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Wir sind dazu berufen, seine Lichter auf dieser oft so finsteren Erde zu sein!

4. Juni 2022 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Vielleicht heißt es das, sich ganz einfach auf das zu besinnen, was wirklich zählt: Gott und das Leben, das wir einst mit ihm in seinem Reich teilen werden - Die Jugendkolumne von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Gestern Nacht hatte ich einen sehr spannenden Traum. Er lief darauf hinaus, dass ich mich dem persönlichen Gericht Gottes stellen musste. Ich sollte Gott fünf gute Dinge nennen, die ich in meinem irdischen Leben bewirkt habe. Leider fiel mir aber nur eine Sache ein, die in meinen Augen das Prädikat „gut“ verdient hatte.  Wenngleich diese Begegnung mit Gott wohl eines Tages nicht so wie in meinem Traum ablaufen wird, so gab mir dieser Traum doch zu denken.

Warum fiel mir nur ein Aspekt meines Lebens ein, in dem ich gut gehandelt habe? Tatsächlich denke ich nicht, dass ich in allen anderen Lebensbereichen nur schlecht gehandelt habe, aber dieser Traum ließ mich folgendes erkennen: Die eine Sache, die ich als gut gewählt habe, war meine Mutterschaft. Ich denke guten Gewissens sagen zu können, dass sie der Bereich meines Lebens ist, wo ich immer bemüht bin 100% oder gar noch mehr zu geben. Das heißt nicht, dass ich nicht an meine Grenzen stoße, aber es heißt, dass ich mich bemühe in jedem Moment meines Seins so zu handeln, dass ich im Sinne meines Sohnes und der Liebe handle, also als Mama gut handle – und ich bete dafür als Mama immer besser werden zu dürfen, immer mehr Maria ähnlich zu werden.


Wenn ich nun auf die anderen Lebensbereiche blicke, denke ich, dass noch Luft nach oben ist. Ich denke, dass ich in vielen Bereichen noch bewusster für den Moment, für meinen Nächsten und für Gott leben könnte. Ich denke, dass ich für Vieles in meinem Leben und meinem Wesen mehr beten könnte, um besser zu werden – um mehr zu dem Menschen zu werden, zu dem mich Gott beruft, jenen Menschen, über den er am Anfang der Schöpfung sprach, er sei sehr gut.

Wenn Du heute noch vor Gott stehen würdest und er fragt Dich nach fünf wahrhaft guten Dingen, die Du in Deinem Leben gewirkt hast, was würdest Du antworten? Vielleicht gibt es ja auch in Deinem Leben noch Bereiche, wo Du besser werden kannst – immer mehr zu dem Menschen, zu dem Gott Dich beruft, zu dem Menschen, den er in Dir sieht.

Ich will damit nicht sagen, dass Du nicht auch mal ruhen darfst, dass Du nicht auch mal unperfekt sein darfst. Aber ich will damit sagen, dass wir nie aufhören sollten danach zu streben, gut zu handeln, denn Gott ist gut und wir sind dazu berufen seine Ebenbilder zu sein, seine Lichter auf dieser oft so finsteren Erde.

Stell Dir einen Garten vor: In der einen Ecke sind köstliche Früchte angebaut, in der Anderen herrlich duftende Blumen. Es finden sich Bäume, die jedem Wetter trotzen und verletzliche neue Saaten, die erst zu sprießen beginnen. Eine Vielzahl an Pflanzen also. Nicht jede dieser Pflanzen benötigt dieselbe Pflege wie die Anderen. Die einen musst Du mehr gießen, die Anderen weniger. Manche brauchen mehr Licht, Manche brauchen mehr Schatten. Manche gedeihen besser bei Wärme, Manchen reicht eine milde Temperatur. Wenn Du nun möchtest, dass alles blüht, dass das gesetzte Obst und Gemüse Früchte trägt, braucht es Mühe und die richtige Pflege, es braucht Handlungsweisen, die gut für das Leben dieser Pflanzen sind.

Und so ist es doch auch mit unserem Leben: Wo gute Früchte wachsen sollen, braucht es die Anstrengung ein Umfeld zu schaffen, das diesem Ziel entspricht. Wenn unser Leben Frucht in dem Weinberg Gottes tragen soll, braucht es gute Pflege. Vielleicht heißt das für die ein oder andere nicht liebevolle Charaktereigenschaft zu beten, vielleicht heißt das sich einmal mehr zu überwinden und einem verletzendem Wort nicht gleiches entgegenzuhalten, sondern zu vergeben und zu lieben, vielleicht heißt das aus alten, gemütlichen Verhaltensmustern auszubrechen, um besser – Gott-ähnlicher – zu handeln.

Vielleicht heißt es das, sich ganz einfach auf das zu besinnen, was wirklich zählt: Gott und das Leben, das wir einst mit ihm in seinem Reich teilen werden und alles daran zu setzen seine Gegenwart durch unser gutes Handeln jetzt schon erfahrbar zu machen.


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