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Anglikanische Bischöfe wollen keinen homosexuellen Amtsbruder

5. November 2003 in Chronik, keine Lesermeinung
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Weltweiter Protest gegen Weihe von Gene Robinson in den USA - Oberhaupt der Anglikaner in Kenia: 'Der Teufel ist zweifellos in die Kirche eingedrungen.'


Durham (kath.net/idea)
Anglikanische Bischöfe aus aller Welt haben gegen die Weihe des bekennenden Homosexuellen Gene Robinson zum Bischof von Durham (US-Bundesstaat New Hampshire) protestiert. Der 56jährige Robinson war am 2. November in einem Gottesdienst im Eishockeystadion von Durham vor 4.000 Gästen zum Bischof der Episkopalkirche geweiht worden, die zur weltweiten anglikanischen Gemeinschaft gehört. Während der dreistündigen Veranstaltung verlas Bischof David Bena (Albany, Bundesstaat New York) im Auftrag von 28 Episkopal-Bischöfen der USA und 10 kanadischen Kollegen eine Erklärung, dass man Robinson nicht als Amtsbruder anerkenne. Scharfe Kritik kommt insbesondere aus Afrika. Das Oberhaupt der Anglikaner in Kenia, Erzbischof Benjamin Nzimbi, kündigte an, alle Beziehungen zur Diözese von New Hampshire zu kappen: „Der Teufel ist zweifellos in die Kirche eingedrungen. Gott aber lässt seiner nicht spotten.“

Größte Teilkirche kündigt Boykott an

Der nigerianische Erzbischof Peter Akinola sagte, in Robinsons Weihe zeige sich, dass Teile der amerikanischen Episkopalkirche „ihre kulturell bedingte Tagesordnung für weit wichtiger halten als Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes“. Die überwältigende Mehrheit der Bischöfe auf der Südhalbkugel könne und werde den Dienst Robinsons nicht anerkennen. Akinola kündigte an, alle Versammlungen zu boykottieren, an denen die US-Kirche teilnehme. Die anglikanische Kirche in Nigeria bildet mit 15 Millionen Mitgliedern die größte Gemeinschaft innerhalb der mehr als 70 Millionen Mitglieder zählenden anglikanischen Weltkirche. Ähnlich wie Akinola haben sich Kirchenführer aus Uganda, Zentralafrika und Südamerika geäußert. Der australische Erzbischof von Sydney, Peter Jensen, wiederholte die kirchliche Lehre, dass praktizierte Homosexualität Sünde sei. Eine Spaltung der Anglikaner sei „eine Tragödie, aber notwendig, wenn man die Wahrheit bewahren will“.

Konservative rufen zur Trennung von Diözese auf

Der Primas der anglikanischen Kirche, der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, hatte vor den Folgen der Bischofsweihe gewarnt. Es werde Robinson, der geschiedener Vater von zwei Töchtern ist und seit 13 Jahren mit seinem Freund zusammenlebt, nicht möglich sein, in allen anderen Diözesen anerkannt zu werden. Die große Mehrheit der nichtwestlichen Welt lehne seine Berufung ab. Williams hatte Mitte Oktober anglikanische Kirchenführer nach London zur Krisensitzung eingeladen. Als Ergebnis erinnerten die Teilnehmer an die Beschlüsse der Weltbischofskonferenz von 1998, die praktizierte Homosexualität als unvereinbar mit der Bibel bezeichnet hatte. Auch der Vatikan hatte bei einer Begegnung mit Williams Anfang Oktober in Rom davor gewarnt, die Weihe Robinsons stelle eine neue „Schwierigkeit“ im Verhältnis zwischen Anglikanern und Katholiken dar. Der theologisch konservative Amerikanische Anglikanische Rat sprach nun sogar von „Irrlehre, Gotteslästerung und Sünde“. Der Rat gibt Gemeinden der Diözese bereits Empfehlungen, wie sie sich von der Episkopalkirche trennen können.



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