Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bekommt Deutschland ein Wahrheitsministerium?
  2. Psycho-Tests für Schweizer Priester
  3. Breite Rezeption für eine vermeintlich gescheiterte Theologie
  4. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für 2025 und 2026!
  5. Teufelsanrufung in der 2. Bundesliga?
  6. 2024 mehr Austritte bei den landeskirchlichen Protestanten als bei den Katholiken
  7. Lambrecht fordert: Lebensschutz in der neuen Koalition verbessern, trotz anderslautender SPD-Wünsche
  8. Theologieprofessor Bortkiewicz: „Der Arzt beschloss, den Fötus – also mich – in Stücke zu schneiden“
  9. „Du musst tun, was Priester tun. Du musst die Messe feiern, Beichten hören und Anbetung halten“
  10. Die Vernunft des Glaubens – Zum 20. Todestag des heiligen Johannes Paul II.
  11. Hilfe! Mein Kind tut sich so schwer mit dem Lernen!
  12. 'Egal was kommt, wir haben Handlungsoptionen!'
  13. Trauriger Rekord: Fast 10.000 Euthanasietote in den Niederlanden im Jahr 2024
  14. ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘ – ein neuer Film über Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
  15. Lourdes verhüllt Mosaike des mutmaßlichen Missbrauchstäters Pater Marko Rupnik

«Ohne sauertöpfische Miene und moralischen Zeigefinger»

14. November 2014 in Interview, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eichstätter Bischof Hanke wirbt für die «Theologie des Leibes». Von Christoph Renzikowski (KNA)


Eichstätt (kath.net/KNA) Schon zum zweiten Mal findet in Eichstätt am kommenden Wochenende eine internationale Tagung zur «Theologie des Leibes» von Papst Johannes Paul II. statt. Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erläutert der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke (Foto) die Aktualität dieses ganzheitlichen Ansatzes. Er könnte die katholische Kirche in die Lage versetzen, mit Zeitgenossen «ohne sauertöpfische Miene und moralischen Zeigefinger» über Fragen des Zusammenlebens ins Gespräch zu kommen, findet der Bischof.

KNA: Herr Bischof, die katholische Kirche gilt vielen als leibfeindlich. Ist das nur ein Missverständnis?

Hanke:: Mit seiner «Theologie des Leibes» ist Johannes Paul II. meines Erachtens ein großer Wurf gelungen. Ausgehend von der Bibel und philosophischen Überlegungen hat er sich in seinen Katechesen bemüht, uns die Schönheit des Menschseins und seiner leiblichen Verfasstheit neu ins Bewusstsein zu rufen. Dabei legte er dar, wie die Leiblichkeit des Menschen in der Polarität von Mann und Frau darauf angelegt ist, sich hinzugeben und wechselseitig zu empfangen.

KNA: Die antike griechische Philosophie, von der das Christentum stark beeinflusst wurde, sprach vom Leib abfällig als Grabmal der Seele.


Hanke:: Ja, dagegen hat sich Johannes Paul II. sehr stark gewendet. Diese negative Apostrophierung hat er abgelehnt. Wir haben ja auch vergleichbare Strömungen bei uns, wenn Philosophen dem Rückzug auf einen Subjektivismus das Wort reden, der das Leibliche ganz außer Acht lässt und den Menschen nur in seiner Geistigkeit wertschätzt.

KNA: In Deutschland ist nur wenig von einer «Theologie des Leibes» zu hören. Woran liegt das?

Hanke:: So richtig kann ich mir nicht erklären, dass dieser Ansatz bei uns bisher kaum aufgegriffen wird. Jedenfalls nehme ich das so wahr.

KNA: Dass die Kirche Seelsorge betreibt, leuchtet jedem ein. Wie aber sähe eine kirchliche Leibsorge aus?

Hanke:: Wir dürfen Leib und Geist nicht trennen. Wir müssen das immer zusammensehen. Leibsorge heißt dann nicht Bodystyling und Körperkult als Selbstzweck, wie es manche zeitgeistige Strömungen in einseitiger Überhöhung propagieren. Der Leib ist mehr als gestaltbare Materie, er ist rückbezogen auf das Geistige, das Religiöse. Johannes Paul II. wollte, dass dies nicht voneinander getrennt wird.

KNA: Was hat eine «Theologie des Leibes» in die aktuellen Debatten um Wiederverheiratete und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften einzubringen?

Hanke:: Sie kann uns den Schöpfungsplan Gottes neu zugänglich machen, und zwar nicht in einer moralinsauren Art und Weise, sondern vom Gedanken der Schönheit her. Durch die Polarität des Menschen, in seinem Mann-Sein und Frau-Sein und in seinem Bezogensein aufeinander will Gott dem Menschen den Weg zu einem erfüllten Leben eröffnen.

Deshalb sollten wir nicht ständig mit sauertöpfischer Miene auftreten und den moralischen Zeigefinger heben. Die «Theologie des Leibes» hat ein wunderbares Potenzial, die Schönheit unserer Berufung im Mann-Sein und Frau-Sein aufzuzeigen.

KNA: Der emeritierte Kölner Kardinal Joachim Meisner beklagte unlängst, bei den jüngsten Beratungen der Außerordentlichen Synode zu Familienfragen sei der heilige Papst Johannes Paul II. von den Organisatoren quasi ausgesperrt worden. Teilen Sie diese Kritik?

Hanke:: Ich kenne die Zusammensetzung der Synode im Detail nicht. Persönlich war ich etwas überrascht, dass keiner der Mitarbeiter und Theologen der von Johannes Paul II. ins Leben gerufenen Institute - da gibt es eines in Rom, aber auch eines in den USA - zu den Beratungen eingeladen war. Sie hätten die Synode sicher bereichert. Aber vielleicht geschieht das noch bei der nächsten Sitzung.

kath.net-Buchtipp
Die Menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan
Eine Theologie des Leibes
Von Johannes Paul II.
Hardcover, 735 Seiten
2009 Fe-medienverlag
ISBN 978-3-939684-44-2
Preis 20.60 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

- Link zum kathShop

- Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]
Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto Bischof Hanke (C) Bistum Eichstätt


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 PBaldauf 19. November 2014 
 

Ein Gespräch man schnell vergeigt
wenn man ‘moralisch‘ Finger zeigt
Nicht sauertöpfisch sei die Miene
(da dies vermutlich auch nicht diene)

Dann spannt gekonnt er einen Bogen:
Der Leib auf Geist ist rückbezogen
Hier ziemt’s Johannes Paul zu nennen
Der wollte dieses auch nicht trennen

Der Papst erklärte wunderbar
wie leiblich schon Frau-Mann polar
drauf angelegt sich hinzugeben
und zu empfangen auch im Leben

Ein großer Wurf, durchdacht grandios
Warum ist sie kaum Thema bloß
Wird sie nicht oft schlicht ignoriert
Da kaum ein Wort man drum verliert?

Über die Leibes-Theologie
Hört‘ eine Predigt ich noch nie
Dem Bischof Dr. Hanke
gebührt hierfür ein: Danke

www.kathshop.at/suche.php?sb=9783903028371


0
 
 Der Nürnberger 14. November 2014 

Diesen Worten

unseres H. H. Bischof Dr. Hanke ist nichts mehr hinzuzufügen. Ein Grund für mich, im Bistum Eichstätt zu wohnen.


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie des Leibes

  1. „Das Christentum war immer eine Alternativkultur!“
  2. Das Leben in der zukünftigen Welt – unsere eschatologische Zukunft
  3. R.I.P. Norbert Martin
  4. 500 Wissenschaftler bestätigen Lehre von ‚Humanae vitae’
  5. Theologie des Leibes kurzgefasst - eine Lesehilfe
  6. Neuerscheinung zur 'Theologie des Leibes'
  7. Küng: 'Theologie des Leibes' ist Schatz, den es zu heben gilt
  8. ‚Liebe, Leib und Leidenschaft‘
  9. Eine Vision von Liebe






Top-15

meist-gelesen

  1. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für 2025 und 2026!
  2. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  3. Eine wichtige BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  4. Teufelsanrufung in der 2. Bundesliga?
  5. Theologieprofessor Bortkiewicz: „Der Arzt beschloss, den Fötus – also mich – in Stücke zu schneiden“
  6. Breite Rezeption für eine vermeintlich gescheiterte Theologie
  7. Ist es ein Wunder durch Kardinal Pell? Kleinkind atmete 52 Minuten lang nicht mehr, überlebte!
  8. ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘ – ein neuer Film über Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
  9. „Du musst tun, was Priester tun. Du musst die Messe feiern, Beichten hören und Anbetung halten“
  10. Bekommt Deutschland ein Wahrheitsministerium?
  11. Psycho-Tests für Schweizer Priester
  12. Das Wunder des Karol Wojtyła
  13. „Habt keine Angst!“ – Christus macht wirklich frei!
  14. 'Egal was kommt, wir haben Handlungsoptionen!'
  15. 2024 mehr Austritte bei den landeskirchlichen Protestanten als bei den Katholiken

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz