Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  10. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  11. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  12. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  13. Technisch brillant, geistig obdachlos
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Anglikanischer Primas: Vergebungsbitte für Gewalt in Reformation

18. Jänner 2017 in Chronik, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Anlass ist Reformationsgedenkjahr und ökumenisch begangenes Thomas-Morus-Gedenken zum 500. Jahrestag der Veröffentlichung von "Utopia" - Auch heutige Anglikaner verehren Thomas Morus als "Märtyrer"


London (kath.net/KAP) Der anglikanische Primas Erzbischof Justin Welby veröffentlicht zum Beginn der ökumenischen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen am Mittwoch eine Erklärung mit der Bitte um Vergebung für die Gewalt, die der protestantischen Reformation gefolgt ist. Das berichteten britische Zeitungen und die englische katholische Website www.catholicculture.org am Dienstag. Anlässe sind der 500. Jahrestag des Luther- Thesenanschlags, aber auch das von den großen Kirchen in England ökumenisch begangene Gedenken zur Veröffentlichung von Thomas Morus' berühmter Schrift "Utopia" vor 500 Jahren. Die Texte der Weltgebetswoche wurden heuer von der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland" (ACK) vorbereitet; in ihnen steht das Reformationsgedenken im Mittelpunkt.


Thomas Morus (englisch: More), später mit dem Adelstitel Sir versehen, wurde 1478 in London geboren. Er war zunächst Jurist und wurde 1503 Mitglied des englischen Unterhauses, zog sich jedoch bald zu Studien (in Löwen und Paris) aus dem politischen Leben zurück, da seine Anträge gegen Steuergesetze Heinrichs VII. dessen Unwillen erregt hatten. Unter dessen Nachfolger Heinrich VIII. begann für More eine steile politische Karriere: Er wurde 1518 Mitglied des Privy Council (Geheimen Staatsrates), 1523 Sprecher des Unterhauses und 1529 Lordkanzler. Als Vertrauter des Königs verteidigte er diesen gegen die Angriffe der Protestanten und verfasste unter dem Pseudonym W. Ross die Antwort auf eine Entgegnung Luthers.

Als Heinrich VIII. seine Ehe mit Katharina von Aragon für ungültig erklären ließ und sich anschließend selbst zum Oberhaupt einer eigenständigen anglikanischen Kirche machte, verweigerte Thomas Morus ihm die Gefolgschaft. Er wurde daraufhin 1535 wegen angeblichen Hochverrats verurteilt und enthauptet. Von der katholischen Kirche wurde Thomas Morus 1886 selig und 1935 heilig gesprochen. Er wird heute auch in der anglikanischen Kirche als Märtyrer verehrt.

Thomas More: Seine Hinrichtung und die Kirchenspaltung (1535)


Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

  19. Jänner 2017 
 

Welby:die `Reformatoren wollten ein einfaches Vertrauen in Jesus Christus wieder ins Zentrum stellen

Er geht davon aus daß viele Christen für den großen Segen danken wollen, den sie erhalten haben und zu dem die Reformation direkt beigetragen habe.

Catherine Pepinster, früher für die katholische Wochenzeitschrift `The Tablet` kommentiert diese Aktion: “Reformation is a history of politics as much as theological disputes,” und “I’m not sure that an apology is the right thing”.

Die Tageszeitung The Guardian ist geschichtsbewußter und stellt fest, daß in der Zeit nach dem Bruch mit Rom
gewaltätige Verfolgungen stattfanden. “Allein in England wurden mehr als 800 Klöster enteignet Bibliotheken zerstört, Manuskripte gingen verloren, Schätze geraubt und Kunstwerke enteignet.
Tausende Menschen wurden für ihren Glauben gehängt, gevierteilt oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt.”
Das waren die Katholiken)

Dies alles im Vertrauen auf den Heiland?

Für diese ruchlosen Taten braucht sich ein geistiger Führer heute nicht zu entschuldigen, aber wahrhaftig sein sollte er schon.


4
 
 goegy 19. Jänner 2017 
 

Beeindruckend ist allemal, dass der angelsächsische Protestantismus, im Gegensatz zum deutschsprachigen, die reformatorische Vergangenheit kritisch aufarbeitet.

Hier gibt es in Presse und Schulbüchern ehrliche Betrachtung der Vergangenheit von der Abschlachtung der Katholiken unter Elizabeth I über Cromwell bis zur Zweckentfremdung kontinental-europäischer Getreide-Hilfslieferungen in der "Irish Famine", als evangelische Organisationen die Sendungen zur Verteilung übernahmen, diese aber nur Hungernden zukommen liessen, wenn diese auf Kruzifixe und Marienbilder spuckten und zum Protestantismus konvertierten.

Noch heute, über hundert Jahre später, heissen die Nachkommen dieser irischen Zwangs-Protestanten "supers", Menschen, die in der grossen Hungersnot im 19.Jahrhundert am Sterben waren und dann ihren Glauben für eine Getreide-Suppe verrieten.

Auch zum Jubiläumsjahr tut sich der kontinentale Protestantismus schwer mit seiner Vergangenheit, besonders in Kulturkampf u.NS Zeit


6
 
 Smaragdos 19. Jänner 2017 
 

"Als Heinrich VIII. seine Ehe mit Katharina von Aragon für ungültig erklären ließ und sich anschließend selbst zum Oberhaupt einer eigenständigen anglikanischen Kirche machte, verweigerte Thomas Morus ihm die Gefolgschaft".

Unter Papst Franziskus hätte Heinrich VIII. seine erste Ehe gar nicht für ungültig erklären lassen müssen...

Frage mich, was wohl Thomas Morus, ein Märtyrer der Heiligkeit der Ehe, von AL denkt...


6
 
 Bonifaz2010 19. Jänner 2017 
 

Sinnlos

Auch wieder so eine vollkommen sinnlose politisch-korrekte Aktion: Nichttäter entschuldigen sich bei Nichtopfern für Taten, die längst verstorbene Täter an längst verstorbenen Opfern begangen haben. Wer hat davon etwas? Es wäre angebrachter, Justin Welby würde die eigene Schuld bekennen, etwa im Hinblick auf die Verdunkelung des Evangeliums durch die Zulassung der Weihe von homosexuellen Bischöfen.


6
 
 girsberg74 19. Jänner 2017 
 

Wahrheit nicht mehr so blutig, doch Mut auch heute teuer!

Wer Leben und Schicksal von Thomas More zu würdigen bestrebt ist, kommt gedanklich nicht an seiner eigenen Haltung zu AL vorbei, ob er bei scharfer Gewissenerforschung besser nichts zu Thomas More sagt, außer vielleicht einigen wohl überlegten Worten.

Seinen Tod muss augenblicklich niemand befürchten, doch er könnte, kirchlich abhängig, bald vom Souverän geschasst sein.


7
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Anglikaner

  1. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  2. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  3. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  4. Nach inner-anglikanischem Schisma orientiert sich ein Großteil der Anglikaner stärker protestantisch
  5. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  6. Großbritannien: Anglikanischer Ehrendomherr John Dunnet legt sein Amt aus Gewissengründen nieder
  7. Seit 1992 sind hunderte Geistliche der anglikanischen Kirche katholisch geworden
  8. Wien: Eucharistiefeier im anglikanischen "Divine Worship"-Ritus
  9. Konvertierter Ex-Anglikaner Nazir-Ali sagt neue Welle von Konversionen voraus
  10. Historischer Besuch von König Charles III. im Vatikan






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  9. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  10. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  11. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  12. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  13. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  14. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  15. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz