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Papst stellt sich das Paradies in Bildern seiner Kindheit vor

4. Juni 2012 in Familie, 2 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. beim Weltfamilientag: „Wenn ich überlege, wie es wohl im Paradies ist, dann denke ich oft an die Zeit meiner Kindheit und Jugend zurück, an dieses Vertrauen, diese Liebe, diese Freude – wir waren wirklich glücklich“. Von Petra Lorleberg


Mailand (kath.net/pl) „Und wenn ich ehrlich sein soll: wenn ich überlege, wie es wohl im Paradies ist, dann denke ich oft an die Zeit meiner Kindheit und Jugend zurück, an dieses Vertrauen, diese Liebe, diese Freude – wir waren wirklich glücklich. Und ich denke, im Paradies müsste dies so ähnlich sein wie in meiner Jugend, und in diesem Sinne hoffe ich, dass ich nach Hause komme, wenn ich in diese andere Welt jenseits gehe.“ Dies sagte Papst Benedikt XVI. beim Weltfamilientag in Mailand vor weit über dreihunderttausend Menschen. In der Veranstaltung am Samstagabend auf dem Mailänder Flugplatz Bresso begegnete der Heilige Vater Familien aus allen Erdteilen und ging in freier Rede auf ihre Fragen ein. Gerade auch in den sehr schweren Zeiten seiner Jugend sei seine Familie „eine Seele gewesen“, erzählte Benedikt weiter.

Als praktischen Impuls gab der Papst den Familien mit, „jeden Tag einige Elemente der Freude und der Aufmerksamkeit in die Familie zu tragen, auch auf eigenen Willen zu verzichten, damit man gemeinsam Familie sein kann und damit man eben auch die dunklen Momente gemeinsam überwinden kann“. Familie sei „ein großes und wichtiges Gut“, betonte Benedikt bei dem fröhlichen Treffen katholischer Familien, das einen lebensbejahenden Glauben feierte.


Angesprochen auf wiederverheiratete Geschiedene sagte Benedikt XVI.: „Tatsächlich ist dieses Problem der wiederverheirateten Geschiedenen oder überhaupt der Geschiedenen eines der großen Probleme dieser Zeit, die viel Leid hervorrufen. Und wir müssen die Pfarreien dazu auffordern, diesen Menschen zu helfen.“ Auch wenn wiederverheiratete Geschiedene „nicht die Beichte, die Absolution und die Eucharistie empfangen können“, so sollten sie doch wissen und spüren, „dass sie voll in der Kirche leben“. Der Kontakt mit einem Priester und Seelenführer sei wichtig, außerdem könnten diese Menschen zwar nicht tatsächlich, aber geistlich-spirituell an der Kommunion teilnehmen. Das Leid der wiederverheirateten Geschiedenen sei „ein Geschenk für die Kirche“, das allen diene, da es die Stabilität der Ehe verteidige.

Zwei Verlobte aus Madagaskar sagten zum Papst: „Wenn man von Ehe spricht, Heiligkeit, dann gibt es ein Wort, das uns sehr anzieht, aber auch Sorge und Angst macht: nämlich das ‚für immer‘“. Benedikt wies in seiner Antwort darauf hin, „dass das Verliebtsein schön ist, aber nicht ewig hält“. „Ja, es ist schön, verliebt zu sein, aber es muss gereinigt werden und es muss in einen Weg der Unterscheidung eingehen, es müssen also auch Vernunft und Wille dazukommen.“ Deshalb frage die Kirche in ihrem Trauliturgie nicht: „Bist du verliebt?, sondern: Willst du? Es geht also um die wahre Liebe, die Vernunft und Wille miteinschließt.“ Er denke „oft an die Hochzeit von Kana“, erläuterte der Papst weiter. „Der erste Moment der Verliebtheit ist sehr schön, aber das ist der erste Wein. Aber es muss dann ein zweiter Wein kommen, das ist ein Wein, der reifen muss, der gut werden muss. Und dieser zweite Wein, der gereifte, ist dann sogar besser als der erste Wein.“

Mit Blick auf die Wirtschaftskrise schlug Papst Benedikt Partnerschaften zwischen Familien bzw. Pfarreien aus reichen und aus armen Ländern vor. Er antwortete damit auf die Schilderung der Sorgen einer griechischen Familie.

Das Video vom Treffen des Papstes mit den Familien:


Foto: © CTV Screenshot


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