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Bibelstellen für Werbung benutzen?

9. Juli 2015 in Kommentar, 1 Lesermeinung
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Pro und Kontra um „Unser täglich ROT“ und „Eure Beete wurden erhört“ - Zwei Werbefachleute beziehen unterschiedlich Stellung


Wetzlar (kath.net/idea) Immer mehr Firmen versuchen, mit verfremdeten Bibeltexten die Aufmerksamkeit von Kunden zu wecken. Bei der Bild-Zeitung heißt der Slogan der aktuellen Kampagne „Dein täglich ROT“, angelehnt an die Bitte im Vaterunser „Unser täglich Brot“. Von der Baumarktkette Obi hängen an vielen Orten Plakate mit dem Satz „Eure Beete wurden erhört“ – wobei der Bibeltext „Dein Gebet ist erhört“ (Lukas 1,13) abgewandelt wurde. Dürfen Bibelstellen so für Werbung eingesetzt werden?, fragte die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) zwei Werbefachleute in einem Pro und Kontra.

PRO
Ich stelle mir vor, wie einige Kreative in einer Werbeagentur beisammensitzen und darüber nachdenken, wie man aufmerksamkeitsstark, intelligent und überraschend z.B. für die bekannte Tageszeitung mit den großen Schlagzeilen werben könnte. Sie entwickeln ganz viele Ideen, von denen die meisten verworfen werden, weil sie nicht aufmerksamkeitsstark, intelligent und überraschend sind. Plötzlich bleiben sie bei einer Idee hängen, die Headline „Dein täglich ROT“ fällt zwischen allen anderen auf. Sie ist deshalb auffällig, weil sie etwas Bekanntes zitiert und es intelligent mittels einer Verfremdung mit dem Produktlogo der Zeitung verbindet. Das alles funktioniert nur deshalb, weil die Leser den Kontext des Zitates kennen. Sie kennen das „Vaterunser“ und die Zeile: „Unser täglich Brot gib uns heute“. Wie gut, dass es immer noch möglich ist, auf solche Kontexte zu setzen, und dass sogar eine Werbebotschaft uns daran erinnert, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir täglich versorgt werden.


Ich denke, dass man nicht ängstlich im Blick auf das Zitieren der Bibel in der Werbung sein muss. Ich stelle mir vor, dass Gott als Urheber der Gedanken der Bibel und als Erfinder des Humors darüber lächelt. Vielleicht denkt er ja auch, wie gut es ist, dass sogar Werber sich die Bibel vornehmen, um darin zu lesen – auch wenn sie es nur tun, um Ideen für intelligente Headlines zu finden.

Schon Paulus schreibt an die Gemeinde in Philippi, als es um die Frage geht, mit welcher Motivation das Evangelium verkündet wird: Was soll’s?! Hauptsache, es wird - auf welche Weise auch immer, sei’s zum Vorwand, sei’s aus Wahrhaftigkeit - Christus verkündigt: Dann will ich mich darüber freuen.

Der Autor, Wolfram Heidenreich (Haltern am See), ist Kommunikationsdesigner und Geschäftsführer der Gute Botschafter GmbH. Sie sind Urheber des Plakates „Weniger ist leer“, das auch auf ein berühmtes Zitat baut.

KONTRA
Da spricht mich der Texter einer Werbeagentur auf den Bibelspruch auf der Heckscheibe meines Autos an: „Das würde mich auch einmal reizen, für so etwas Werbung zu machen!“ – „Das wird wohl leider nicht funktionieren!“, entgegne ich ihm. – „Wieso nicht?“, fragt er erstaunt. – „Nun, weil bekanntlich nur überzeugende Werbung für ein Produkt gemacht werden kann, von dem der Werber selbst wirklich überzeugt ist …“, gebe ich zu bedenken und darf von meinem Glauben an Jesus Christus Zeugnis geben. Bibelverse für säkulare Werbung einsetzen? Abgesehen davon, dass die meisten „fromm“ getarnten Werbesprüche in der Regel verfremdet und sinnentstellt gebraucht werden, lehne ich solch ein Vorgehen auch aus werblichen Gründen ab. Denn hier wirbt man mit unlauteren Mitteln.

Auch richtige Zitate aus falschem Mund schaden dem Evangelium mehr, als sie nutzen! Der Herr Jesus gestattet den Dämonen z.B. nicht, Aussagen über ihn auszusprechen, die durchaus der Wahrheit entsprechen (Markus 1,32–34; Markus 3,11–12), und der Apostel Paulus ist nicht mit der „Werbung“ der okkult gesteuerten Magd in Philippi einverstanden (Apostelgeschichte 16,16–18), die nichts Falsches gesagt hat. Oder denken wir daran, wie der Herr Jesus dem Teufel heftig widerspricht, als dieser bei der Versuchung ihm sogar Bibelverse zitiert (Matthäus 4). Es stimmt: Es kommt nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch, wer etwas sagt, denn: „Der Teufel lügt sogar, wenn er die Wahrheit sagt!“.

„Um sein Ziel zu erreichen, zitiert der Teufel sogar aus der Bibel“, wusste schon der englische Schriftsteller William Shakespeare (1564–1616).

Der Autor, Eberhard Platte (Wuppertal), ist Grafik-Designer, Autor und Seniorchef der Werbeagentur 71a.de.


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Lesermeinungen

  9. Juli 2015 
 

Nur um des Gags willen ...

Bibelstellen zitieren und dann noch falsch oder verfremdet dazu, halte ich nicht für in Ordnung.
Die Werbung bemächtigt sich der Heiligen Schrift, vereinnahmt einzelne Zitate in eigennütziger Absicht, entleert diese oftmals ihres eigentlichen Inhalts und alles nur, um Profit zu machen oder einen verbalen Gag zu produzieren.
Die Werbefachleute müssen halt auf ihre eigene Kreativität setzen. Wo diese nicht mehr vorhanden ist, sollte die Bibel nicht als Lückenbüßer herhalten müssen.
Vor allem bei Produkten, die nichts, aber auch gar nichts mit Religion zu tun haben.


1
 

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