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Nicht alle Wege führen nach Rom

13. Dezember 2011 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Weihbischof Marian Eleganti aus der Schweiz sprach in Heiligenkreuz über die Mission - Glaubensgemeinschaften auf dem „internationalen Markt der Religionen“ - Ein kath.net-Bericht von Marcel Urban


Heiligenkreuz (kath.net) Am 12. Dezember 2011 besuchte Marian Eleganti, Weihbischof in Chur und Regens des Priesterseminars St. Luzi, das Leopoldinum und die Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz. Aufgrund der Bischofssynode 2012 in Rom hielt er in der Hochschule einen Vortrag zum Thema "Mission heute?", an dem zahlreiche Studenten, aber auch Professoren und Abt Maximilian Heim OCist teilnahmen.

Weihbischof Eleganti sprach von dem heutigen „internationalen Markt der Religionen“, auf dem jede Glaubensgemeinschaft beansprucht, dass ihre Lehre der Weg zum absoluten Geheimnis sei. Doch auch wenn die verschiedenen Konfessionen von Gott sprechen, ist das Gottesbild keineswegs dasselbe. Diese verschiedenen Wege führen nicht in die gleiche Richtung – nicht alle Wege führen nach Rom.


Wenn jeder die Wahrheit für sich beansprucht, wird diese rein subjektiv verstanden.
Er fragte, ob wir Christen uns überhaupt unseres Wahrheitsanspruches bewusst sind. Nur eine Wahrheit, für die es sich zu sterben lohnt, ist eine „wahre“ Wahrheit. Als Beispiel weist Weihbischof Eleganti auf die christlichen Märtyrer und auch Sokrates hin, die ihr Leben für die Wahrheit geopfert haben.

Missio ist eine Empfehlung der eigenen Überzeugung, so wie man einen guten Arzt weiterempfiehlt. Es ist eine Form der Liebe, wenn man dafür wirbt. Man muss andere Religionen respektieren, ohne aus falsch verstandener Toleranz von seinem eigenen Glauben zu schweigen. Das Wahrheitsverständnis ist in unserer postmodernen Zeit mehr als zuvor zu einem Relativismus geworden, der mit den Worten beschrieben werden kann, welche schon Pontius Pilatus an Jesus richtete: „Was ist Wahrheit?“

Wenn es keine Wahrheit gibt, gibt es nur Interessen – und Interessen werden mit Macht durchgesetzt. Eine Einheit der Religionen erfolgt nicht durch eine Einebnung ihrer Gegensätze.
Weihbischof Eleganti schloss mit den Worten ab, dass wir uns alle bewusst werden mögen, dass wir „das Licht der Welt“ sind und jeder Christ zu seinem Glauben bzw. zu der einen Wahrheit stehen und fest überzeugt sein soll.

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Foto: Weihbischof Marian Eleganti und Prof. Pater Karl Wallner OCist, © Heinz-Gerd Stricker


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