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'Bin fassungslos, dass sich das ZdK für Islam-Feiertag ausspricht'

18. Oktober 2017 in Deutschland, 49 Lesermeinungen
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CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kritisiert das Zentralkomitee deutscher Katholiken - „Ich bin mir felsenfest sicher, dass dies nicht die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Christen in Deutschland ist“


München (kath.net/pl) „Ich bin tief bestürzt, ja fassungslos, dass sich jetzt auch noch die Spitze des Zentralkomitees der Katholiken für einen Islam-Feiertag ausspricht.“ Das schreibt der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer auf seiner Homepage. „Ich bin Katholik und ich bin mir felsenfest sicher, dass dies nicht die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Christen in Deutschland ist“, stellte er weiter fest. „Wir geben unsere Identität nicht auf. Bedenke das Ende bei all dieser Beliebigkeit. Mit der CSU wird es keinen Islam-Feiertag geben.“

Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, hatte zuvor gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ vertreten: „In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde – das geschieht viel eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann.“

In vielen Medien waren nach der Sternberg-Äußerung Artikel mit Überschriften erschienen, die eine grundsätzliche Zustimmung von Katholiken zum Islamfeiertagen ausdrückten. So titelte beispielsweise die „Zeit“: Katholiken offen für muslimische Feiertage. In den Sozialen Netzwerken konnte man daraufhin viele empörte Bemerkungen von Katholiken lesen, die sich vom ZdK distanzierten. Sie betonten, dass das ZdK keineswegs keineswegs für alle Katholiken in Deutschland spreche, sondern dass es sich vielmehr um eine nicht demokratisch legitimierte Einrichtung handle, die innerkirchlich sehr umstritten sei.


Der hessische CDU-Integrationsexperte, Landtagsabgeordnete und Muslim Ismail Tipi kommentierte in „Tichys Einblick“ den Vorschlag de Maizières folgendermaßen: „Deutschland sollte mit seinen eigenen gesellschaftlichen und religiösen Werten ein abendländisches Land bleiben und kein arabisches Land werden.“ Es gebe auch in Regionen mit hohem Anteil muslimischer Bürgerinnen und Bürger keinen Bedarf zur Einführung islamischer Feiertage. Wörtlich stellte er fest: „Wir haben in Deutschland bereits unter falsch verstandener Toleranz viele unserer Werte und Traditionen verändert. Ich warne ausdrücklich davor: Wir dürfen mit den christlichen und gesellschaftlichen Traditionen unseres Landes nicht spielen!“ Außerdem fragte er, was der nächste Schritt nach einer Einführung von Islamfeiertagen wäre, etwa, fundamentalistischen Forderungen nach einer Kleiderordnung oder nach Geschlechtertrennung in unseren Schulen oder die Erlaubnis zur Vollverschleierung für Schülerinnen und Lehrerinnen? Er habe Angst davor, wohin eine Gesellschaft drifte, „in der man christliche Traditionen mit erfundenen Namen verändert, in der Kreuze von öffentlichen Räumen sogar mit Rechtsurteilen abgehängt, in der Kirchengebäude zum Verkauf angeboten werden und in der die Abschaffung christlicher Feiertage aber im Gegenzug die Einführung islamischer Feiertage diskutiert wird“.

Nach heftiger Kritik auch direkt aus CDU/CSU versucht Innenminister Thomas de Maizière nun offenbar zurückzurudern. „Einen Vorschlag von mir zur Einführung eines muslimischen Feiertages gibt es nicht. Ich werde auch keinen solchen Vorschlag machen“, erläutert er vor einigen Tagen in einer Stellungnahme. Er trete für „die christliche Prägung unserer Kultur“ und spreche sich dafür aus, „dass wir an diesen christlichen Wurzeln – am Glockengeläut, an unseren christlichen Festen, Feiertagen und vielem mehr – auch weiterhin festhalten“. „Auf diesem Fundament habe ich einen Gedanken aufgegriffen, in Regionen mit einem sehr hohen Anteil von Muslimen über einen muslimischen Feiertag zu diskutieren.“ Gleichzeitig habe er aber festgestellt, „dass es nach meiner Überzeugung dabei bleiben muss: Unsere Kultur und damit auch unsere Feiertage sind christlich geprägt und begründet.“

CSU-Generalsekretär Scheuer


Foto Andreas Scheuer © CSU


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