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Bischof You Heung-sik: Die Menschen Koreas wollen Frieden

15. Juni 2018 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Der Wunsch der Koreaner nach Frieden habe das Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un ermöglicht. Katholiken sollen sich auf Evangelisierung des Nordens vorbereiten.


Daejeon (kath.net/jg)
Lazzaro You Heung-sik, der Bischof von Daejeon (Südkorea), hat die Katholiken seines Landes in einem Gastbeitrag für AsiaNews dazu aufgefordert, sich auf die Evangelisierung des Nordens der Halbinsel vorzubereiten.

„Die Menschen Koreas, im Süden und im Norden, wollen Frieden, einen gerechten Frieden“, schreibt Bischof You einleitend. Die Einschränkungen und Verzögerungen seien das Werk der „großen Mächte“, die ein Interesse an der Teilung der koreanischen Halbinsel hätten.

Der Wunsch der Koreaner sei aber stärker gewesen und habe das Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un möglich gemacht, schreibt You. Die zukünftige Entwicklung hänge von den großen Mächten und deren Interessen ab. Diese Probleme könnten jedoch im Gebet zu Gott überwunden werden, der die Herzen ändern und die Versöhnung ermöglichen könne.


Er lobt die Rolle des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in, den er wörtlich als „großen Politiker“ bezeichnet, für den Friedensprozess. Moon sei es gelungen, das Vertrauen aller Beteiligten zu gewinnen: Nordkorea, Japan, Russland, USA, China und auch das Vertrauen der Menschen Südkoreas.

Moon und Kim haben einander bereits zweimal getroffen, im April und im Mai dieses Jahres.

Der südkoreanische Bischof hebt in seinem Artikel die Veränderungen in Nordkorea und Kim Jong-un hervor. Dieser habe den Bauern Land gegeben, das diese selbst bewirtschaften könnten. Sie müssten dafür nur zehn Prozent ihrer Einnahmen an den Staat abführen. Dies habe einen freien Markt für Lebensmittel geschaffen. Seitdem Kim an die Macht gekommen sei, habe es weniger Tote und weniger Fluchtversuche gegeben als unter seinen Vorgängern. In Nordkorea, insbesondere in Pjöngjang, gebe es mittlerweile vier Millionen Smartphones, auch wenn der Internetzugang noch nicht möglich sei. Auch dies sei ein Zeichen der Öffnung und Liberalisierung des Regimes.

Abschließend erinnert You an die Verantwortung der Kirche für die Evangelisierung des Nordens der koreanischen Halbinsel. Die Kirche Nordkoreas sei seit 65 Jahren eine „Kirche ohne Hirten“. Vor dem Koreakrieg hätten Missionare Pjöngjang als das Jerusalem Asiens bezeichnet, weil es dort so viele Konversionen gegeben habe. Heute müsse die Kirche ihre Bereitschaft zur Mission überprüfen. Die Menschen Nordkoreas hätten das Recht, das Evangelium zu hören.


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