Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. „Das Ende von Maria 2.0“
  13. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  14. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  15. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin

Schismatisches Potential

28. Mai 2015 in Kommentar, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Manipulationsversuche, die schon auf der außerordentlichen Bischofssynode 2014 ein in der Kirche bisher nicht bekanntes Niveau erreichten, gehen weiter. kath.net-Kommentar von Prof. Manfred Spieker


Osnabrück (kath.net) Es ist das Recht der Erzbischöfe von München und Marseille, Marx und Pontier, und des Bischofs von St. Gallen, Büchel, zu einer Konferenz über den Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuell orientierten Menschen einzuladen. Es ist auch ihr Recht, die Themen und die Referenten auszuwählen. Dass das ganze Unternehmen am Pfingstmontag an der Gregoriana dennoch geeignet ist, die seit der außerordentlichen Bischofssynode im Oktober 2014 offenkundigen Spaltungen in der Kirche zu vertiefen, liegt daran, dass Marx, Pontier und Büchel nicht als Hirten ihrer Diözesen, sondern als Vorsitzende ihrer Bischofskonferenzen eingeladen haben, aber die Amtsbrüder, die im Hinblick auf die verhandelten Themen andere Ansichten haben als sie selbst, nicht einmal über die Veranstaltung informierten, geschweige sie einbanden. Das grenzt an einen Missbrauch ihres Amtes als Moderator der Bischofskonferenz, denn mehr als ein Moderator ist der Vorsitzende einer Bischofskonferenz nicht.

Die drei Bischöfe haben damit der Absicht von Papst Franziskus, zwischen den beiden Synoden 2014 und 2015 eine offene Diskussion über Ehe und Familie zu führen, einen Bärendienst erwiesen. Eine Konferenz, die mehr einem Geheimtreffen ähnelt als einer akademischen und das heißt offenen Veranstaltung, widerspricht der geforderten Offenheit und der Fairness. Sie spaltet. Die drei Bischöfe haben auch nicht die Medienvertreter eingeladen, die für diese Themen als Experten ausgewiesen sind, sondern nur jene, die wiederum ihre Ansichten teilen und den öffentlichen Druck zu verstärken geeignet sind, den die ganze Veranstaltung auf die Synode im Oktober ausüben sollte.


Die Manipulationsversuche, die schon auf der außerordentlichen Bischofssynode 2014 ein in der Kirche bisher nicht bekanntes Niveau erreichten, haben mit der Konferenz an der Gregoriana ein neues Stadium erreicht.

Hinter Nebelkerzen wie „Reflexionen zur Bibelhermeneutik“ oder „Theologie der Liebe“ werden die Absichten offenkundig, die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion, die kirchliche Anerkennung homosexueller Verbindungen und eine neue Sexualethik durchzuboxen, eine Sexualethik, die die Neuheit der Theologie des Leibes des hl. Johannes Pauls II. hartnäckig ignoriert. Welches schismatische Potential diese Absichten bergen, wird den Vorsitzenden der drei Bischofskonferenzen nicht verborgen bleiben.

Der Synode haben sie keinen Dienst erwiesen, der Neuevangelisierung schon gar nicht. Die ordentliche Bischofssynode im Oktober 2015 würde dann scheitern, wurde auf der Konferenz in Rom behauptet, wenn sie nur das unterstreicht, was die Kirche zu Ehe und Familie immer gelehrt hat.

Nein, sie wird nicht scheitern, wenn sie der Theologie des Leibes und der Kultur des Lebens endlich die Aufmerksamkeit widmet, die sie verdienen. Sie wird aber dann scheitern, wenn sie sich an dem festbeißt, was die Mehrheit der deutschen Moraltheologie unter Anleitung von Eberhard Schockenhoff zu wiederverheirateten Geschiedenen, homosexuellen Verbindungen und zur Sexualethik der Deutschen Bischofskonferenz zu suggerieren versucht.

Wenn sie einen Aufbruch der Familienpastoral anstrebt, sollte sie sich an dem orientieren, was zahlreiche geistliche Gemeinschaften in der Familienpastoral an Erfahrungen mit der Theologie des Leibes gesammelt haben, und an dem, was Papst Benedikt XVI. zur Eröffnung der Pastoralsynode der Diözese Rom zum Thema Familie am 6. Juni 2005 sagte: „Das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen erhält seine sprachliche Gestalt aus dem Vokabular von Ehe und Familie – positiv wie negativ. Die Annäherung Gottes an sein Volk wird … in der Sprache der ehelichen Liebe dargelegt, während die Treulosigkeit und der Götzendienst Israels als Ehebruch und Prostitution bezeichnet wird“.

Prof. Manfred Spieker (Foto) ist emeritierter Professor für Christliche Sozialwissenschaften des Instituts für Katholische Theologie der Universität Osnabrück.

Prof. Manfred Spieker, Vortrag an Kardinal-Wyszyński-Universität: ´Religiöse Inspirationen in der Krise´


Foto Prof. Spieker: © www.kath-theologie.uni-osnabrueck.de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bischofssynode

  1. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  2. Kardinal Fernandez, Präfekt des Glaubensdikasteriums: „Synodalität: Warum nein und warum ja?“
  3. Synodenrat gibt Auftrag für allgemeine Kirchenversammlung 2028
  4. Das Schweigen der Synode zum Alten Ritus
  5. Bischof Barron in ‚offenem Widerspruch’ zum Abschlussbericht der Synode über die Synodalität
  6. Erzbischof Fisher/Sydney: Nicht alles dem Heiligen Geist zuschreiben
  7. ‚Verwirrt und verwirrend’ – Kardinal Zen äußert Bedenken zur laufenden Bischofssynode
  8. Mexikanischer ‚Dubia’-Kardinal: Synode hat keine lehramtliche Autorität
  9. Kardinal Zen befürchtet Manipulation der Synode über die Synodalität
  10. Bischof Bonnemain: Sexualmoral ‚kann und muss ... vertieft und weiterentwickelt werden’







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  3. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  4. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  5. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  6. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  7. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  8. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  9. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  10. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  13. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  14. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz