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Woelki: Man hat 'deutschlandweit gewusst, wofür Meisner gestanden hat'

6. Juli 2017 in Aktuelles, 12 Lesermeinungen
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Trauergottesdienst für Kardinal Meisner am Abend seines Todestages im Kölner Dom – Kardinal Woelki verliest Geistliches Testament Meisners in Trauermesse – Das geistliche Testament Meisners in voller Länge


Köln (kath.net/pek) Am Abend des Todestages des emeritierten Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner hat Kardinal Woelki in einer Trauermesse im Kölner Dom gemeinsam mit etwa 1500 Gläubigen für den Verstorbenen gebetet. In seiner Predigt sagte Kardinal Woelki, dass ihn die Nachricht vom Tod seines Amtsvorgängers „wie ein Schock“ getroffen habe.

Woelki schilderte, wie ein Mitbruder den verstorbenen Kardinal, der sich gerade im Urlaub in Bad Füssing befand, morgens um 7 Uhr in seinem Zimmer tot aufgefunden hat: Das „Bett war gemacht, das Zimmer war perfekt aufgeräumt, wie man das damals und hoffentlich noch heute im Priesterseminar lernt. Es war alles für die Messe vorbereitet, das Brevier noch in der Hand und die Hände und Augen geöffnet.“

Kardinal Woelki war von 1990 bis 1997 Kardinal Meisners Sekretär und wusste daher auch, wie dieser über den Tod dachte. Für Kardinal Meisner habe der Tod keinen Schrecken gehabt; das gehöre zum Leben dazu. „Sterben ist für mich nichts anderes, als das Hinübergehen von einer Hand in die andere Hand Gottes“, zitierte Woelki den emeritierten Erzbischof. Er habe eine „Schatztruhe gehabt mit allen seinen Weihe-Urkunden. Gott hat an seinem Leben gehandelt.“

„Meisner war weihnachtlicher Mensch“

Woelki betonte, man habe „deutschlandweit gewusst, wofür Kardinal Meisner gestanden hat. Nicht einmal im Tod ist er umgefallen – er saß im Sessel. Er war wie ein Baum tief verwurzelt in Christus, woraus sich sein Glauben und sein Leben nährten. Und weil er um Christus wusste, wusste er vom Menschen. Man kann nicht von Christus sprechen, ohne auch vom Menschen zu sprechen. Er war ein weihnachtlicher Mensch.“ Und „weil Gott Mensch geworden ist, kämpfte Kardinal Meisner für den Schutz des menschlichen Lebens, gelegen oder ungelegen. Und er stand auf, wo immer das menschliche Leben bedroht war. Weil er sich für die Humanität unserer Gesellschaft einsetzte. Keine Gesellschaft, kein Parlament, kein Staat hat das Recht, einem Menschen sein Recht auf Existenz abzusprechen. Es ist Gottesgeschenk von Anfang an, bis zum letzten Atemzug. Gott schenkt das Leben.“

Geistliches Testament von Kardinal Meisner


Innerhalb der Predigt verlas der Erzbischof das geistliche Testament Meisners aus dem Jahr 2011.


Darin forderte der Alt-Erzbischof an zentraler Stelle die Gläubigen auf, als seine „letzte Bitte, um ihres Heiles Willen: Stehen Sie zu unserem Heiligen Vater, er ist der Petrus von heute. Folgen Sie seiner Weisung, hören Sie auf sein Wort. Petrus will nichts für sich, sondern alles für den Herrn und seine Brüder und Schwestern.“

kath.net dokumentiert das geistliche Testament von Kardinal Meisner aus dem Jahr 2011 in voller Länge:
Geistliches Testament von Joachim Kardinal Meisner

Köln, den 25. März 2011

Liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seelsorge und Caritas,
liebe Schwestern und Brüder im Erzbistum Köln,
liebe Freunde und Verwandte!

Wie alle Menschen kenne ich nicht den Tag und die Stunde meines Todes und auch nicht die Art und Weise, wo und wie ich sterben werde. Darum möchte ich jetzt schon ein letztes Wort an Sie alle niederschrei
ben, das dann zu gegebener Zeit verlesen wird. Es soll hauptsächlich ein letztes Wort in dieser Welt vor Ihnen an Jesus Christus sein.

Herr Jesus Christus,
du bist das Wort, durch das alles geworden ist. Ich danke dir, dass du 
mich gewollt hast und ich deshalb geworden bin. Dein Wort hat mich im Leben begleitet und mich in deine Not um die Welt und den Menschen geführt. Deshalb wurde ich Priester und Bischof, geprägt und 
geweiht von deinen Wundmalen. Es gehört zu den staunenswertesten Gaben meines Lebens, dass du mich bei deinem Kreuz verwendest und mich deiner Leiden gewürdigt hast. Durch deine Leidenschaft für die Welt sind dein Herz, deine Hände und deine Füße durchbohrt worden. Aus Liebe zu den Menschen hast du mich mit deinem Kreuz berührt. Du hast mich dein Priester und dein Bischof werden lassen. Darum will ich mich besonders im Sterben im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus rühmen, durch das Freude in die Welt gekommen ist.

Im Stundengebet der Kirche bezeuge und bekenne ich mit unseren Priestern ausdrücklich:

"Christus, göttlicher Herr,
dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:
unbewusst, wer dich nicht kennt;
sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.

Christus, du bist meine Hoffnung

mein Friede, mein Glück, all mein Leben:
Christus, dir neigt sich mein Geist;
Christus, dich bete ich an.

Christus, an dir halt' ich fest
mit der ganzen Kraft meiner Seele:
dich Herr, lieb' ich allein -
suche dich, folge dir nach."

In dieser Freude versuchte ich, Ihnen allen im Erzbistum Köln zu dienen. Unsere Bischofsstadt Köln trägt den Ehrentitel "Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia" (Heiliges Köln, von Gottes Gnaden der Römischen Kirche getreue Tochter). Ich habe in meinem bischöflichen Dienst versucht, dieser Auszeichnung zu entsprechen. Christus hat das Petrusamt in die Kirche eingestiftet, um den vielen Völkern in den verschiedenen Zeiten Orientierung und Halt zu geben. Das ist meine letzte Bitte an Sie alle um Ihres Heiles willen: Stehen 
Sie zu unserem Heiligen Vater. Er ist der Petrus von heute. Folgen Sie seiner Wegweisung. Hören Sie auf sein Wort. Petrus will nichts für sich, sondern alles fiir den Herrn und for seine Schwestern und Brüder.

Sie wissen alle, die Spanne meines Lebens umfasste drei gesellschaftliche Systeme: das zwölfjährige Hitlerreich, die vierundvierzigjährige Herrschaft des Kommunismus und schon jetzt über zwanzig Jahre die freiheitliche Demokratie. In allen drei Lebensepochen hat mir der 
Dienst des Papstes immer Orientierung, Ermutigung und Beistand geschenkt. Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!

Nicht die Gnade, die der Apostel Johannes empfangen, begehre ich, nicht die Vergebung, mit der du dem Petrus verziehen, die nur, die du am Kreuz dem Schächer gewährt hast, die erflehe ich: "Heute noch 
wirst du mit mir im Paradies sein" (Mk 15,43).

Joachim Kardinal Meisner
Erzbischof von Köln

EWTN - Joachim Kardinal Meisner - Bilder, Menschen, Emotionen


Archivfoto Kardinal Meisner (c) Erzbistum Köln



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