Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Weiterer Angriff auf die Freiheit in Deutschland: Hessen erlaubt 2G-Supermärkte
  2. Wenn die Kinder des Lichts auf die Kultur des Todes treffen
  3. 'Herzlos-Pfarrer' - Kölner 'Sozialpfarrer' Meurer möchte 2G-Regelung in Zügen
  4. Norwegen-Killer trat vor der Tat zum Islam über
  5. Der sonntägliche Messbesuch ist kein Hobby
  6. Love Is In The Air? - Bätzing lobt das 'christlich geprägte Wertefundament' von Merkel
  7. 'Der würde sagen: Betet so, dass ihr keinem anderen schadet!'
  8. Frankreich: Beichtgeheimnis unter Druck
  9. Australischer Bischof ruft zur Covid-Impfung auf
  10. Katholischer Priester wollte seelsorgerlichen Zugang zum sterbendem David Amess, Polizei sagte NEIN
  11. Der Teufel und die Linken
  12. Aufregung in badischer Landeskirche wegen Sprechverbots über biblische Lehre
  13. ‚Climate change’ – unterwegs zu COP26
  14. Johannes Paul I. wird seliggesprochen
  15. "Liebe Freunde des vorgeburtlichen Kindertötens…"

Südost-Türkei: Ungeklärter Kriminalfall beunruhigt Christen

28. März 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Priester-Eltern entführt bzw. ermordet - Türkische Menschenrechtsbehörde sieht in schleppender Aufklärung keine Diskriminierung aufgrund der Religion.


Istanbul (kath.net/ KAP)

Ein Kriminalfall und dessen Nicht-Aufklärung sorgen im Südosten der Türkei bei der verbliebenen kleinen christlichen Minderheit für Unsicherheit. Vor mehr als einem Jahr, am 11. Jänner 2020, wurde das christliche Ehepaar Simoni (65) und Houmouz (71) Diril im südostanatolischen Dorf Meer (türkisch: Kovankaya) von Unbekannten entführt. Ende März 2020 wurde die Leiche der Frau in einem Bach nahe dem Dorf gefunden. Von ihrem Ehemann Houmouz fehlt weiterhin jede Spur. Die Christen in der Region befürchten, dass dem Ehemann dasselbe Schicksal widerfahren sein könnte. Nun wurde der Nicht-Aufklärung des Falls ein weiteres Kapitel hinzugefügt, wie der Pro Oriente-Informationsdienst am Mittwoch berichtete.

Die beiden Opfer sind die Eltern des chaldäischen Priesters Remzi Diril, der in Istanbul lebt und wirkt. Er hatte sich an die türkische "Behörde für Menschenrechte und Gleichstellung der Geschlechter" (TiHEK) gewandt, mit der Bitte, sich des Falls anzunehmen. Dass es keine Fortschritte bei der Aufklärung gibt, führte der Priester auf die Gleichgültigkeit der staatlichen Institutionen gegenüber seinen Eltern zurück, da sie der christlichen Minderheit in der Region angehörten bzw. weil sich Christen oftmals mit dem latenten Vorwurf konfrontiert sähen, mit der verbotenen PKK zu sympathisieren, die in der Region mitunter operiert.


Nun hat P. Remzi einen negativen Bescheid der Behörde erhalten. Die Einrichtung, die dem türkischen Justizministerium zugeordnet ist, lehnte den Antrag ab, da der Fall ihrer Ansicht nach die Kriterien einer konfessionellen, ethnischen oder religiösen Diskriminierung nicht erfülle. Das sorgt bei P. Remzi und Menschenrechtsaktivisten, die ihn in seinem Vorhaben unterstützen, für Verwunderung.

 

Christen in Bedrängnis

Das Schicksal der Familie Diril zeigt drastisch die schwierige Situation auf, in der sich die letzten Christen in der Südost-Türkei seit Jahrzehnten befinden. Houmouz Diril und seine Frau Simoni waren vor einigen Jahren in ihren Geburtsort Meer zurückgekehrt und hatten seither dort gelebt - als einzige christliche Familie in dem früher zur Gänze christlichen Ort. "Einladungen" und "Drohungen" zum Verkauf ihres Hauses hatten die Eheleute immer abgelehnt. Das Verschwinden des chaldäischen Ehepaares hatte in den christlichen Gemeinden der Region, die hauptsächlich aus Geflüchteten aus dem Irak und Syrien bestehen, große Besorgnis ausgelöst.

In den Tagen nach der Entführung hatten türkische Spezialeinheiten, unterstützt von Hundeeinheiten und auch mithilfe von Drohnen, intensiv aber vergeblich in der tief verschneiten unzugänglichen Gegend nach dem vermissten Ehepaar gesucht. Gerüchten zufolge sollen sie von Milizionären der PKK entführt worden sein. Bestätigungen dafür gibt es bis dato nicht.

Das historisch von assyrischen und chaldäischen Christen bewohnte Dorf Meer liegt in der Provinz Sirnak und war 1994 während des Konflikts zwischen der türkischen Armee und der PKK in Brand gesteckt und gewaltsam evakuiert worden. Die Familie von Houmouz und Simoni war infolge der Gewalt aus Südostanatolien geflohen und nach Istanbul gezogen. Die Bestimmungen zum Verbot des Aufenthalts im Dorf wurden 2010 aufgehoben. 2015 wollte das ältere Ehepaar dauerhaft in sein Heimatdorf zurückkehren, obwohl viele andere christliche Familien, die aus Meer evakuiert worden waren, diesen Schritt nicht mehr wagten.

Es ist nicht das erste Verbrechen, das die Familie trifft. P. Remzi Diril erinnert immer wieder daran, dass zwei Verwandte seit 1994 verschollen sind: der damals 16-jährige Zeki Diril und sein 12-jähriger Cousin Ilyas Diril. Von den beiden fehlt seit 27 Jahren jede Spur.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 leodorn 28. März 2021 
 

Türkische Menschenrechtsbehörde ist wie „Vierecker Kreis.“
Aber die Große Vorsitzende in Berlin muß dem Neo-Sultan hofieren. Armes Europa.
LD


5

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. „Christenverfolgung aus dem toten Winkel holen“
  2. Irak: Erzbischof befürchtet „schwerwiegende Folgen“
  3. Afghanistan: Gezielte Suche nach Christen
  4. "Christen in Not" prangert Übergriffe auf Christen in Pakistan an
  5. Der ‚Big Brother’ der Religionen: Pekings neue Datenbank
  6. Entführter Bischof in Nigeria freigelassen
  7. Moskau: Allianz gegen Christenverfolgung in Afrika bilden

Türkei

  1. Christlicher Missionar aus Türkei ausgewiesen
  2. Chalki-Wiedereröffnung: Orthodoxer US-Bischof appelliert an Erdogan
  3. Laschet verbietet der Presse Fragen zu „Ditib“
  4. Armenische Kirche in der Türkei abgerissen
  5. Türkei: Erster Gottesdienst nach Restaurierung im Kloster Sumela
  6. Hubschrauber am Landeplatz der Arche Noah
  7. Christliche Bilder in der Hagia Sophia: Verhüllt aber erhalten!







Top-15

meist-gelesen

  1. Wenn die Kinder des Lichts auf die Kultur des Todes treffen
  2. "Covid-19 ist gefährlich, aber die Todsünde ist viel gefährlicher."
  3. Der Teufel und die Linken
  4. 'Herzlos-Pfarrer' - Kölner 'Sozialpfarrer' Meurer möchte 2G-Regelung in Zügen
  5. Weiterer Angriff auf die Freiheit in Deutschland: Hessen erlaubt 2G-Supermärkte
  6. Priester der Petrusbruderschaft stürmen mit Weihnachtsalbum die US-Charts
  7. Benedikt XVI.: „Nun ist er im Jenseits angelangt… Ich hoffe, daß ich mich bald hinzugesellen kann“
  8. Love Is In The Air? - Bätzing lobt das 'christlich geprägte Wertefundament' von Merkel
  9. Aufregung in badischer Landeskirche wegen Sprechverbots über biblische Lehre
  10. Der sonntägliche Messbesuch ist kein Hobby
  11. Frankreich: Beichtgeheimnis unter Druck
  12. Norwegen-Killer trat vor der Tat zum Islam über
  13. Katholischer Priester wollte seelsorgerlichen Zugang zum sterbendem David Amess, Polizei sagte NEIN
  14. Synodale Irrwege - Nationale Sonderwege
  15. Lyon: Kapuzinermönche zündeten 5G-Masten an

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz