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Deine Sünden sind dir vergeben!

17. Jänner 2020 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: hin zum Wesentlichen, der Beziehung zu Gott. Die Medizin für die Seele ist die Vergebung. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Der Menschensohn hat die Vollmacht, auf der Erde Sünden zu vergeben“: Papst Franziskus kommentierte in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der ersten Woche im Jahreskreis, Gedenktag des heiligen Mönchsvaters Antonius, das Tagesevangelium nach Markus (Mk 2,1-12) von der Heilung eines Gelähmten.

Jesus ist in Kafarnaum und die Menge versammelt sich um ihn. Durch eine Öffnung im Dach des Hauses bringen einige ihm einen Mann, der auf einer Bahre liegt. Die Hoffnung ist, dass Jesus den Gelähmten heilen wird, aber er verblüfft alle, indem er sagt: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“. Erst dann wird er ihm befehlen, aufzustehen, die Bahre zu nehmen und nach Hause zu gehen.

Papst Franziskus erklärte, dass es Jesus mit seinen Worten gestatte, zum Wesentlichen zu gehen. „Er ist ein Mann Gottes“, doch er sei kein Heiler gewesen, er habe gelehrt, doch „er war mehr als ein Lehrer“, und anghesichts Szene, die sich ihm präsentiere, gehe er zum Wesentlichen:


„Er sieht den Gelähmten an und sagt: ‚Deine Sünden sind dir vergeben’. Die leibliche Heilung ist ein Geschenk, die leibliche Gesundheit ist ein Geschenk, das wir schätzen müssen. Aber der Herr lehrt uns, dass wir auch die Gesundheit des Herzens, die geistliche Gesundheit bewahren müssen“.

Jesus geht auch mit der sündigen Frau, von der das Evangelium spreche, auf das Wesentliche ein, wenn er vor ihrem Weinen zu ihr sage: „Deine Sünden sind dir vergeben“. Die anderen seien empört, „wenn Jesus zum Wesentlichen geht, sind sie empört, denn dort liegt die Prophetie, dort ist die Kraft“.

Auf dieselbe Weise sage Jesus zu dem Mann am Teich, der nie rechtzeitig zum Wasser komme, um geheilt zu werden: „Geh und sündige nicht mehr“. Die Samariterin, die ihm so viele Fragen stelle – „sie spielte ein wenig die Rolle eines Theologen“ – frage Jesus nach ihrem Mann. Er gehe auf das Wesentliche des Lebens ein und, so der Papst, „das Wesentliche ist deine Beziehung zu Gott. Und wir vergessen das oft, als hätten wir Angst, genau dorthin zu gehen, wo die Begegnung mit dem Herrn, mit Gott, stattfindet“.

Wir beschäftigten uns so sehr mit unserer leiblichen Gesundheit, „wir geben uns Ratschläge über Ärzte und Medikamente, und es ist eine gute Sache, aber denken wir an die Gesundheit des Herzens?“:

„Es gibt hier ein Wort Jesu, das uns vielleicht helfen wird: ‚Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!’. Sind wir es gewohnt, über diese Medizin der Vergebung unserer Sünden, unserer Fehler nachzudenken? Wir fragen uns: ‚Muss ich Gott für irgendetwas um Vergebung bitten?’. ‚Ja, ja, ja, im Allgemeinen sind wir alle Sünder’, und so wird die Sache verwässert und verliert an Kraft, diese Kraft der Prophetie, die Jesus hat, wenn er zum Wesentlichen geht. Und heute sagt Jesus zu jedem von uns: ‚Ich will dir deine Sünden vergeben’“.

Der Papst sagte weiter, dass vielleicht jemand keine Sünden in sich selbst finde, die es zu beichten gelte, weil „einem an Sündenbewusstsein fehlt“. Der „konkreten Sünden“, der „Krankheiten der Seele“, die geheilt werden müssten, „und die Medizin zur Heilung ist die Vergebung“:

„Es ist eine einfache Sache, die Jesus uns lehrt, wenn er sich auf das Wesentliche konzentriert. Das Wesentliche ist die Gesundheit, alles: von Leib und Seele. Behüten wir gut die des Leibes, aber auch die der Seele. Und gehen wir zum Doktor, der uns heilen kann, der unsere Sünden vergeben kann. Jesus kam dafür, er gab sein Leben dafür“.

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Lesermeinungen

 phillip 19. Jänner 2020 
 

„keine Sünden, die es zu beichten gelte, weil „einem an Sündenbewusstsein fehlt“. 5)

...unbesorgt, denn meine Kirche wird sich nicht geistlich in dein persönliches Leben einmischen.“ 1864 KKK drückt folgendes aus: „Wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften" (Mk 3,29) [Vgl. Mt 12,32; Lk 12,10]. Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos; wer sich aber absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung seiner Sünden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil zurück [Vgl. DeV 46.]. Eine solche Verhärtung kann zur Unbußfertigkeit bis zum Tod und zum ewigen Verderben führen. Die Sünde der Unbußfertigkeit, ist dann gegeben, wenn der ausdrückliche Vorsatz vorhanden ist, in der Sünde (Ehebruch)zu verharren; genau das trifft auf more uxorio lebende Geschiedene/Wiederverheiratete zu, von Gottes Willen kann keine Rede sein! AL trägt also bei Geschiedenen/Wiederverheirateten, die more uxorio leben, zum Verlust des Sündenbewusstseins bei.


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 phillip 19. Jänner 2020 
 

„keine Sünden, die es zu beichten gelte, weil „einem an Sündenbewusstsein fehlt“. 4)

...mit dem Vorsatz, fortan nicht zu sündigen (KKK 1451). Ein zulässiger Kommunionempfang setzt wiederum den Stand der Gnade (Bedingung/sittliche Disposition) zum Zeitpunkt des Empfanges des Heiligsten Leibes Christi voraus. Die mit amoris laetitia verkündete Auffassung stellt mE einen offenen Widerspruch zu katholischen Glaubenswahrheiten dar.Der besorgniserregende Aspekt im Denken, das hinter solchen Aussagen steckt, ist die Idee einer unheilbaren Alternative zwischen Anspruch der Lehre und Barmherzigkeit: entweder das Eine oder das Andere. Aber die Kirche lehrt und lebt seit jeher das Gegenteil. Es ist das Sündenbewußtsein und die Reue, die Sünde begangen zu haben, die zusammen mit dem Vorsatz, die Sünde in Zukunft zu meiden, die Vergebung durch Gott möglich machen. Jesus rettet die Ehebrecherin vor der Steinigung, er vergibt ihr, aber er entlässt sie mit den Worten: „Geh und sündige nicht mehr“. Er sagt nicht: „Geh, und sei ...


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 phillip 19. Jänner 2020 
 

„keine Sünden, die es zu beichten gelte, weil „einem an Sündenbewusstsein fehlt“. 3)

Mit Äußerungen in amoris laetitia, zum Islam, zum Frieden und zur Einheit aller Weltreligionen, so meinen nicht Wenige, darunter auch ich, trage der Papst selbst Wesentliches zum Verlust eines Sündenbewusstseins bei. Seine Äußerungen zum Islam, zum Frieden und zur Einheit aller Weltreligionen sprechen für sich; wer dem Papst darin folgt, dem fehlt offensichtlich ein diesbezügliches Sündenbewusstsein. Was AL anlangt, so ist zu bemerken, dass dieses Schreiben als Zulassung für den Erhalt der Absolution und der Kommunion im Fließtext bloß eine Barmherzigkeit nennt, die „…, voraussetzungslos und bedingungslos …“ sei (297). Das widerspricht dem Glaubenssatz „Zum würdigen oder fruchtbringenden Empfang der Sakramente ist beim erwachsenen Empfänger eine sittliche Disposition erforderlich. Unter sittliche Disposition (Bedingung, Voraussetzung) für den Empfang der Absolution (Sakrament der Versöhnung) ist die Reue, das ist ein Seelenschmerz und eine Abscheu über die begangene Sünde, verbunden...


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 phillip 19. Jänner 2020 
 

„keine Sünden, die es zu beichten gelte, weil „einem an Sündenbewusstsein fehlt“. 2)

…diese Sünden nicht vergeben oder derart sündige Menschen zur Heiligen Kommunion nicht zugelassen werden, sondern im Wesen dieser Sünden; Gott verzeiht nicht, weil der Sünder keine Verzeihung will , sondern vorsätzlich in der Unbußfertigkeit verharrt und damit auch von den Sakramenten, aber auch vom (verheißenen) Himmelreich ausgeschlossen ist. Wer aber Gott liebt – so heißt es in der Göttlichen Offenbarung -, hält seine Gebote. Es liegt mE doch klar auf der Hand, dass das Bestreben des Widersachers Jesu – in subtiler, zugegebenermaßen hinterlistiger Art und Weise – darauf ausgerichtet ist, zunächst den Gläubigen in seinem Sündenbewusstsein zu erschüttern und es dann zusammen mit den Geboten nach dem Motto, ihr werdet sein wie Gott, abzuschaffen. Jeder gibt sich seine Gebote selbst nach jeweiligem Gutdünken oder der jeweils aktuellen subjektiven psychischen Verfassung; damit verschwindet jedes Sündenbewusstsein - ein schrecklicher Gedanke, da muss ich dem Papst durchaus Recht geben.


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 Oelberg 17. Jänner 2020 
 

@Stefan Fleischer

und das geht nur, wenn man den Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert als das Grundübel der heutigen Situation erkennt und benennt.


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 Klimakos 17. Jänner 2020 

Sehr schön.... mal sehen was er morgen sagt.


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 Stefan Fleischer 17. Jänner 2020 

Sehr richtig

Das ist es, was uns die moderne Theologie allzu oft zu sagen "vergisst", nämlich dass es nicht genügt, ein guter Mensch zu sein, dass all unsere guten Werke uns nichts nützen, wenn sie nur dazu dienen uns als ein solcher fühlen zu können, dass es immer auch unser Sündenbewusstsein braucht, damit wir uns bessern können einerseits und damit die Liebe und Barmherzigkeit Gottes überhaupt bei uns ankommen können.


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 Veritatis Splendor 17. Jänner 2020 

Und dann?

Was sagt die päpstliche Theologie zum christlichen Leben NACH der Vergebung?

Ist es das stupide Gefangensein im Kreislauf des ständigen Weitersündigens und Vergebens oder gibt es auch eine real wachsende Heiligkeit, für die sich die Mühe überhaupt lohnt?

Nicht falsch verstehen, häufige Beichten sind immer nötig - aber möglichst auf stets tieferem Erkenntnis-Niveau und zunehmender Herzensreinheit.

Wenn es nämlich objektiv kein Voranschreiten gäbe, warum dann überhaupt sich anstrengen?


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