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FSSPX: 'Possumus?' Nein: Romam eundum est!

14. Mai 2012 in Aktuelles, 26 Lesermeinungen
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Bischof Fellay: ‚Wenn wir gerufen werden, dem Heiligen Vater bei der Verteidigung des Glaubens zu helfen, so soll dies so sein’. Die Aussöhnung: Der Heilige Vater will, dass es jetzt geschieht. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) In einem Interview mit dem „Catholic News Service“ der amerikanischen Bischofskonferenz vom 11. Mai 2012 fasste der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), Bischof Bernard Fellay, den gegenwärtigen Stand der Beziehungen mit Rom zusammen. Gleichzeitig äußerte er sich über das Innenleben der Bruderschaft, die seitens der drei anderen Bischöfe und der mit ihnen verbundenen Priester und Gläubigen große Widerstände gegen eine Einigung mit Rom zu verzeichnen hat.

Am 9. Mai war im Internet ein privates Schreiben der drei anderen Bischöfe der Priesterbruderschaft veröffentlicht worden. In ihm warnen sie unter anderem vor einer möglichen „Falle“ Roms und drängen Fellay, das angebliche Versöhnungsangebot Roms auszuschlagen. In seinem ebenso privaten Antwortschreiben forderte Fellay seinerseits die anderen Bischöfe auf, das Angebot des Papstes nicht „aus Mangel an Realismus“ auszuschlagen. Der Generalobere warnte sie davor, nicht den Weg eines echten Schismas einzuschlagen: „Wenn man euch liest“, so Fellay, „so fragt man sich ernsthaft, ob ihr noch glaubt, dass die sichtbare Kirche, deren Sitz in Rom ist, die Kirche Unseres Herrn Jesus Christus ist, eine Kirche, die gewiss auf schreckliche Weise ‚a planta pedis usque ad verticem capitis’ entstellt ist, doch eine Kirche, die – wie dem auch sei – noch Unseren Herr Jesus Christus als Haupt hat... Ist Papst Benedikt XVI. für euch noch der legitime Papst?“.


In einer offiziellen Erklärung aus dem Generalhaus der Priesterbruderschaft vom 11. Mai hieß es dann: „Ein privater Briefwechsel zwischen dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und den drei Bischöfen wurde am 9. Mai im Internet veröffentlicht. Dieses Vorgehen ist verurteilenswert. Derjenige, der die Vertraulichkeit dieser internen Post gebrochen hat, hat eine schwere Sünde begangen“. Die Veröffentlichung dieser Dokumente werde die Unruhestifter der Spaltung weiter bestärken: „Die Priesterbruderschaft St. Pius X. lädt alle Priester und Gläubigen ein, darauf mit verdoppeltem Gebet zu antworten, damit allein Gottes Wille geschehe, für das Wohl der Kirche und das Heil der Seelen“.

Es gebe einige Divergenzen innerhalb der FSSPX, so Fellay gegenüber „Catholic News Service“. Dabei könne er auch eine Spaltung nicht ausschließen. Gegen die ablehnende Einstellung der anderen Bischöfe verteidigte Fellay seine positive Haltung zugunsten einer Einigung mit dem Heiligen Stuhl sowie des Angebots des Vatikans: „Ich denke, dass die Initiative des Heiligen Vaters – denn sie geht wirklich von ihm aus – echt ist. Es scheint keine Fallen zu geben. Daher müssen wir sie aufmerksam untersuchen und, wenn möglich, vorwärts gehen“.

Gleichzeitig merkte Fellay an, dass die beiden Seiten noch zu keiner Übereinkunft gelangt seien und nicht weiter erklärte „Garantien“ seitens des Vatikans noch ausstünden. Diese Garantien beträfen unter anderem die Liturgie und die Lehren der Bruderschaft in anderen Bereichen. „Die Sache ist noch nicht erledigt“, so der Generalobere: „Wir brauchen noch ein paar vernünftige Klärungen, dass die Struktur und die gesetzten Bedingungen praktikabel sind. Es ist nicht unsere Absicht, diesbezüglich einen Selbstmord zu begehen, das ist ganz klar“.

Bischof Fellay betonte die Tatsache, dass der Impuls für eine Lösung direkt von Papst Benedikt XVI. komme: „Ich persönlich hätte noch eine gewisse Zeit warten wollen, um die Dinge klarer zu sehen, doch erneut sieht es wirklich so aus, dass der Heilige Vater will, dass es jetzt geschieht“. Fellay sprach seine Wertschätzung für das aus, was er die Anstrengungen des Papstes für die Korrektur von progressistischen Abweichungen von der katholischen Lehre und von der Tradition seit dem II. Vatikanischen Konzil nannte. Auf sehr delikate Weise versuche Benedikt XVI., Dinge nicht zu brechen, sondern einige wichtige Korrekturen vorwärts zu bringen.

Auch wenn es noch nicht dazu gekommen sei, die Interpretation Benedikts XVI. hinsichtlich des II. Vatikanischen Konzils zu befürworten, das dieser in Kontinuität mit der Tradition der Kirche sehe – „eine Position, der viele in der FSSPX laut widersprechen“ –, äußerte sich der Generalobere zu diesem Konzept „sympathisierend“. Er hoffe, dass es in der Tat so sei, dass das II. Vatikanische Konzil zur katholischen Tradition gehöre.

Der Papst sage, dass „das Konzil innerhalb der großen Tradition der Kirche betrachtet werden müsse, dass es ihr gemäß verstanden werden müsse. Dies sind Erklärungen, hinsichtlich derer wir vollkommen, absolut einverstanden sind. Das Problem könnte in der Anwendung bestehen, das heißt: Ist das, was geschieht, wirklich in Kohärenz oder in Harmonie mit der Tradition?“

„Wir wollen nicht aggressiv sein“, so Fellay, „wir wollen keine Provokateure sein“. Die FSSPX habe als „Zeichen des Widerspruchs“ während einer Zeit wachsenden progressistischen Einflusses in der Kirche gedient. Gleichzeitig stellte er die Möglichkeit in Aussicht, dass die Priesterbruderschaft eine derartige Rolle auch nach der Aussöhnung mit Rom spielen werde.

„Einige heißen uns jetzt willkommen, andere werden es später tun“, so der Bischof: „Wenn wir einige Divergenzen innerhalb der Bruderschaft feststellen, so trifft dies gewiss auch für die katholische Kirche zu“.

„Aber wir sind nicht die einzigen, die für die Verteidigung des Glaubens arbeiten“, so Fellay abschließend: „Es ist der Papst selbst, der dies tut. Das ist seine Arbeit. Und wenn wir gerufen werden, dem Heiligen Vater zu helfen, so soll dies so sein“.



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