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Die Arbeit Gottes: die Versöhnung. Gott vergibt alles und immer!

23. Jänner 2015 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus in Santa Marta: Die Beichte ist keine Reinigung zur Fleckentfernung, sondern Ort der reuigen Begegnung mit dem liebenden, vergebenden Gott. Gutes Beichten will gelernt sein! Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die „schöne Arbeit Gottes“ ist die Vergebung. Unser Gott vergibt jede Sünde, er vergibt immer, er feiert ein Fest, wenn ihn einer um Vergebung bittet, und er vergisst alles. Die erste Lesung aus dem Brief an die Hebräer (Hebr 8,6-13), in der Paulus den neuen, besseren Bund Gottes mit seinem auserwählten Volk hervorhebt, veranlasste Papst Franziskus bei der Messe am Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ zu einer eindringlichen Reflexion über die Vergebung.

„Der Gott, der versöhnt“, schicke Jesus als Mittler eines neuen Bundes mit der Menschheit, „der auf bessere Verheißungen gegründet ist“ (V. 6). Das Fundament dieses Bundes sei im Wesentlichen eines: die Vergebung – eine Vergebung, die vielgestaltig sei:

„Vor allem vergibt Gott immer! Er wird es nicht müde, zu vergeben. Wir sind es, die es müde werden, um Vergebung zu bitten. Doch er wird nicht müde, zu vergeben. Als Petrus Jesus fragt: ‚Wie oft muss ich vergeben? Siebenmal?’, lautet die Antwort: ‚Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal’ (vgl. Mt 18,22). Das heißt: immer. So vergibt Gott: immer. Wenn du ein Leben der vielen Sünden gelebt hast, ein Leben der vielen hässlichen Dinge, jedoch am Ende ein wenig reuig um Vergebung bittest, dann vergibt er dir sofort! Er vergibt immer“.


Dennoch könnte im Herz des Menschen der Zweifel darüber aufkommen, „wie viel“ zu vergeben Gott bereit sei. Es genüge, so Franziskus, reuig zu sein und um Vergebung zu bitten: „Nichts muss man bezahlen, da Christus bereits für uns bezahlt hat“. Vorbild hierbei sei der verlorene Sohn aus dem Gleichnis, der sich voll Reue darauf vorbereite, etwas zum Vater zu sagen, während dieser ihn nicht einmal zu Wort kommen lasse, sondern ihn umarme und fest bei sich halte:

„Es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben würde. Er vergibt alles. ‚Aber Pater, ich gehe nicht zur Beichte, weil ich so viele hässliche Dinge getan habe, viele hässliche Dinge, so viele, dass mir nicht vergeben werden wird...’. Nein. Das ist nicht wahr. Er vergibt alles. Wenn du voll Reue hingehst, vergibt er alles. Wenn..., ja, viele Male lässt er dich nicht zu Wort kommen! Du fängst an, um Vergebung zu bitten, und er lässt dich jene Freude der Vergebung spüren, noch bevor du damit fertig bist, alles zu sagen“.

Wenn Gott vergebe, dann feiere er ein Fest. Und am Schluss „vergisst Gott“. Für Gott nämlich sei es wichtig, uns zu begegnen. Der Papst riet diesbezüglich den Beichtvätern zu einer Gewissenserforschung: „Bin ich bereit, alles zu vergeben, die Sünden dieses Menschen zu vergessen?“. Franziskus unterstrich abschließend, dass die Beichte vor allem eine Begegnung und weniger ein Ort des Urteilens sei:

„Oft hat es den Anschein, dass die Beichten eine reine Praxis, eine Formalität sind: ‚So, so, so... so, so.. so... jetzt geh!’ Alles mechanisch! Nein! Und wo bleibt die Begegnung? Die Begegnung mit dem Herrn, der versöhnt, der dich umarmt und ein Fest feiert. Und das ist unser Gott, der so gut ist. Wir müssen auch Lehrer sein: damit unsere Kinder, unsere Jugendlichen lernen, gut zu beichten, denn zur Beichte zu gehen heißt nicht, dass man in die Reinigung geht, um einen Fleck entfernen zu lassen. Nein! Beichten heißt, hin zur Begegnung mit dem Vater zu gehen, der versöhnt, der vergibt und ein Fest feiert“.


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