Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  6. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  13. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  14. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  15. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“

Spaemann: 'Amoris laetitia' bricht mit der Lehrtradition der Kirche

29. April 2016 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Katholischer Philosoph Robert Spaemann kritisiert das Schreiben und sieht die Gefahr eines Schismas


Rom (kath net/CNA) Der deutsche Philosoph Robert Spaemann kritisiert in einem Interview mit CNA das päpstliche Schreiben "amoris laetitia". Spaemann hat vor allem im Artikel 305 mit der Anm. 351 von „amoris laetitia“ ein Problem und erklärt, dass sich der Bruch mit der Lehrtradition der Kirche „zweifellos für jeden denkenden Menschen, der die entsprechenden Texte kennt“ ergebe. Die Kirche habe unbeschadet der menschlichen und moralischen Beurteilung des Einzelfalls, „keine Vollmacht, ohne vorherige Umkehr, ungeordnete sexuelle Beziehungen durch die Spendung von Sakramenten positiv zu sanktionieren und damit der Barmherzigkeit Gottes vorzugreifen“. Dies habe Johannes Paul II. in seinem Lehrschreiben „familiaris consortio“ (Art. 84) so festgelegt. Wie beim Frauenpriestertum sei diese Tür verschlossen. Die Vorstellung von Kardinal Kasper, „familiaris consortio“ durch eine Änderung in der Praxis der Sakramentenspendung „weiterzuentwickeln“ sei in Wirklichkeit „ein Bruch mit ihrer wesentlichen anthropologischen und theologischen Lehre über die menschliche Ehe und Sexualität“, nach der „die menschliche Sexualität … (ein) ´Realsymbol für die Hingabe der ganzen Person` und zwar `ohne jede zeitliche oder sonstige Begrenzung`“ sei.


Von einer persönlichen Verurteilung der Betroffenen könne keine Rede sein. Um allerdings „sexuelle Verhältnisse …, die objektiv der christlichen Lebensordnung widersprechen“ positiv zu beurteilen, müsste der Papst klären, „nach welcher Zeit und unter welchen Umständen sich eine objektiv sündhafte, in eine gottgefällige Verhaltensweise verwandelt“. Als Hauptursache für den von ihm wahrgenommenen Bruch mit der bisherigen Lehre sieht der Philosoph eine, bis zu den Jesuiten im 17. Jahrhundert zurückgehende „Strömung der Moraltheologie, die eine reine Situationsethik vertritt“. Diese sei von „Johannes Paul II … in seiner Enzyklika ´veritatis splendor` verurteilt“ worden. „Auch mit diesem Lehrschreiben bricht `amoris laetitia´“ so Spaemann. Dabei sei Johannes Paul II der „authentischer Interpret“ der göttlichen Barmherzigkeit, die eines der Hauptthemen seines Pontifikats gewesen sei.

Man dürfe „nicht vergessen, dass es Johannes Paul II war, der ihr seine zweite Enzyklika widmete, in Krakau das Tagebuch der Schwester Faustyna entdeckte und sie später heiligsprach“. Spaemann moniert in diesem Zusammenhang auch eine falsche Interpretation von Thomas von Aquin, dessen Zitate in „amoris laetitia“ die Situationsethik zu stützen scheinen. Dabei würde „übersehen, dass Thomas objektiv sündhafte Handlungen kennt, für die es keine situativen Ausnahmen gibt. Zu ihnen gehören auch alle sexuell ungeordneten Verhaltensweisen“. Spaemann zeichnet ein düsteres Bild von den Folgen dieses Nachsynodalen Lehrschreibens. Der Papst habe das „Chaos … mit einem Federstrich zum Prinzip erhoben“. Er „hätte wissen müssen, dass er mit einem solchen Schritt die Kirche spaltet und in Richtung eines Schismas führt“ so Spaemann.

Es sei jetzt schon eine „Verunsicherung und Verwirrung von den Bischofskonferenzen bis zum kleinen Pfarrer im Urwald“ abzusehen. „Nach den entsprechenden Textstellen von `amoris laetitia´ … (könnten) bei … nicht weiter definierten `mildernden Umständen´ nicht nur die Wiederverheiratet Geschiedenen, sondern alle, die in irgendeiner `irregulären Situation´ leben, ohne das Bemühen ihre sexuellen Verhaltensweisen hinter sich zu lassen, d.h. ohne Beichte und Umkehr, zur Beichte andrer Sünden und zur Kommunion zugelassen werden“. Bischöfe und Priester, die sich an die bisher geltende Sakramentenordnung hielten, könnten gar nicht erst ernannt oder unter Druck gesetzt werden. Durch mangelnde Eindeutigkeit im Bereich Glaube und Moral sei mit einem „Säkularisierungsschub und Rückgang der Priesterzahlen in weiten Teilen der Welt“ zu rechnen. Kardinälen, Bischöfen und Priestern empfiehlt Spaemann in ihrem „Zuständigkeitsbereich die katholische Sakramentenordnung aufrecht zu erhalten und sich öffentlich zu ihr zu bekennen“. „Falls der Papst nicht dazu bereit … (sei) Korrekturen vorzunehmen, … (bleibe) es einem späteren Pontifikat vorbehalten, die Dinge offiziell wieder ins Lot zu bringen“.

Amoris Laetitia - TEXT als PDF


Schritte über uns hinaus - Robert Spaemann - Teil 1



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“







Top-15

meist-gelesen

  1. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  2. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  3. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  4. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  5. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  6. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  7. Eine Stadt im völligen Ausnahmezustand: Hohe Sicherheitsstufe für Papstbesuch in Paris
  8. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  9. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  10. Pater Stanisław Tasiemski OP vor Papstreise: „Wohin gehst du, Frankreich?“
  11. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  12. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Über das Dämonische
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz