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Türkei: Marienkloster von Sumela wird ab Ende Juli zugänglich sein

7. Juli 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Wermutstropfen: Zugleich wird die Hagia Sophia von Trapezunt nach einer Restaurierung als Moschee wiedereröffnet.


Istanbul (kath.net/KAP) Das berühmte Marienkloster von Sumela im türkischen Pontus ist ab Ende Juli wieder für Besucher geöffnet. Die Eröffnungszeremonie wird der türkische Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy vornehmen, berichtete der Informationsdienst der Stiftung "Pro Oriente" am Montag. Die Restaurierung des Klosters in den Bergen südlich von Trapezunt (Trabzon) hat fünf Jahre gedauert. Ursprünglich sollte es bereits Ende Juni wieder zugänglich sein. Aber die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie führten zu der Verschiebung. Derzeit ist noch nicht klar, ob dem Ökumenischen Patriarch Bartholomaios I. von den Behörden erlaubt wird, am 15. August in Sumela den Gottesdienst zum orthodoxen Fest der Entschlafung der Gottesmutter zu feiern.


 

Das im Jahr 386 gegründete Kloster Sumela war viele Jahrhunderte hindurch der bedeutendste Wallfahrtsort am Schwarzen Meer, vor allem wegen der hier verehrten Marienikone, die dem Evangelisten Lukas zugeschrieben wird. Nach dem Ende der kurzlebigen Pontischen Republik mussten 1923 alle griechischen und armenischen Christen des Pontus das Land verlassen, auch die Mönche von Sumela. Jahrzehnte hindurch war das Kloster eine Ruine, bis es 1972 von der Regierung in Ankara zum Nationaldenkmal erklärt wurde.

 

2010 wurde erstmals dem Ersuchen von Patriarch Bartholomaios stattgegeben, am 15. August die Göttliche Liturgie in Sumela feiern zu dürfen. Mehrere Jahre konnte der Patriarch danach das Marienfest dort feiern, bevor es ihm unter Hinweis auf die laufenden Restaurierungsarbeiten wieder verweigert wurde.

 

In die Freude über die Wiedereröffnung des Klosters Sumela mischt sich ein Wermutstropfen: Kulturminister Ersoy wird in Trapezunt gleichzeitig auch die ebenfalls restaurierte Hagia Sophia eröffnen. Die in ihrer heutigen Form um 1250 errichtete Hagia Sophia von Trapezunt ist ein Hauptwerk der byzantinischen Baukunst, ihre Fresken haben Weltgeltung. Nach der umfangreichen Restaurierung der Fresken in den Jahren 1957 bis 1962 war die Hagia Sophia seit 1964 ein Museum. Aufgrund einer umstrittenen Gerichtsentscheidung wurde sie 2012 wieder zur Moschee, im Juni 2013 fand das erste Freitagsgebet statt. Derzeit ist unklar, in welcher Form nach der jüngsten Restaurierung die Fresken sichtbar sein werden.

 

Die feierliche Eröffnung von Kloster Sumela und Hagia Sophia Ende Juli wird im Pontus so interpretiert, dass das reiche künstlerische Erbe des Kaisertums Trapezunt - es bestand von 1204 bis 1461 - zur Förderung des Tourismus genutzt werden soll. Allein in der relativ kleinen Stadt Trapezunt gab es 80 Kirchen, von denen die meisten bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs noch standen. Sehr viele dieser Gotteshäuser sind aber in den vergangenen 100 Jahren "verschwunden".

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

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