Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  4. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  5. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  6. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  7. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  8. „Das Ende von Maria 2.0“
  9. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  10. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  11. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  12. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  13. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  14. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit - wider die kranke Kasuistik

24. Februar 2017 in Aktuelles, 120 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: ‚Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?’ – die Heuchelei und der Trug des kranken kasuistischen Denkens. Die Wahrheit Jesu. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?“: diese Frage richten die Pharisäer und Gesetzeslehrer im heutigen Evangelium an Jesus (Mk 10,1-12). Sie tun dies, so Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der 7. Woche im Jahreskreis, um ihn erneut auf die Probe zu stellen.

Ausgehend von der Antwort Jesu erläuterte der Papst, was wirklich im Glauben zählt:

„Jesus antwortet nicht, ob es erlaubt ist oder nicht. Er lässt sich nicht auf deren kasuistische Logik ein. Denn sie dachten an den Glauben allein in Begriffen eines ‚man darf’ oder ‚man darf nicht’, bis zu welchem Punkt man darf, bis zu welchem Punkt man nicht darf. Jene Logik der Kasuistik: Jesus lässt sich nicht darauf ein. Und er stellt seinerseits eine Frage: ‚Nun, was hat euch Mose vorgeschrieben? Was steht in eurem Gesetz?’. Und sie erklären die Erlaubnis, die Mose gegeben hat, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen, und nun sind sie es, die in die Falle gegangen sind, ja. Denn Jesus qualifiziert sie als ‚hartherzig’: ‚Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben’, und er sagt die Wahrheit. Ohne Kasuistik, ohne Genehmigungen. Die Wahrheit“.


„Jesus sagt immer die Wahrheit“, so Franziskus: „er erklärt die Dinge, wie sie geschaffen worden sind“, die Wahrheit der Schrift, des mosaischen Gesetzes. Und er tue dies auch, als ihn seine Jünger zum Ehebruch befragen, denen er wiederhole: „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet“ (V. 11-12).

Doch „wenn dies die Wahrheit ist, und wenn der Ehebruch etwas Schwerwiegendes ist“ – wie, so die Frage des Papstes, sei es dann zu erklären, dass Jesus viele Male mit einer Ehebrecherin gesprochen habe, die auch eine Heidin gewesen sei? Dass er aus ihrem Glas ohne vorhergehende rituelle Reinigung getrunken habe? Und am Ende „hat er zu ihr gesagt: ‚Ich verurteile dich nicht. Sündige nicht mehr’. Wie ist das möglich?“:

„Und der Weg Jesu – das ist deutlich zu sehen – ist der Weg von der Kasuistik hin zur Wahrheit und zur Barmherzigkeit. Jesus lässt die Kasuistik außen vor. Jene, die ihn auf die Probe stellen wollten, jene, die mit dieser Logik des ‚man darf’ dachten, qualifiziert er – nicht hier, sondern an einer anderen Stelle des Evangeliums – als Heuchler. Auch beim vierten Gebot – mit der Entschuldigung, dass sie der Kirche eine schöne Spende gemacht haben, verweigerten es jene, sich um die Eltern zu kümmern. Heuchler. Die Kasuistik ist heuchlerisch. Sie ist ein heuchlerisches Denken. ‚Man darf – man darf nicht’... was dann subtiler, diabolischer wird: ‚bis zu welchem Punkt darf ich? Aber von hier nach da darf ich nicht’. Das ist der Trug der Kasuistik“.

Der Weg des Christen also gebe dieser Logik der Kasuistik nicht nach, sondern antworte mit der Wahrheit, die nach dem Beispiel Jesu mit der Barmherzigkeit einhergeht, „denn er ist die fleischgewordene Barmherzigkeit des Vaters und kann sich nicht selbst verleugnen. Er kann sich nicht selbst verleugnen, da er die Wahrheit des Vaters ist, und er kann sich nicht selbst verleugnen, da er die Barmherzigkeit des Vaters ist“. Und „das ist der Weg, den Jesus uns lehrt“. Er sei, gab Franziskus zu, angesichts der Versuchungen des Lebens schwer zu verwirklichen:

„Wenn die Versuchung an das Herz rührt, ist dieser Weg des Herausgehens aus der Kasuistik hin zur Wahrheit und zur Barmherzigkeit nicht leicht: es bedarf der Gnade Gottes, dass er uns beistehe, auf diese Weise vorwärtszugehen. Und um sie müssen wir immer bitten. ‚Herr, lass mich gerecht sein, aber gerecht mit Barmherzigkeit!’ Nicht gerecht und dabei abgedeckt von der Kasuistik. Gerecht in der Barmherzigkeit. Wie du es bist. Gerecht in der Barmherzigkeit. Dann kann einer, der eine kasuistische Mentalität hat, fragen: ‚Nun, was ist wichtiger in Gott? Gerechtigkeit oder Barmherzigkeit?’. Das ist ein krankes Denken, das versucht, herauszugehen... Was ist wichtiger? Es handelt sich nicht um zweierlei: es ist dies eins. In Gott ist die Gerechtigkeit Barmherzigkeit und die Barmherzigkeit Gerechtigkeit. Der Herr helfe uns, diesen Weg zu verstehen, der nicht leicht ist, der aber uns und viele andere Leute glücklich machen wird“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  2. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  3. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  4. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  5. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  6. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  7. Eine Stadt im völligen Ausnahmezustand: Hohe Sicherheitsstufe für Papstbesuch in Paris
  8. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  9. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  10. Pater Stanisław Tasiemski OP vor Papstreise: „Wohin gehst du, Frankreich?“
  11. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  12. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Über das Dämonische
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz