigen Lage der Kirche zwischen Rom und der "Piusbruderschaft" viele Berührungspunkte. Allerdings sei der Vatikan nicht bereit, dafür das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) in Frage zu stellen.

Fellay bezeichnete die vergangenen 40 Jahre als eine "Zeit der Dekadenz" der katholischen Kirche, in der sie an Einfluss auf die Zeitgenossen und die Nationen verloren habe. In diesem Zusammenhang erscheine die "Piusbruderschaft" als "Lichtstrahl in der Dunkelheit, als Oase in der Wüste, als kleines Floß in der Seenot".

Der Generalobere äußerte sich aus Anlass der kirchlichen Anerkennung seiner Priesterbruderschaft am 1. November 1970. Nach unerlaubten Priesterweihen wurde dessen Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-91, siehe Foto), 1976 von seinen bischöflichen Funktionen suspendiert. Als er 1988 ohne päpstliche Zustimmung vier Priester seiner Bruderschaft zu Bischöfen weihte, darunter Fellay, zogen sich alle fünf die "Tatstrafe der Exkommunikation" zu. Diese wurde im Jänner 2008 von Benedikt XVI. wieder aufgehoben.

Copyright 2010 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.


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