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Gemeinsam beten für Frieden im Nahen Osten

14. August 2014 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Der Passauer Bischof Stefan Oster und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm trafen sich zum Austausch über die Situation im Irak


Passau (kath.net/pbp) Eigentlich befindet sich der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm derzeit im Urlaub. Einen mehrtägigen privaten Besuch im Landkreis Passau verknüpfte er mit einem Besuch bei Bischof Stefan Oster SDB (Foto). Zu besprechen gab es bei diesem ersten Treffen sehr viel – von der Zusammenarbeit in der Ökumene bis hin zur Glaubensvertiefung. Aber auch das Leid der Christen und weiterer Minderheiten im Irak war Thema des gemeinsamen Gesprächs.

Gerade durch seine persönlichen Kontakte mit Christen, die zum Teil nach Kurdistan unter schrecklichen Bedingungen geflüchtet sind, habe der Landesbischof selbst sehr intensiv Anteil genommen an deren Schicksal. „Täglich, fast stündlich, sind die Nachrichten zu uns und auch zu mir ganz persönlich gekommen“, erzählt Bedford-Strohm. Terror, Gewalt und Angst seien in den direkten Gesprächen spürbar, „das macht persönlich zutiefst betroffen“, so Bedford-Strohm weiter. „Ich habe in der Tat über meine Facebook-Seite das auch zum Ausdruck gebracht, habe auch aufgerufen dazu, dass wir diese Menschen nicht vergessen und auf diese Notrufe antworten. Wir haben als Landeskirche gleich eine halbe Million Euro zur Verfügung gestellt zur unmittelbaren humanitären Hilfe. Aber es ist klar gewesen, dass die vorrückenden ISIS-Milizen jegliche Möglichkeit humanitär zu helfen zunichte gemacht haben.“ Deshalb habe er sich erleichtert gezeigt, „dass die Amerikaner aus der Luft die von Hunger, Verfolgung und Terror bedrohten Menschen humanitär versorgen wollen.


Auf seiner Facebook-Seite erklärte Bedford-Strohm auch, dass „das eine Situation ist, in der nur unmittelbares Eingreifen das Allerschlimmste verhindert, also einfach möglich macht, dass diese Menschen in den Bergen nicht verdursten. Stündlich sind Menschen verdurstet und deswegen bin ich dankbar gewesen, dass die USA in diesem Fall aus der Luft eingegriffen haben.“

Sowohl der evangelische Landesbischof als auch Bischof Oster machten sich in ihrem Gespräch keine Illusionen darüber, dass Gewalt oder das Stoppen der ISIS-Milizen durch Bomben den Konflikt löse. Auch die Klarheit darüber, dass Gewalt keine Probleme löse und dass man diplomatisch und mit friedlichen und zivilen Mitteln solche Konflikte angehen muss, „entbindet uns nicht von der Notwendigkeit, in solchen unmittelbaren Gefahrensituationen, wo Völkermord passiert, eine unmittelbare Nothilfe zu leisten, die dann den Weg frei macht, mit zivilen Mitteln solche Probleme zu lösen“, betonten beide.

Bischof Stefan Oster sagte: „Wenn alle friedlichen Mittel versagen, dann ist der militärische Einsatz die ultima ratio. In der Hoffnung, dass das auch danach wieder dazu führt, dass man andere Lösungswege finden kann. Aber es geht offensichtlich wirklich dabei um die Verhinderung von Völkermord.“

In Gedanken verbunden - Ein Gebet für Frieden

Viele Menschen auch hierzulande sehen mit Schrecken, was im Nahen Osten passiert und wissen nicht, was sie selbst tun können, um Leid zu verhindern. Beide Bischöfe betonten, dass „wir als allererstes als Christinnen und Christen aufgerufen sind, für die Menschen im Irak zu beten.“ Einfach vergessen zu werden, sei das Schlimmste für Menschen, die leiden. „Das ist wie ein zweites Sterben, wenn Opfer einfach vergessen werden. Dass wir sie im Gebet vor Gott bringen und das wir das in unserer ganzen Ohnmacht und Hilflosigkeit immer wieder tun, das ist ganz zentral“, so Bedford-Strohm.

Auch Papst Franziskus hat dazu aufgerufen in besonderer Weise für die Christen im Irak und für die verfolgten Minderheiten zu beten. Das ist schon am Sonntag in vielen Kirchen auch im Bistum Passau passiert.

Deswegen wollen die beiden Bischöfe die Menschen einladen mit zu beten für Frieden im Irak. „Wir haben viele Beispiele dafür gesehen, wie Beten wirkt und hilft. Deswegen gehört das Gebet wirklich zum Zentrum unseres Glaubens“, so die Bischöfe.

Das Gebet

Allmächtiger, barmherziger Gott
seit Wochen sehen wir Bilder der Gewalt, Bilder des Krieges, Bilder von fliehenden, weinenden und trauernden Menschen, Bilder von zerstörten Häusern und brennenden Städten.

Immer wieder schwindet unter uns die Hoffnung auf Frieden in den Kriegsgebieten dieser Tage.
Wir bringen heute besonders die Menschen im Irak vor Dich.

Wir beten für diejenigen, die Angst haben, ihr Leben im nächsten Angriff zu verlieren. Wir beten für die Eltern, die um ihre Kinder trauern. Wir beten für die Familien, die im Krieg ihre Heimat verloren haben und für alle, die vom Krieg betroffen sind.

Wir beten auch für die fanatisierten Menschen, die jetzt brutale Gewalt anwenden und töten. Sende Du Deinen Geist der Liebe in ihre Herzen. Wende Hass in Versöhnungsbereitschaft.

Wir beten um neue Wege zur Überwindung der Gewalt, dass die Waffen endlich schweigen, dass die Menschlichkeit siegt.
Gib den Mut zu Schritten der Versöhnung. Lass Du uns alle spüren, dass Du der Schöpfer und Vater aller Menschen bist!
Amen

Foto Bischof Oster (c) Bistum Passau


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