Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  5. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  6. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  7. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  8. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  9. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  10. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  11. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  12. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  13. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  14. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  15. Ostern – oder die Frage, die wir vermeiden

Deutsche Bischöfe stellen neue Einheitsübersetzung der Bibel vor

21. September 2016 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ab 2017 verbindliche katholische Bibelausgabe für gesamten deutschen Sprachraum - "Machttaten" statt "Wunder", Anrede "Brüder und Schwestern" in Briefen - Auch Theologen aus Österreich arbeiteten an der Übersetzung mit


Bonn-Wien (kath.net/KAP/red) Die Katholiken im gesamten deutschen Sprachraum erhalten eine neue, moderne Bibelübersetzung. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) präsentierte am Dienstag in Fulda nach jahrelanger wissenschaftlicher Vorarbeit eine Neufassung der sogenannten Einheitsübersetzung. Sie ist ab dem Jahr 2017 auch in Österreich die "verbindliche" Bibelausgabe für Liturgie, Schule, Familie und Seelsorge. Genutzt wird die Einheitsübersetzung weiters in der Schweiz, in Luxemburg, Südtirol und Ostbelgien.

Der Leiter des Projekts, der mittlerweile emeritierte Erfurter Bischof Joachim Wanke, sagte am Rande der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe, bei der neuen Einheitsübersetzung handle es sich um eine "moderate Revision", die die frühere, 30 Jahre alte Fassung "weithin bewahrt" habe. Zugleich bringe sie an vielen Stellen Fortschritte an Genauigkeit, Texttreue und Verständlichkeit. In das Werk sei "viel Herzblut" geflossen. Wanke betonte, eine Übersetzung sei immer auch Interpretation. Die Neuausgabe nähere sich den Urtexten wieder an und "zeigt Mut zu biblischen Redeweisen". Er wies auch darauf hin, dass der "persönliche Namen Gottes" "nach jüdischem Herkommen nicht ausgesprochen werden darf" "Anders als bisher folgt die Revision nun künftig wieder der jüdischen und immer schon auch kirchlichen Tradition des Ersatzwortes 'HERR' – hier speziell kenntlich gemacht durch Verwendung von Kapitälchen." Auf diese tiefe Ehrfurcht vor dem Gottesnahmen hatte ja auch Benedikt XVI. in seinem Pontifikat dringlich aufmerksam gemacht.


Dem Leitungsgremium der im Frühjahr 2006 begonnenen Überarbeitung der Einheitsübersetzung gehörten neben Wanke u.a. auch der inzwischen ebenfalls emeritierte Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser sowie der Linzer Bibelwissenschaftler Johannes Marböck an. Theologen, Bibel- und Sprachwissenschaftler sowie Historiker arbeiteten somit zehn Jahre an der Neufassung, die die 1979 erschienene Version ablöst.

Veränderungen in der revidierten Einheitsübersetzung gegenüber der bisherigen Texte würden jenen auffallen, die sich schon bisher intensiver mit der Bibel beschäftigt haben, sagte Wolfgang Schwarz, der Direktor des Österreichischen Katholischen Bibelwerk, am Dienstag gegenüber "Kathpress". Ob jenen, die die Bibel nur gelegentlich lesen, der revidierte Text eine Hilfe ist, biblische Texte besser zu verstehen und von diesen angesprochen zu werden, müsse sich freilich erst zeigen, äußerte sich Schwarz vorsichtig.

Aus Apostel Junias wird Junia

Laut dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Katholischen Bibelwerks, Michael Theobald, enthält die neue Übersetzung in fast jedem Absatz Änderungen. Dabei seien neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den frühesten Texten der Bibel eingearbeitet worden. So sei deutlich geworden, dass der Apostel Paulus nicht zwei Männer mit Namen Andronikus und Junias grüßen ließ und sie als Apostel bezeichnete, sondern das Ehepaar Andronikus und Junia, sagte Theobald in einem Interview der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA in Tübingen. Auch heißt es künftig "Brüder und Schwestern" statt "Brüder" bei der Anrede von Adressaten neutestamentlicher Briefe.

Der Bibelwissenschaftler betonte, es seien auch offensichtliche Übersetzungsfehler früherer Bibel-Fassungen beseitigt worden. So sei beispielsweise Paulus in der bisherigen Übersetzung der Begriff der "Verwerfung" der nicht an Jesus glaubenden Juden in den Mund gelegt worden. Jetzt sei korrekter von ihrer "Zurückweisung" die Rede. Das schließe "eben nicht ihre endgültige Verwerfung ein". Die Verwendung von "Machttaten" z.B. für Jesu zeichenhafte Heilungen solle verhindern, "dass ein modernes Wunder-Verständnis in die Texte zurückprojiziert" wird, sagte Theobald.

Ab Anfang 2017 erhältlich

Ab dem kommenden Jahr soll die neue Bibelausgabe im Buchhandel erhältlich sein, kündigte das Katholische Bibelwerk Stuttgart an. Zunächst wird eine Standardausgabe herausgegeben, Spezialausgaben folgen später. Die preisgünstiges Ausgabe ist mit 9,95 Euro (Preis für Deutschland) angekündigt.

Demnächst auch neue Lutherbibel

Zum Reformationsjubiläum Ende Oktober will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auch eine Neufassung der Lutherbibel vorstellen. Die EKD hatte 2005 beschlossen, sich nicht an der Überarbeitung der Einheitsübersetzung zu beteiligen, wie sie es beim Neuen Testament und den Psalmen in der früheren Fassung getan hatte. Laut Michael Theobald ist dies kein ökumenischer Rückschritt: "Mit ihrem unterschiedlichen Klang - hier ein moderner Sprachduktus, dort lebendige Luthertradition - haben beide ihren unverwechselbaren Ort und werden die Ökumene gewiss bereichern."

DBK-Vorsitzender Kardinal Reinhard Marx hatte vor der Präsentation die Hoffnung geäußert, "dass die Heilige Schrift - gerade auch in der überarbeiteten Fassung - von vielen Menschen angenommen und so zu einem geistlichen Mittelpunkt im eigenen Leben wird". Die Katholische Bibelanstalt Stuttgart bereitet nun neue Bibelausgaben und die Überarbeitung der Liturgischen Bücher vor.

Link zu Statement von Bischof Wanke als pdf-Datei

VIDEO - ´Ganz nah am Urtext´ - Die Neue Einheitsübersetzung - Vorgestellt bei Pressekonferenz im Rahmen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz



Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Bibel

  1. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  2. USA: Mehr als die Hälfte der Männer der Gen-Z und Millenials lesen wöchentlich in der Bibel
  3. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  4. „Hören Sie dieses Evangelium persönlich: Er kennt Ihre Geschichte. Er verurteilt Sie nicht“
  5. Bibel-Podcast wieder unter den Top 10 der Apple Podcasts
  6. In Frankreich ist die Bibel seit Jahren Bestseller
  7. Großbritannien: Bibelzensur an der Universität Sheffield
  8. Warum ging das evangelikale US-Bibelportal „Bible Gateway“ in EU und Großbritannien offline?
  9. „Klug verwalten – frei leben“
  10. Angst, Suche nach Hoffnung – Verkauf von Bibeln in den USA in diesem Jahr um 22 Prozent gestiegen







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  4. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  5. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  6. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  7. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"
  8. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  9. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt
  10. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  11. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  12. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  13. Britisches Innenministerium stoppt Ermittlungen gegen legale Online-Posts
  14. Terror-Warnung zu Ostern: ISIS ruft zu Anschlägen auf Kirchen und Synagogen auf
  15. 'Tödliche Bedrohung': Bischof Barron warnt vor Kollaps der westlichen Zivilisation

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz