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Trotz ‚Pandemie’ Krippe und Christbaum auf dem Petersplatz

30. Oktober 2020 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Weihnachten 2020 im Vatikan: eine künstlerische Krippe aus Keramik aus den Abruzzen und eine monumentale Fichte aus Slowenien


Rom (kath.net/as) Die Krippe, die auf dem Petersplatz für Weihnachten 2020 eingerichtet werden wird, kommt aus Castelli in der Provinz Teramo, seit dem sechzehnten Jahrhundert einem wichtigen Zentrum für Keramik. Die majestätische Fichte, 28 Meter hoch und 70 Zentimeter im Durchmesser am Boden, kommt dagegen aus dem Südosten Sloweniens, genauer aus dem Gebiet der Gemeinde Kočevje. In diesem Jahr soll der traditionelle Raum für die Weihnachtsbauten auf dem Petersplatz noch mehr als sonst ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht für die ganze Welt sein. Er will die Gewissheit zum Ausdruck bringen, dass Jesus unter sein Volk kommt, um es zu retten und zu trösten. Eine wichtige Botschaft in dieser schwierigen Zeit aufgrund des Gesundheitsnotstands von Covid-19.

Die traditionelle Einweihung der Krippe und das Anzünden des Weihnachtsbaums finden trotz der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen am Freitag, den 11. Dezember, um 16.30 Uhr auf dem Petersplatz statt. Die Zeremonie wird von Kardinal Giuseppe Bertello und Bischof Fernando Vérgez Alzaga, dem Präsidenten bzw. Generalsekretär des Governoratos des Staates der Vatikanstadt, geleitet. Am selben Tag werden am Morgen die Delegationen aus Castelli und Kočevje von Papst Franziskus zur offiziellen Übergabe der Geschenke in Audienz empfangen werden .


Die künstlerische Krippe aus Castelli hat die Besonderheit, dass sie von überlebensgroßen Keramikstatuen gebildet wird. Sie stellt nicht nur ein kulturelles Symbol für die gesamten Abruzzen dar, sondern gilt auch als ein Objekt der zeitgenössischen Kunst, das seine Wurzeln in der traditionellen Bearbeitung der Keramik von Castelli hat. Es ist ein Werk, das von den Schülern und Lehrern des Kunstinstituts „F.A. Grue“, der heutigen staatlichen Kunsthochschule für Design, geschaffen wurde, die in den zehn Jahren von 1965 bis1975 ihre Lehrtätigkeit dem Weihnachtsthema widmete.

Auf dem Petersplatz werden nur einige wenige Stücke aus der zerbrechlichen Sammlung von 54 Statuen ausgestellt. Sie werden an der Seite einer etwa 125 Quadratmeter großen, leuchtenden Plattform platziert, die einen Teil des Obelisken auf einer leichten Neigung umgibt. Die Skulpturen stellen die Heiligen Drei Könige dar. In der Mitte, auf dem höchsten Punkt der Plattform, befindet sich die Gruppe der Geburt Christi mit dem Engel mit geöffneten Flügeln. Seine Lage über der Heiligen Familie soll den Schutz des Erlösers, Marias und Josefs symbolisieren.

Die erste Statuengruppe, bestehend aus der Heiligen Familie, wurde zusammen mit dem Dudelsackspieler, der Hirtin mit Krug, dem Spieler mit Panflöte, dem kleinen Mädchen mit Puppe angefertigt. Inspiratoren des Projekts waren Serafino Mattucci, der damalige Direktor und Animator des Instituts, sowie die Professoren Gianfranco Trucchia und Roberto Bentini. Die Schülerinnen und Schüler und das gesamte technische Personal des Gymnasiums nahmen mit großer Begeisterung teil.

Was die Fichte betrifft, so stammt sie aus Kočevje, einer Stadt am Fluss Rinža. Die Region Kočevsko ist eines der slowenischen Gebiete, in denen die Natur am intaktesten ist, wenn man bedenkt, dass Wälder 90% des slowenischen Territoriums bedecken. Die für den Petersplatz gewählte Fichte wuchs in der Nähe von Kočevska Reka, 6 Kilometer Luftlinie vom beeindruckenden Urwald von Krokar entfernt, der zu den noch intakten Urwäldern gehört. Dieser Urwald ist eines von zwei slowenischen Waldreservaten, das andere ist Snežnik-Ždrocle (in der Region Notranjska), das zu den 63 Stätten urzeitlicher Buchenurwälder gehört, die auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes stehen.

Die Fichte war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Slowenien weit verbreitet und macht mehr als 30% der Waldressourcen aus und ist die wirtschaftlich wichtigste Baumart. Seit der Antike ist sie ein Symbol der Fruchtbarkeit und wird in der Volkstradition häufig für Zeremonien wie das Fest des 1. Mai oder die Weihnachtsfeiertage verwendet. In der Region Bela Krajina war es Tradition, zum Fest des heiligen Georg eine mit Blumen und Tüchern geschmückte Fichte in Prozession zu tragen. Die höchste Fichte Europas, „Sgermova smreka“, misst 61,80 Meter und steht auf dem Pohorje-Massiv in Slowenien. Sie ist etwa 300 Jahre alt, hat einen Umfang von 3 Metern und 54 Zentimetern und einen Durchmesser von mehr als einem Meter.

Der Baum und die Krippe werden bis zum Ende der Weihnachtszeit, das mit dem Fest der Taufe des Herrn, Sonntag, 10. Januar 2021, zusammenfällt, ausgestellt.

 


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