Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Menschenrecht auf Abtreibung?
  7. So fühlt sich Nachhausekommen an
  8. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  9. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  10. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  15. Venezuela schließt sein Foltergefängnis, viele politische Gefangene sind auf dem freien Fuß!

Wenn Erzbischof Paglia den Lebensschutz relativiert und Evangelium vitae ignoriert!

31. August 2020 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Vincenzo Paglia, der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Lebens, hat nichts verstanden - Lebensschutz ist (nicht nur) in den USA immer auch reale Parteipolitik. Ein Kommentar von Roland Noé


Vatikan-Washington DC. (kath.net/rn)

Es klingt wie ein verspäteter April-Scherz. Erzbischof Vincenzo Paglia, der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, warnt in einem aktuellen Interview vor einer Instrumentalisierung des Lebensschutz-Themas im US-Wahlkampf, nennt es eine "ideologische Waffe für einschlägige Kampagnen“ und spricht davon, dass Lebensschutz nicht zu einem „Spielball politischer Interessen“ werde sollte.


Wer solche Aussagen macht, hat entweder inhaltlich zum Thema Lebensschutz nichts verstanden oder hat einfach keine Ahnung, um was es in den USA, auch und gerade im Wahlkampf, in der Praxis geht. Auf der einen Seite steht nämlich die Partei der Demokraten, die in den USA von der größten Abtreibungsorganisation der Welt, Plannend Parenthood, finanziell gesponsert wird und in der führende Repräsentanten wie Biden und Harris eine Tötung ungeborener Kinder bis zur Geburt fordern oder mindestens fördern. Manche Vertreter dieser Partei gehen sogar noch weiter und wollen noch eine Tötung nach der Geburt erlauben, wenn das Kind eine Abtreibung überlebt. 2019 haben bei einer Abstimmung im US-Senat nur ganz wenige Demokraten mit den Republikanern mitgestimmt, um zumindest das zu verbieten. Demokratische Lebensschützer werden in der eigenen Partei seit Jahren massiv ausgegrenzt: beim überparteilichen berühmten Marsch für das Leben in Washington DC. dürfen sie zu Wort kommen, beim Parteitag der Demokraten bekamen sie keine einzige Sekunde Redezeit.



Auf der anderen Seite steht die Partei der Republikaner, in der Lebensschützer aus Überzeugung führende Positionen bekleiden und dort eben nicht nur geduldet, sondern auch gefördert werden. Beim dortigen Parteitag durften mehrere bekannte Lebensschützer auftreten und viele Minuten lang reden. Wer das Thema „Lebensschutz“ vermeintlich aus der Parteipolitik raushalten möchte, hat dementsprechend keine Ahnung von der Realpolitik in den USA und verschleiert die klare Politik des Lebensschutzes eines Heiligen Johannes Paul II. und seiner Enzyklika Evangelium vitae. Für Christen ist die Wahl klar. Nur Barbaren und Anti-Christen können einer Partei eine Stimme geben, die ernsthaft Kindstötung bis zur Geburt ermöglichen möchte, darum werden in den USA gläubige Christen und Katholiken bei der Wahl 2020 auch überwiegend republikanisch wählen. Aus diesem Grund haben bei der Wahl 2016 auch die meisten katholischen Bischöfe der USA Donald Trump die Stimme gegeben, wie katholische Bischöfe in den USA bei Hintergrundgesprächen mehrfach klar mitgeteilt haben. Face it: Die Republikaner sind für Christen in den USA ganz klar das kleinere Übel.


Herr Erzbischof Paglia, Gesetze werden in einer Demokratie durch Parteien ermöglicht und im Parlament beschlossen. Lebensschutz ist daher immer auch reale Parteipolitik. Jede Partei hat die Wahl, ob sie für oder gegen die Tötung der Kleinsten unserer Gesellschaft ist, in den USA haben die zwei großen Parteien hier eine ziemlich klare Linie. Wenn eine Partei einer „Kultur des Todes“ in extremster Form anhängt wie dies in den USA bei den Demokraten der Fall ist, dann ist die Wahl völlig klar, wie man im Kapitel 72 in Evangelium vitae lesen kann, denn Gesetze, die in „Form der Abtreibung und der Euthanasie“ die unmittelbare Tötung unschuldiger Menschen für rechtmäßig erklären, befinden sich in „totalem und unversöhnlichem Widerspruch“ zu dem allen Menschen eigenen unverletzlichen Recht auf Leben.


Und weiter heißt es in "Evangelium vitae": „Die Gesetze, die Abtreibung und Euthanasie zulassen und begünstigen, stellen sich also nicht nur radikal gegen das Gut des einzelnen, sondern auch gegen das Gemeinwohl und sind daher ganz und gar ohne glaubwürdige Rechtsgültigkeit. Tatsächlich ist es die Nicht-Anerkennung des Rechtes auf Leben, die sich, gerade weil sie zur Tötung des Menschen führt — in dessen Dienst zu stehen die Gesellschaft ja den Grund ihres Bestehens hat —, am frontalsten und irreparabel der Möglichkeit einer Verwirklichung des Gemeinwohls entgegenstellt. Daraus folgt, dass ein staatliches Gesetz, wenn es Abtreibung und Euthanasie billigt, eben darum kein wahres, sittlich verpflichtendes staatliches Gesetz mehr ist.“


Herr Erzbischof Paglia, bitte informieren Sie sich etwas besser, beenden Sie die Relativierung des Lebensschutzes, und folgen Sie mehr dem „Evangelium vitae“ des Heiligen Johannes Paul II.


LESETIPP: Evangelium vitae - http://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_25031995_evangelium-vitae.html


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. Die US-Bischofskonferenz lädt zur 14. Pro-Life-Novene ein
  2. Bischof Barron lobt Vorgehen des US-Gesundheitsministeriums gegen ‚Geschlechtsanpassung‘
  3. US-Präsident Trump: ‚Religion kommt nach Amerika zurück‘
  4. Vatikan hebt Pfarraufhebungen in US-Diözese Buffalo auf
  5. US-Studie zeigt: Republikaner sind religiöser als Demokraten
  6. US-Grenzschutzbeauftragter Homan: Wir haben 62.000 Kinder gerettet
  7. Nach Kritik: Universität Notre Dame führt Verpflichtung auf katholische Mission wieder ein
  8. Abtreibungszentrum von Planned Parenthood in Manhattan geschlossen
  9. Paul S. Coakley ist neuer Vorsitzender der US-Bischofskonferenz
  10. 10.000 Teilnehmer bei Staffellauf für den Lebensschutz in den USA






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  7. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  12. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  13. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  14. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  15. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz