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Antwort eines 'Radikalen'

17. Februar 2016 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
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Wer den Beitrag "Die Radikalen" von Liane Bednarz in der FAS gelesen hat, wird sich möglicherweise die Frage gestellt haben, warum eine renommierte Zeitung einen solchen niveaulosen Beitrag veröffentlichte. kath.net-Kommentar von Prof. Lothar Roos


Frankfurt (kath.net) Wer den Beitrag „Die Radikalen“ aus der Feder von Liane Bednarz in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) vom 31. Januar 2016 gelesen hat, wird sich möglicherweise die Frage gestellt haben, warum eine renommierte Sonntagszeitung einen solch niveaulosen Beitrag veröffentlichen konnte. Er erscheint mir wie ein Musterbeispiel eines Gesinnungsjournalismus, der darauf abzielt, die Vertreter missliebiger Positionen „abzuschießen“ oder in einen schlechten Ruf zu setzen, um über ihre Positionen überhaupt nicht mehr diskutieren zu müssen. Liane Bednarz arbeitet mit unsachlichen Pauschalisierungen. Die Methode ist einfach: Man greift einzelne Äußerungen von Personen auf, über die man vielleicht durchaus streiten kann, um konservative Katholiken und Evangelikale insgesamt „in die rechte Ecke“ zu stellen.


Wer geht der Autorin besonders auf die Nerven?

- wer gegen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften ist oder die Gender-Theorie kritisiert,

- wer sich für den Schutz des Lebens engagiert,

- wer sich gegen die staatlich verordnete Frühsexualisierung von Kindern zur Wehr setzt,

- wer sich um die Zukunft der Familien Sorgen macht,

- wer angesichts der Flüchtlingskrise die Frage nach der Identität unserer Kultur stellt.

Dabei werden insbesondere zwei Feindbilder apostrophiert: das „Forum Deutscher Katholiken“ und dessen Kongress „Freude am Glauben“ sowie die Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ sowie ihr Chefredakteur Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels. Diesen zu unterstellen, sie hätten „endlich eine politische Kraft gefunden, die zu ihnen passt: die AfD“, so der Untertitel des Beitrages, und ihre „neuen Helden heißen Putin und Orbán“, ist schlichter Unsinn. Bei dem seit 2001 jährlich stattfindenden Kongress Freude am Glauben wirken immer Bischöfe und Kardinäle mit. Unter den 25 Mitgliedern des Kuratoriums finden sich prominente Namen aus Kirche, Politik und Wissenschaft. Einen einzigen davon in den Verdacht des Rechtsradikalismus zu bringen, kommt einer schweren Rufschädigung gleich.

Wolfgang Ockenfels redigiert die seit 1946 erscheinende Zeitschrift „Die Neue Ordnung“, die derzeit einzige Zeitschrift, in der Autoren aus der Sicht der katholischen Soziallehre zu sozialen, wirtschaftsethischen, politologischen und pastoralen Fragen publizieren. Er leitet das Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg und die Internationale Stiftung Humanum. Bei den jährlichen „Buß- und Bettagsgesprächen“, die inzwischen schon zum 70. Mal stattgefunden haben, nahmen zuletzt ca. 350 Personen, darunter auffällig viele junge Menschen, teil. Zu den Referenten gehören stets renommierte Persönlichkeiten aus Politik, Kirchen und Wirtschaft.

Der Verfasser, Prälat Prof. Dr. Dr. h.c. Lothar Roos (Foto), ist Mitglied des Kuratoriums des „Forums Deutscher Katholiken“. Der emeritierte Professor für Christliche Gesellschaftslehre ist Priester des Erzbistums Freiburg. Siehe auch kathpedia: Lothar Roos.

Foto Prof. Roos (c) kathpedia


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Lesermeinungen

  23. Februar 2016 
 

Renommiert?

Das ist der neue Stil in Kirchenfragen bei der Frankfurter Allgemeinen.
(Seit Papst Benedikt).

Das Adjektiv "renommiert" trifft (wenn überhaupt) bei dieser Zeitung nur noch für Wirtschafts- und Politikressoert zu.


0
 
 Wehner 19. Februar 2016 
 

Danke für diesen Beitrag

Ja, auch ich kann den Ausführungen von Herrn Prof. Roos nur zustimmen. Wie hat es Wilhelm Busch so treffend formuliert: „Ein jeder ist für Toleranz, nur wenn’s drauf ankommt, nicht so ganz!“ Offenbar hört diese Toleranz aber bei vielen auf, wenn Meinungen geäußert werden, die gegen den Mainstream verstoßen.
Von daher kann auch ich die Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ nur empfehlen. Sie ist unter http://www.die-neue-ordnung.de/ kostenlos abrufbar.
Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung


0
 
 PBaldauf 18. Februar 2016 
 

Denkst du nicht so wie ich will
verleumd' ich dich und du bist still

Gott sei Dank gibt es aber immer wieder Personen wie Prof. Roos, die sich - Hintergründe erhellend - zur Wehr setzen


7
 
  17. Februar 2016 
 

Danke für den Hinweis

auf die Zeitschrift "Neue Ordnung". Die hat wirklich Niveau. Und die Beiträge kann man sich kostenlos herunterladen.


13
 
 Dottrina 17. Februar 2016 
 

Hervorragender Beitrag!

Genau auf den Punkt getroffen hat der Autor es mit den fünf Aufzählungen. Das ist der Knackpunkt, an dem sich alles reibt. Die Zeitung "Neue Ordnung" kenne ich leider nicht. Werde mal googlen. Danke Herr Prof. Roos, für Ihren Beitrag, der den Nagel 100% auf den Kopf getroffen hat.


15
 
 Tadeusz 17. Februar 2016 

Ich kann die Zeitschrift "Neue Ordnung" nur...

...laut loben.

Als ich sie entdeckt habe, konnte ich gar nicht glauben, dass diese Publikation in der geistige Wüste Deutschlands wirklich erscheint...


16
 
 Philipp Neri 17. Februar 2016 

Methoden, die es schon einmal gab!

Diese Methoden der Ausgrenzung und Stigmatisierung Andersdenkender, besonders aber von Christen, die noch den Mund auftuen, erinnert fatal an eine Zeit in Deutschland, in der Andersdenkende, in der damaligen Presselandschaft an den Pranger gestellt wurden, bevor sie immer weiter zum Freiwild wurden.

Da hat der Autor recht, dass damit bestimmte Denkrichtungen kaltgestellt werden sollen, mit deren Meinung man sich nicht mehr auseinandersetzen muss.
Schublade auf und weg damit!
Was für ein armseliges Toleranzgebaren und eine geistige Gewaltausübung, um andere damit auszugrenzen!


24
 

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