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„Ich kann gar nicht glauben, dass dieser FDP-Post echt sein soll!“

2. April 2019 in Prolife, 42 Lesermeinungen
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Ministerin Klöckner: „Mit Kind im Bild zu verdeutlichen, bei Trisomie-21-Test wäre es vielleicht nicht auf der Welt, wenn der Test Kassenleistung wäre...“ – Früherer Behindertenbeauftragter Hüppe: „Eiskalt und menschenverachtend“. Von Petra Lorleberg


Berlin (kath.net/pl) „Ich kann gar nicht glauben, dass dieser FDP-Post echt sein soll! Mit diesem Kind im Bild zu verdeutlichen, bei einem Trisomie-21-Test wäre es vielleicht nicht auf der Welt, wenn der Test Kassenleistung wäre ... Deshalb sei die FDP für die ‚diskriminierungsfreie‘ Kassenleistung.“ Das twitterte die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in Reaktion auf einen Tweet der FDP-Bundestagsfraktion. Der FDP-Tweet zeigte das Foto eines Down-Syndrom-Kleinkindes, das sich vertrauensvoll an die Brust seiner Mutter kuschelt. Quer über das Foto konnte man knallig die Forderung lesen: „Trisomie-21-Test muss Kassenleistung werden!“.

Der Journalist Robin Alexander (er schreibt u.a. für die „Welt“) kommentierte das Foto auf Twitter mit den Worten: „Mit Verlaub, diese Montage ist eine Gemeinheit gegenüber dem Jungen und seinen Eltern und allen Menschen mit Down Syndrom und ihren Freunden.“

Christoph Strack, Journalist der Deutschen Welle/Berlin, empörte sich ebenfalls über den FDP-Tweet. Er fragte auf Twitter: „Wie oft hat @fdpbt eigentlich schon gefordert oder erst recht etwas dafür getan, dass sich Frauen und Familien, die sich für ein behindertes Kind entscheiden, alle Unterstützung bekommen? War Lindner schon mal in einer Fördereinrichtung?“

Der ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und CDU-Politiker Hubert Hüppe bezieht auf Anfrage von kath.net Stellung zum Tweet der FDP mit der Forderung „Trisomie-21-Test muss Kassenleistung werden“: „Der Tweet der FDP mit der Forderung nach einer Krankenkassenfinanzierung für den Bluttest und dem Bild eines Kindes mit Downsyndrom ist eiskalt und menschenverachtend. Die FDP scheut nicht davor zurück, ein Kleinkind mit DownSyndrom für Parteiwerbung zu missbrauchen. Gleichzeitig werben die „Liberalen“ mit dem Bild für die Finanzierung einer Selektionsmethode, die gerade dazu führt, dass viele dieser Kinder nicht geboren werden. Das ist an Zynismus nicht zu überbieten. Es stellt sich die Frage, ob das Kind und die Eltern darüber informiert waren und dieser Werbung zugestimmt haben. Klar ist, dieser Test dient keinem therapeutischen Nutzen und in den allermeisten Fällen führt die Diagnose DownSyndrom zur Tötung des ungeborenen Kindes. Interessant wäre auch zu erfahren, ob der behindertenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jens Beeck, mit einbezogen war. Während die Fraktionen des Deutschen Bundestages sich darauf geeinigt haben, nächste Woche eine Orientierungsdebatte ohne Fraktionszwang zu führen, gibt es offensichtlich von der FDP-Parteiführung eine klare Vorgabe, wie sich ihre Abgeordneten dazu stellen sollen.“


Die bekannte Journalistin Birgit Kelle twitterte dazu: „Das eigentlich Schlimme ist: Die haben es alle richtig verstanden. Die @fdp möchte gerne als Kassenleistung einen Pränataltest zulassen, der #DownSyndrome Kinder im Mutterleib früh erkennt. Für 90 Prozent dieser Kinder bedeutet es faktisch ein Todesurteil durch #Abtreibung.“

Die FDP-Bundestagsfraktion löschte den Post inzwischen und erläuterte dazu: „Unser Posting zu #Trisomie21 war missverständlich - das tut uns sehr leid. Wir wollen, dass nicht Geldbeutel entscheidet, ob Schwangere Klarheit bekommen. Für uns ist Perspektive eines Kindes mit Trisomie 21 nichts Negatives. Da Fehleindruck entstand, haben wir sofort gelöscht.“




Zur Dokumentation: FDP-Bundestagsfraktion twitterte dieses Bild mit Forderung nach Bluttests als Kassenleistung und löschte es später wieder



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