Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  5. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  6. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  7. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  13. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Der Name Jesus bedeutet: JHWH ist Heil!

13. August 2019 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: die Messianität Jesu. Wie das Heil des Menschen zu denken ist und worin daher die wesentliche Aufgabe des Heilsbringers versteht. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Wie in den vergangenen Wochen zu sehen war (und in den kommenden Wochen immer mehr zu sehen sein wird), wird die Amazonas-Synode im Oktober 2019 auch zur Erwägung von theologischen Grundsatzproblematiken ge- und missbraucht werden. Dies machten in den vergangenen Wochen besonders die Einwände der Kardinäle Müller und Brandmüller in Bezug auf das von vielen als skandalös, häretisch und apostatisch gesehene Arbeitdokument zur Vorbereitung der Synode deutlich.

Kurz: folgt man einigen altbekannten „Erneuerern“ und ihren offen oder verdeckt zum Ausdruck gebrachten Intentionen, geht es um das Wesen des Christentums selbst, um das Wesen der Offenbarung des dreifaltigen Gottes, um das Heilswerk Jesu Christi. Daher lohnt es sich, bei dem Theologen nachzuschauen und nachzufragen, dessen letztes Werk gerade Christus als Mittelpunkt hatte. Wie steht es um das Heil? Wessen bedarf der Mensch? Wer lernt von wem und wer folgt wem?


Joseph Ratzinger – Benedikt XVI., Jesus von Nazareth: Prolog. Die Kindheitsgeschichten, Freiburg-Basel-Wien 2012, 37-39)

Josef erhält zusammen mit der Aufforderung, Maria als Frau zu sich zu nehmen, den Auftrag, dem Kind einen Namen zu geben und es so rechtlich als sein Kind anzunehmen. Es ist der gleiche Name, den der Engel auch Maria als Namen des Kindes angegeben hatte: Jesus. Der Name Jesus (Jeshua) bedeutet: JHWH ist Heil. Der Gottesbote, der im Traum mit Josef spricht, verdeutlicht, worin dieses Heil besteht: „Er rettet sein Volk von seinen Sünden.“


Damit ist einerseits ein hoher theologischer Auftrag erteilt, denn nur Gott selbst kann Sünden vergeben. So wird dieses Kind in unmittelbaren Zusammenhang zu Gott gerückt, direkt mit Gottes heiliger und rettender Macht verbunden. Andererseits könnte aber diese Definition der Sendung des Messias auch als enttäuschend erscheinen. Die geläufige Heilserwartung richtet sich vor allem auf die konkreten Bedrängnisse Israels – auf die Wiederherstellung des davidischen Königtums, auf die Freiheit und Unabhängigkeit Israels und damit natürlich auch auf das materielle Wohlergehen eines weitgehend verarmten Volkes. Die Verheißung der Sündenvergebung erscheint als zu wenig und zu viel zugleich: zu viel, weil in Gottes eigene Vorbehaltssphäre eingegriffen wird; zu wenig, weil an das konkrete Leiden Israels und an seine reale Heilsbedürftigkeit nicht gedacht zu sein scheint.

Im Grunde ist so schon in diesem Wort der ganze Streit um die Messianität Jesu vorweggenommen: Hat er nun Israel erlöst, oder ist nicht alles gleich geblieben? Ist die Sendung, wie er sie gelebt hat, die Antwort auf die Verheißung, oder ist sie es nicht? Sicher entspricht sie nicht der unmittelbaren Erwartung des messianischen Heils der Menschen, die nicht so sehr von ihren Sünden, sondern vielmehr von ihren Leiden, von ihrer Unfreiheit, von der Armseligkeit ihres Daseins sich bedrängt fühlten.

Jesus selbst hat die Frage nach der Priorität in der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen drastisch in den Raum gestellt, als die vier Männer den Gelähmten, den sie der Menschenmenge wegen nicht durch die Tür tragen konnten, vom Dach herunterließen und Jesus zu Füßen legten. Die Existenz des Leidenden als solche war eine Bitte, ein Ruf nach Heil, den Jesus völlig gegen die Erwartung der Träger und des Kranken selbst mit dem Wort beantwortete: „Kind, deine Sünden sind dir vergeben“ (Mk 2,5). Genau das hatten die Menschen nicht erwartet. Genau darum war es ihnen nicht gegangen. Der Gelähmte sollte gehen können, nicht von den Sünden befreit werden. Die Schriftgelehrten kritisierten die theologische Anmaßung von Jesu Wort; der Leidende und die Menschen rundherum waren enttäuscht, weil Jesus die eigentliche Not dieses Menschen zu übersehen schien.

Ich halte die ganze Szene für durchaus bezeichnend im Hinblick auf die Frage nach der Sendung Jesu, wie sie zuallererst im Engelswort an Josef umschrieben wird. Hier wird sowohl die Kritik der Schriftgelehrten wie die stille Erwartung der Menschen aufgenommen. Dass Jesus Sünden vergeben kann, zeigt er nun dadurch, dass er dem Kranken befiehlt, seine Bahre aufzuheben, um geheilt wegzugehen. Aber dabei bleibt die Priorität der Sündenvergebung als Grundlage aller wahren Heilung des Menschen unberührt.

Der Mensch ist ein Wesen in Beziehungen. Und wenn die erste, die grundlegende Beziehung des Menschen gestört ist – die Beziehung zu Gott –, dann kann nichts Weiteres mehr wirklich in Ordnung sein. Um diese Priorität geht es in Jesu Botschaft und Wirken: Er will den Menschen zuallererst auf den Kern seines Unheils hinweisen und ihm zeigen: Wenn du da nicht geheilt wirst, dann wirst du trotz aller guten Dinge, die du findest, nicht wirklich geheilt.

In diesem Sinn liegt in der Auslegung von Jesu Namen, die Josef im Traum geschenkt wird, schon eine grundlegende Klarstellung, wie Heil des Menschen zu denken ist und worin daher die wesentliche Aufgabe des Heilsbringers besteht.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI. - Licht des Glaubens

  1. Der außerordentliche Aufruf zur Umkehr
  2. Die antike Prophetie und der letzte Horizont
  3. Unsere Liebe Frau in Jerusalem – die Hingabe
  4. Elisabeth von Ungarn – Brot, das zu schönsten Rosen wird
  5. Unterwegs zu Christus, dem König
  6. Martin von Tours. Der Soldat Christi
  7. Die Kirche: der Weinstock, die Reben und die Reblaus
  8. Simon und Judas: unsere Identität erfordert angesichts der Widersprüchlichkeiten der Welt Kraft
  9. Ein Narrativ: das reale Konzil und des ‚Konzil der Journalisten’
  10. Leiden mit dem anderen, für die anderen. Leiden um der Wahrheit und der Gerechtigkeit willen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  5. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  7. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  8. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  9. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  10. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  11. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  14. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  15. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz