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Unerschütterlich im Glauben - Leseprobe 4

1. Mai 2021 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Die Autobiografie von Erzbischof Fulton J. Sheen. Mit einem Vorwort von Raymond Arroyo - Leseprobe 4


Linz (kath.net)

In einem anderen Gefängnis kam ein Häftling vor der Beichte zu einem Gespräch zu mir. Die Vorstellung war immer dieselbe, beispielsweise: „John Jones, Nummer 2835, zwanzig Jahre bis lebenslänglich, Mord.“ Ich fragte sie nie nach ihren Verbrechen; wenn sie mir nicht selbst davon erzählten. Dieser Mann jedoch sagte zu mir: „Ich sitze im Knast zur Abschreckung ein.“ Ich bat ihn zu erklären, was das bedeutete. Er sagte: „Nun ja, ich wurde vier Mal verurteilt und nach dem Sullivan Law von New York bedeutet das lebenslänglich. Ich habe einen Anzug gestohlen. Ich habe ein Auto gestohlen. Ich habe einen Scheck gefälscht und einmal habe ich einen Raubüberfall ohne Gewaltanwendung begangen. Deshalb bin ich jetzt lebenslänglich hier.“ – „Wie lange sind Sie schon hier?“ Er antwortete: „Sechsundzwanzig Jahre.“


Später schrieb ich an den Gouverneur: „Papiere verändern sich nicht, Menschen jedoch durchaus. Dieser Mann ist auf dem Papier derselbe wie vor sechsundzwanzig Jahren, aber in seinem Inneren ist er nicht mehr derselbe wie der Mann auf dem Papier.“ Ich bat, eine Strafaussetzung in Erwägung zu ziehen. Eines Abends erhielt ich von meinem Freund einen Anruf. Er sagte: „Ich bin draußen.“ – „Nick – was haben Sie im Gefängnis gemacht?“ Er antwortete: „Ich war Koch.“ – „Würden Sie zu mir kommen und mein Abendessen zubereiten?“ Er brachte ein französisches Kochbuch mit, in dem so viele Rezepte enthalten waren, um danach für den Rest meines Lebens – und des seinen zu kochen.

In einem anderen Gefängnis begleiteten mich die Männer bei meinem Aufbruch bis zum Tor. Ich hatte meinen Pileolus in der Tasche und entschied mich, ihn dem Mann zu schenken, der am nächsten bei mir stand. Er fragte „Ist das für mich?“ und begann zu weinen und er ging in seine Zelle zurück. Zwei Monate später erhielt ich ein Gemälde. Auf diesem Gemälde waren die Querstangen einer Zelle zu sehen, doch aus den Stangen streckten sich zwei starke, schwielige Hände, die den violetten Pileolus hielten.

Die Gefangenen sandten alle Weihnachtsgrüße und unterzeichneten mit ihren Namen auf einer großen Weihnachtskarte mit dem Titel „Diese Hände der Gefangenen“. Sie schrieben:

Sie haben unsere Seelen mit Ihren schönen Worten ergriffen
und sie mit reiner Freude erfüllt.
Und unser Geist erhob sich wie die Engel mit Flügeln
zum Flug in Richtung Himmel.
Sie haben uns mit der Ehre des Sternenstaubs eingehüllt.
Das haben wir nie zuvor erlebt.
Sie werden immer bei uns sein.
Wir werden nie mehr allein sein.

Es ist einfach, Exerzitien für solche Männer zu halten und sie bei geistlichen Übungen anzuleiten, denn sie wissen, dass sie nicht so gut sind – und das ist immer die Bedingung, um ins himmlische Königreich zu gelangen. Sie selbst sahen sich als Gefangene. Aber ich sah unter ihnen viele Heilige – tatsächliche oder potenzielle. Kein Wunder, dass der Herr sagte: „Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“


kath.net Buchtipp
Unerschütterlich im Glauben
Von Erzbischof Fulton J. Sheen
Geb., 416 Seiten, mit 58 Schwarz-Weiß- Fotos
Media Maria 2021
ISBN: 978-3-9479311-9-4
Preis: Euro 21,60


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Lesermeinungen

 Passero 2. Mai 2021 
 

Welche Kräfte oder Personen sind gegen eine Seligsprechung Fulton Sheens?

Am 21.Dezember 2019 hätte der ehrw. Diener Gottes seliggesprochen werden sollen. Die Seligsprechung wurde leider (zumindest vorübergehend) abgesagt.
Was wirft man ihm vor? Ist vielleicht aus irgend einer dunklen Ecke längst vergangener Jahre wieder einmal ein „Gutmensch” aufgetaucht und bezichtigt Erzbischof Sheen, ein angebliches sexuelles Vergehen vertuscht zu haben?
Wenn dem so ist, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es jemand ist, der die heutigen homosexuellen Praktiken in gewissen Kreisen von Priestern (darunter Prälaten) vertuscht, billigt oder gar fördert. Ist es etwa gar jemand, der aufgrund eignen sexuellen Fehlverhaltens eine Änderung der kirchlichen Sexuallehre fordert? Oder ist es jemand, der einmal sexuell missbraucht wurde und nicht zu vergeben bereit ist?


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