Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  6. So fühlt sich Nachhausekommen an
  7. Menschenrecht auf Abtreibung?
  8. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  9. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  10. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  15. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds

Woke und erfolgreich? Experten warnen Unternehmen vor falschen Erwartungen

23. August 2024 in Chronik, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


‚Ich halte die derzeitige Form von politischer Positionierung für fragwürdig’, sagt der Markensoziologe Oliver Errichiello.


Berlin (kath.net/jg)
Unternehmen und Marken werden heute oft nach bestimmten weltanschaulichen Gesichtspunkten positioniert. Marketingexperten warnen, dass diese Strategie dem Absatz nicht immer hilft, schreibt die WELT in einem Artikel mit dem Titel „Grün, queer und mehr Erfolg? Der große Moral-Irrtum vieler Firmen“.

Prominentes Beispiel ist die Biermarke Bud Light. Der Konzern lancierte eine Werbekampagne mit einer Trans-Frau, die auf wenig Gegenliebe stieß. Die Biermarke verlor die Marktführerschaft in den USA.

Nicht nur die Ablehnung bestimmter Bevölkerungsgruppen könne zum Problem werden. Die Gleichförmigkeit der weltanschaulichen Botschaften wecke zunehmend Widerstand, stellt der Markensoziologe Oliver Errichiello fest. Wörtlich sagt er: „Ich halte die derzeitige Form von politischer Positionierung für fragwürdig.“


Viele Unternehmen hätten Angst, aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Diversität zu verpassen. Das führe aber dazu, dass sie sich ähnlich positionieren. Ein „corporate purpose“, also ein sinnstiftender Zweck über das Geldverdienen hinaus, sei kein Alleinstellungsmerkmal mehr, wenn ihn alle gleich formulierten, sagt Errichiello. Andere Positionen wie konservative Familienwerte oder religiöse Überzeugungen kämen – anders als Lastenfahrräder und Windräder – in Werbebotschaften hingegen kaum mehr vor.

Die propagierten Haltungen würden von Menschen aus urbanen Blasen definiert. „Womöglich sieht das die Mehrheit der Menschen ganz anders“, sagt Errichiello. Die ethische Verantwortung von Unternehmen liege im täglichen verantwortungsbewussten Wirtschaften, nicht in der Darstellung nach außen, betont er. Botschaften, die nicht wirklich im Markenkern verankert seien, hätten ohnehin keine langfristige Wirkung, warnt Errichiello. Wörtlich sagt er: „Wie wichtig muss sich ein Unternehmen nehmen, dass es glaubt, die Leute würden am Supermarktregal über seine Haltung nachdenken?“

Der Wirtschaftspsychologe Stephan Gründwald, Gründer des Marktforschungsinstitutes Rheingold, sieht die politische Positionierung ebenfalls kritisch. „Unternehmen und Marken geraten durch die gesellschaftliche Polarisierung ins Kreuzfeuer, nachdem sie sich zuvor selbst ideell aufgeladen haben“, sagt er. Die Kunden hätten ganz andere Erwartungen, sie sehnen sich nach Unbeschwertheit, stellt er fest.

Probleme gebe es insbesondere dann, wenn die Marke und das Engagement nicht zusammenpassen. Das sei bei Bud Light geschehen. Die Biersorte sei bei Familienvätern im mehrheitlich ländlich geprägten Mittleren Westen beliebt gewesen. Das sei die denkbar schlechteste Zielgruppe für Werbung mit Transsexuellen.

Laut Oliver Errichiello ist das politisch-weltanschauliche Engagement schon wieder im Abklingen. Die Marketing- und Personalabteilungen der Unternehmen hätten festgestellt, dass sie sich nicht von der Konkurrenz unterscheiden. „Irgendwann verschwinden die Regenbogen daher wieder“, sagte er wörtlich. Er sieht bereits den nächsten Trend am Horizont: Die Rückkehr des Humors.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Wirtschaft

  1. Neu an der Börse: Ein ‚katholischer’ MSCI-World-ETF
  2. US-Unternehmen führt Babybonus für Mitarbeiter ein
  3. Wegen LGBT-Produkten: Konservativer Investmentfonds verkauft Target-Aktien
  4. Großinvestor BlackRock warnt vor wirtschaftlicher Instabilität und Inflation
  5. Wir brauchen Spitzenleistungen statt Stakeholder-Kapitalismus.
  6. Ölmulti Exxon Mobil verbietet LGBT- und Black Lives Matter Flaggen vor seinen Niederlassungen
  7. Nick Vujicic will Pro-Life Bank gründen
  8. "Ein Armutszeugnis, Herr Bischof!"
  9. Verluste bei Pandemie-Anleihen: Märkte erwarten weltweite Ausbreitung
  10. Norwegische Post: Werbung zeigt Jesus als Sohn des Briefträgers






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  3. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  4. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  5. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  6. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  7. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  8. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  9. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  10. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  11. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  12. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  13. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete
  14. Menschenrecht auf Abtreibung?
  15. Gott schütze Venezuela!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz