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Bischof von Graz-Seckau möchte Pfr. Roger Ibounigg rauswerfen!

22. Juni 2019 in Österreich, 118 Lesermeinungen
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Grazer Bischof Krautwaschl möchte einen der beliebtesten Pfarrer, der ein blühendes Pfarr- und Gebetsleben aufgebaut hat, rauswerfen und droht mit einem Amtsenthebungsverfahren – Doch die Diözese hat die Rechnung ohne das Kirchenvolk gemacht


Graz (kath.net/rn)
Der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl möchte Roger Ibounigg, einen der bekanntesten und insbesondere bei Jugendlichen beliebten Priester der Steiermark, als Pfarrer von Pöllau und Pöllauberg abschießen. Ibounigg ist Priester der Diözese und gehört zu den aktivsten Seelsorgern der Diözese. Seit vielen Jahren betreut er das Jugendtreffen im Sommer mit über 400 Jugendlichen und begleitet auch das bekannte Familientreffen mit 1.200 Menschen. In seinen beiden Pfarren sind etwa 8.000 Katholiken, die meisten sind mit ihm durchaus zufrieden. Dies zeigte auch ein gestriges Treffen in der Pfarre mit dem Generalvikar-Stellvertreter, der dem Volk quasi vermitteln wollte, dass Ibounigg in eine andere Pfarre soll. Bei dem Treffen waren mehr als 100 Personen anwesend, nur etwa 10 Personen hatten Probleme mit dem Pfarrer und kritisierten den Pfarrer, weil er angeblich zu oft über die Beichte redet. Der Rest verteidigte den Pfarrer und verlangte vom Vertreter aus Graz-Seckau Informationen darüber, was der Pfarrer denn verbrochen habe. Es gab interessanterweise keine Antworten. Ibounigg gilt in der Pfarre als beliebt, sogar der amtierende Landeshauptmann der Steiermark, Hermann Schützenhöfer (ÖVP), hat sich hinter den Pfarrer gestellt und bei der Diözese seine Meinung inzwischen kundgetan.

Ibounigg erklärte im Gespräch mit kath.net: "Es gibt in der Pfarre eine Gruppe, die schon jahrelang Briefe nach Graz schreibt und dort ein offenes Ohr beim Bischof findet." Er habe das Gefühl, dass Krautwaschl ihn von Anfang an weghaben wollte und man im Zuge der Seelsorgeräume installierte Pfarrer weghaben möchte. Die Diözese warf Ibounigg vor, dass es angeblich keine Einheit in der Pfarre gebe. "Es ist eine kleine Gruppe, die gegen mich ist. Das, was Jesus nicht geschafft hat, soll ich schaffen", so Ibounigg.


Diese Woche wurde ihm jetzt das Dekret präsentiert, in dem gewünscht wird, dass er als Pfarrer versetzt werden soll. Bis 7. Juli habe er nun Zeit, darauf eine Antwort zu geben. Doch der Pfarrer hat die Annahme abgelehnt und kündigt gegenüber kath.net an, nicht aufgeben zu wollen. "Für mich ist es innere Gewissheit, dass ich das nicht annehmen werden." Spannend wird allerdings, was danach passiert, denn einen Pfarrer kann man ohne gute Begründung nicht so leicht absetzen, dies würde über Rom gehen und könnte für die Diözese Graz-Seckau sehr unangenehm werden. Denn Ibounigg hat nicht nur viele Freunde in der Steiermark und darüber hinaus, auch andere österreichische Bischöfe wie Kardinal Schönborn oder Erzbischof Lackner kennen und schätzen den Pfarrer und haben seine Treffen mehrfach besucht. Auch Alt-Bischof Kapellari gilt als ein Freund von Ibounigg. Krautwaschl hätte dann auch erheblichen Erklärungsbedarf in der Bischofskonferenz, warum er eine der beliebtesten Pfarrer des Landes ohne Begründung absetzen möchte.

Ibounigg hat in der Pfarre etwas Einmaliges geschafft. Seit vier Jahren gibt es in seiner Pfarre Pöllau eine Kapelle mit Ewiger Anbetung und er agiert durchaus ein wenig wie ein "Pfarrer von Ars" der Steiermark. Die Kapelle wird von Betern aus der Pfarre und darüber hinaus Tag und Nacht besucht und betreut. "Die Hauptzielrichtung ist Gebet um geistliche Berufung, das ist die große gegenwärtig Not der Kirche“, erklärt Ibounigg gegenüber kath.net den Sinn.

Falls man Ibounigg absetzt, steht sehr viel auf dem Spiel. Denn neben dem Gebet und dem blühenden Pfarrleben würde große Gefahr bestehen, dass die wichtigsten katholischen Treffen der Diözese wegfallen und eingestellt werden müssten. "Viele pfarrliche Mitarbeiter würden nicht mehr mitarbeiten, die beiden Treffen und die Ewige Anbetung würden in Frage gestellt werden.", so Ibounigg. Diese sind für die Region sogar schon ein Wirtschafsfaktor geworden. Ibounigg hofft, dass der Bischof noch einlenken werde und einen Versöhnungsprozess anstreben werde das Dekret zurückzieht. Abschließend kritisiert Ibounigg die generellen Umstrukturierungen auch in der Steiermark. "Alle installierten Pfarrer, die nicht Seelsorgerraumleiter sind, sind im Weg. Es geht gegen die Priester, die die Eucharistie in die Mitte stellen, weil man eigentlich die Wortgottesdienste propagieren möchte."

Die Diözese Graz-Seckau hat am Dienstag den geplante Rauswurf von Ibounigg so kommuniziert: "Der Diözesanbischof hofft dennoch, dass Pfarrer Ibounigg seinem Wunsch nach Veränderung nachkommen wird, um so den Pfarren Pöllau und Pöllauberg einen guten Weg in Ausübung der Verantwortung des Hirtenamtes in die Zukunft zu ermöglichen." Dann behauptet die Diözese, dass diese Maßnahme einer "üblichen Rotation" entspreche, wie sie in der Dienstordnung für Priester vorgesehen sei und die oft in die Medien getragenen internen Konflikte in der Pfarre für diese Entscheidung spreche. Abschließend droht die Diözese dem Pfarrer mit einem Amtsenthebungsverfahren gemäß den Vorschriften von can. 1740 ff. CIC.


Kontakt Bischof Krautwaschl

VIDEO: Predigt von Roger Ibounigg bei Jugendtreffen




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